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wars are won before the first battle is fought
15.08.1016 - 16:00
Zephyrs Arbeitszimmer | King's Portal
Zephyr Athanas Belisarius Caderitor

Unregistered
Belisarius Caderitor
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#2
Zeit war eine delikate Angelegenheit. Nicht immer fand man sie, nicht immer geschah etwas richtig und oft lag sie schlicht falsch für eigene Ziele und Absichten. Belisarius wusste um den einfachen Fakt, dass die Zeit für alle Menschen gleich war und schlicht ablief. Für ihn war sie bereits gezählt; denn manchmal zählte er in Gedanken schlicht die Ereignisse und möglichen Ergebnisse auf; plante seine Zeit und verwarf die Pläne wieder. Nüchtern und kalt akzeptierte er, dass auch er nur ein Spieler auf einem großen Feld war, der mit der Zeit Gelegenheiten oder Niederlagen vorfand. Zu viele waren bereits in großer Ambition gefallen, hatten sich willfährig verrannt und doch glaubte Belisarius es besser machen zu können, denn er war in einem Punkt anders: Er machte sich keine Illusionen über die Natur der Menschen und der Reiche. Dabei vergaß er stets, dass er sich selbst betrog und seine zynische Verbitterung genauso falsch war, wie eine blinde Hoffnung manch anderer. Doch in diesen unruhigen Zeiten mochte Verbitterung tragfähiger sein und so hatte dieser Kriegshandwerker sicherlich gerade ein gutes Blatt in seiner Hand. Das Schicksal hatte ihm vielleicht ein zu gutes Blatt zugespielt, so dass er unbedingt groß spielen musste. - Und spielen zu müssen, war eine eigene Art Gefängnis, dessen Wände man selbst erbaute. Der Weg durch den Palast war seltsam einsam, denn die Gesichter verliefen wortlos, nacheinander und der Mann, der so manches Schicksal erlebt hatte, fand sich verloren wieder. Nicht einmal die Wachen, die er ausgewählt hatte, die er trainiert hatte, denen er Obrist war, wagten mehr als einen Salut beizubringen. Nur seine wogenden Schritte hallten über den Stein des Bodens.

Fast, wie zur Stille verdammt, folgte der Kriegsherr seiner Absicht, nach der Einladung der Hand des Königs, hier das Spielfeld neu zu bereiten. Sein Herz schlug, das spürte er und sein Halsvene pochte auf, als er unmittelbar vor seinem Ziel war. Die Wache, auch aus seiner Tasche besoldet, nickte ihm zu und mit einer Handgeste wies Belisarius den Soldaten an, ihn anzumelden. Es brauchte keine Worte, denn sein Wunsch war ohnehin klar. Die Wache trat ab. Stille war manchmal Macht, und manchmal Strafe. Doch in diesem Augenblick wollte Belisarius sie einfach aufbrechen. So fremd es auch war, denn die Stille gebar für einen winzigen Moment Geborgenheit, bevor erneut Worte ausgetauscht wurden, die Schicksal schufen. Worte konnten verletzen, erbauen oder vernichten. Die Worte, die gleich ihren Weg finden würden, würden nicht nur Wunsch und Ambition transportieren, sondern auch mögliche Grausamkeit, Krieg und Gewalt. Belisarius machte sich keine falschen Vorstellungen mehr. Ehre war genauso bedeutungslos, wie die einfältige Narretei, an einen König zu glauben. Menschen machten dies gerne. Sie glaubten an etwas, um den eigenen Zeitenlauf erträglich zu machen. Glücklicherweise war zwischen Zepyhr und Belisarius klar, dass beide Männer dies nicht machten. Sie sprachen nur über Fakten, Aufgaben und Ziele. Nicht über moralische Werte, Ideale oder Wünsche. Sie waren beide Männer der harten Macht, der kalten Politik und wussten beide instinktiv, dass sie einander brauchten; mitunter mehr als das sie eine Fassade des Mensch-Seins brauchten. Die Wache öffnete die Tür.

Belisarius spürte erneut jene Prellung an seiner Schulter. Er hatte sich verdreht, verhoben und im Kampf mit einem losen Ende in Farynn, mehr Kraft gegeben als, er derzeit aufwenden wollte. Doch die Arbeit ruhte nicht, ebenso wenig, wie das Geschäft. Als Obrist seiner Kompanie war er allzu gezwungen, nahezu getrieben, um die damit verbundene Politik zu erledigen. Manchmal war es genau diese Politik, die dann auch Menschen erledigte. Einen langen Atemzug pausierte der Söldner vor der Tür, um sich gefasst zu machen; sich vorzubereiten. Wenn es sein musste, kämpfte er bis zum Schluss, denn er war bereit jede Konsequenz seiner Handlungen zu ertragen. Doch in diesem Augenblick war dies egal. Denn es gab keine Konsequenzen für dieses loses Ende. Es war einfach beendet, denn die Differenz war beglichen und der Fehler korrigiert. In seiner einfachen Aufmachung, dennoch sauber, bewährt mit seinem Waffengurt, der sein hochwertiges Schwert und einen Kriegsdolch trug, trat er auf und ging mit einem forschen Schritt auf die Hand des Königs zu. Dieses Arbeitszimmer stank nach der Dekadenz der Macht und mitunter glaubte er, jedes mal, wenn er hier war, dass der Prunk die eigentliche Arbeit versteckte. Da war der Mann, der zu viel Hof genossen hatte, und ließ ihn, den einfachen Arbeiter des Kriegs eintreten, wie einen alten Freund. Er reichte ihm sogar die Hand, so dass Belisarius diese ebenso ergriff und fest zudrückte. Es war ein starker Händedruck, mit einer Hand, die zu viel Gewalt erlebt und angetan hatte. Zephyr sollte wissen, wessen Hand er schüttelte: die eines Soldaten. "Erlauchte Grüße," entgegnete er mit einem salzigen Ausdruck auf den Lippen. Hier trug Belisarius keine notwendig freundliche Masquerade, sondern war das, was er eben für Zephyr war. Er nickte nüchtern auf die Frage nach dem Wein und gab deutlich zu verstehen, dass er dieses Getränk wünschte, auch ohne ein Wort zu sagen. Dennoch würde er es nicht sofort trinken, da es vergiftet sein konnte und so würde er abwarten, bis die Hand selbst trank, einen Moment abwarten und dann einen großen Schluck nehmen. Vorsicht war im Palast immer angebracht, denn er würde hier auch mit Gift morden, da war er sich recht sicher. Inzwischen hatte sich Belisarius gesetzt, zog das Schwert, mitsamt Scheide, von seinem Waffengurt, um es neben den Sitz zu stellen. So war es bequemer - und griffbereit war es immer noch, doch rechnete er nicht mit einem sofortigen Angriff an diesem Ort.

"Es überrascht mich nicht," sagte er mit seiner eleganten Stimme, die gar nicht zum salzigen Gesicht passen mochte. "... es ist zu viel geschehen," meinte er und lächelte bitter, da die Geschehnisse für seine Familie durchaus positiv waren. Krieg bedeutete Gewinne und mehr Einfluss, so denn er sehr genau beobachtete, was passierte aber er musste der Hand ja nicht alles mitteilen, was seine Spione und Boten wussten. Lieber war es ihm, abzuwarten, was Zephyr wusste oder auch nicht wusste, um entsprechend zielgerichtet zu agieren. "Vorweg." Er hob die Hand fast beschwichtigend. "Mein Vater lässt seine Grüße ausrichten und lässt anfragen, warum einige Zahlungen für die letzten Kredit im Rückstand sind," sprach er und beugte sich leicht vor, um die eigentlichen Machtverhältnisse aus seiner Sicht gerade zu rücken. "Der Unterhalt unseres Geschäfts und des gemeinsamen Vertrages beruht auf regelmäßigen Zahlungen. Der Meister der Münze konnte mir auch keine Antwort geben," erklärte sich Belisarius und legte ein unschuldiges Gesicht auf, so als ob er es tatsächlich nicht wissen konnte. "Trotz dieser sicherlich vernachlässigbaren Verfehlung, habe ich ein paar Fehler in Farynn beseitigen können und ich denke, dass unserer zukünftigen gemeinsamen Arbeit nichts im Wege steht, wenn entsprechend sichergestellt ist, dass die Zahlungen gemäß unserer Absprachen erfolgen," mahnte er an und berichtete nicht vollständig über sein Arbeitsinteresse in Farynn, so dass Zephyr ahnen konnte, was vor sich ging. Belisarius lehnte sich und senkte seine Hand wieder, um Zephyr wieder Raum zu geben. "Die Aufgaben werden ja nicht kleiner...", sagte er mit einem bittersüßen Lächeln, was nicht aufdringlich aber dennoch deutlich war.
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RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 28-02-2024, 21:14
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 03-03-2024, 21:05
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 11-03-2024, 23:45
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 20-03-2024, 00:30
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 27-03-2024, 20:48
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 11-04-2024, 13:47

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