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Ray of Light
22.10.1016 - 17:00
Schloss der Castellanos, Orpheus & Nailas Gemächer
Naila Castellanos Orpheus Castellanos

Nightingale in a Golden Cage
Naila Castellanos
Königsland - Admin
Alter 20
Beruf Prinzessin
Wohnort Castandor, King's Portal
Stand Verheiratet
User Letha
#3
Schon von Kindertagen an hatte Naila den Donner immer gefürchtet. Es war für sie, als würde Heofader seinen gesamten Zorn auf die Welt entladen, bis die Menschheit an den Altären zu seinen Füßen kroch und um Gnade flehte. Naturphänomene, wie die Gelehrten sie nannten, hatten einen faszinierenden Ursprung in komplizierten Konstrukten, die sich manchmal nur mit Gotteshand zu erklären schienen, und alles, was nicht greifbar war, was nicht erklärbar war, erfüllte die Prinzessin mit einem inneren Unwohlsein. Sie war ein von Natur aus neugieriges Wesen, das viele Fragen stellte; gleichzeitig spürte sie, wie sich die Gänsehaut über ihrem Arm ausbreitete, wenn ein Blitz über den Himmel zuckte. Vielleicht war es auch die Ungewissheit, wie laut der Donner war; die Anspannung, auf was sie sich einzustellen hatte, die Folgen überhaupt, die solch ein Schauspiel tragen konnte. Irgendwann hatte sie angefangen, zu zählen. Es war zu einem Ritual geworden, wann immer der Himmel sich mit Blitzen über ihrer Heimat entlud und der Donner folgte, mit offensichtlicher Wirkung, weil es sie beruhigte, wenn sie ihren Geist mit Logik speiste. Auch jetzt formten ihre Lippen tonlos die Zahlen, während sie trotz Orpheus Worten gebannt auf den dunklen Himmel starrte. Acht. Neun. Der folgende Donner ließ sie förmlich nach Luft schnappen. Naila bemerkte erst, dass sich ihre Finger etwas tiefer in Orpheus Oberarm gegraben hatten, als seine Stimme sie wieder auffing und ihre Blicke sich trafen. Sicher. Er hatte sie noch nie so vorsichtig erlebt. In ihrer Zeit miteinander hatte sie ständig versucht, aus sich raus zu kommen, sich ihm zu öffnen und ihr Wesen mit ihm zu teilen; sich so verletzlich zu zeigen, gehörte wohl dazu. Ein gelöstes Lächeln, das ihre Seele spiegelte, war beinahe die einzige Reaktion auf seine Sorge, die sich auf ihren körperlichen Zustand zu beschränken schien, und wieder - manchmal schien ihr in den absurdesten Momenten bewusst zu werden, was für ein Glück sie doch mit ihm hatte. Wenn er sie so bedachte, mit warmer Stimme und seiner Umsicht, wurde ihr selbst warm. Naila schien kaum zu merken, wie nah sie ihm gekommen war; körperlich, sowie seelisch.
Oder vielleicht war es genau dieser Umstand, der eine kleine Spur der Ladung durch ihre Fingerspitzen fahren ließ, als sie sich des nassen Stoffes bewusst wurde, der an seinem Oberarm klebte. Der warmen Muskeln darunter, die oft nicht sichtbar waren, und doch präsent in allem, was er tat. Nailas Atem zitterte leicht, eventuell noch ein Nachbeben der Furcht, als sie verzögert seiner Geste mit dem Blick folgte und die bereitliegenden Kleider ins Auge fasste.
“Sicher. Wie aufmerksam.”
Von den Bediensteten, wollte sie sagen, aber ihr Geist schien in anderen Thematiken zu schweben und ließ den Satz unvollendet. Sollte sie? Es dauerte einen Moment zu lange, bis sie sich von ihm löste und von ihm trat, um die Tücher und das Gewand in Augenschein zu nehmen. Die Finger waren schnell vor ihrer Mitte ineinander verwoben, rastlos fast.
Es konnte das Gewitter sein, die Furcht vor dem Donner, die Naila Schwierigkeiten bereitete und sie zum Stocken brachte. Unsicher verhielt sie sich in Orpheus Nähe nur noch selten, und doch schien sie jetzt in ihrem eigenen Überlegen innezuhalten. Sie wusste, dass sie sich verletzlich zeigte. Unvollkommen. Dass sie bis auf die Knochen durchnässt war und sicher nicht mehr das perfekte Bild einer Prinzessin abgab, die es würdig war, die Hand eines Castellanos zu beanspruchen. Doch etwas sagte ihr, dass es genau richtig war, dass es genau jetzt in Ordnung, nach dem Etwas zu greifen und mehr zu verlangen.
In ihren leisen, schwebenden Schritten vor dem trockenen Gewand zum Stehen kommend, griff Naila nicht nach den Tüchern. Sie zögerte, dann strich ihre Hand langsam den langen geflochtenen Zopf nach vorne über ihre Schulter und offenbarte die kleinen geknoteten Schnüre, die ihr Obergewand an ihrem Körper zusammen hielten.
“Möchtest du… mir vielleicht helfen?”
Die Frage stand eine Weile im Raum, als hielte die Spannung des Gewitters sie selbst in der Hand. Naila hielt wieder den Atem an, aber dieses Mal nicht aus Furcht. Sie neigte ihren Kopf nur leicht, um den Schatten eines sich nähernden Körpers über ihre Schulter zu erhaschen - oder seine Abwesenheit.
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Nachrichten in diesem Thema
Ray of Light - von Naila Castellanos - 02-07-2025, 11:09
RE: Ray of Light - von Orpheus Castellanos - 13-07-2025, 18:31
RE: Ray of Light - von Naila Castellanos - 27-07-2025, 09:52

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