22-10-2025, 13:53 - Wörter:
Der feste Griff um ihre Hände überraschte und überforderte sie nur noch mehr und Maebh versuchte ein wenig verzweifelt herauszufinden, ob sie ihn nun wütend gemacht hatte. Da war dieser harte Zug um seine Mundwinkel.
Seine Unsicherheit interpretierte Maebh eher als Warnung, aber sie wagte es auch nicht, ihm die durch ihre Hände aufgenommene Nähe zu entziehen, sondern sie saß wie erstarrt ihm gegenüber und hoffte, dass die Auswirkungen ihrer unbedachten Aussage kein allzu großes Donnerwetter auslösten. Sie war schlichtweg bereit es einfach über sich hinwegrollen zu lassen und möglichst keine Angriffsfläche zu bieten.
Ein Schatten stahl sich in seine Züge, sorgte dafür, dass die Emotion zwischen ihnen zu etwas Dunklerem wurde und sich zwischen sie schob wie eine Wand.
Mental war sie bereits dabei, sich für die nächsten Wochen einfach wieder zurückzuziehen. Ihm den Raum zu lassen, den er brauchte. Sie war nicht hier, weil er sich in sie verliebt hatte. Sie war hier, weil ihr Vater etwas eingefordert hatte. Weil er sie hatte schützen wollen.
Und manchmal schien Schutz eben nichts zu sein, was sich unbedingt schön anfühlte. Und hier hatte sie Freiheiten. Nicht viele, aber es gab sie.
Seine Frage riss sie aus den finsteren Gedanken und zurück in seine Welt.
„Ja“, rutschte es aus ihr heraus, weil er sie mit der Frage völlig überrumpelt hatte. „Wir… haben geheiratet, weil du meinem Vater etwas geschuldet hast. Ich habe nicht das Recht von dir Liebe zu fordern, Eanruig. Sowas kann man nicht erzwingen. Also ja. Ich schätze schon, dass ich ein Platzhalter bin…“
Und sie fand außerdem, dass der Schatten seiner verstorbenen Ehefrau immer noch zwischen ihnen lag. Über ihm. Sie wollte ihm sagen, dass er loslassen durfte. Das sie das Recht hatte, zu gehen. Dass er das Recht auf Glück hatte. Dass sie das sicher auch gewollt hätte, aber das stand ihr schlichtweg nicht zu.
Aber er sprach weiter. Er füllte diese Leere zwischen ihnen plötzlich mit Worten und erneut flutete Verwirrung das hübsche Gesicht der Fürstin.
Er… bat sie um Verzeihung? Gestand ein, dass er sie übersehen hatte?
Sie klappte den Mund auf, wollte ihn unterbrechen. Doch sie tat es nicht. Sie ließ ihn sprechen und folgte kurz mit dem Blick seinen Bewegungen. Es war kein Entziehen der Nähe, weil er sie bestrafen wollte. Sie spürte, dass er versuchte, ihr Freiraum zu lassen. Das er sie nicht bedrängen wollte.
Und vielleicht wäre es besser, wenn er nicht weitergesprochen hätte.
Denn die Entschuldigung, die er ihr gab, das schöne Gefühl, das kurz zwischen ihnen entstand, wurde eingerissen.
Und nun kam Maebh auf die Beine und ging auf ihn zu.
Sie legte eine Hand auf seine linke Schulter, schob die rechte unter sein Kinn, sodass er sie anschauen musste.
„Das ist das Problem“, informierte sie ihn ruhig, fast schon sachlich. „Das ist es, was dafür sorgt, dass du mich nicht siehst. Du bist so damit beschäftigt, dass du an irgendwelchen Dingen schuld bist, dass ich daneben gar keinen Platz habe, Eanruig. Deine Gedanken gelten nicht der Gegenwart, nicht deinen Kindern. Oder mir. Sondern nur irgendwelchen versäumten Dingen. Du kannst diese Dinge aber nicht ändern, Eanruig. Du kannst sie nur für die Zukunft besser machen. Sie sind passiert. Und du musst anfangen, dich damit abzufinden. Sonst bist du einsam. Und wir sind es auch. Weil du dich immer weiter von uns entfernen wirst.“
Vielleicht war es wichtig, dass sie jetzt stark war. Für sie beide. Dass sie über die eigenen Ängste hinwegpreschte wie Céo über umgestürzte Bäume.
Seine Unsicherheit interpretierte Maebh eher als Warnung, aber sie wagte es auch nicht, ihm die durch ihre Hände aufgenommene Nähe zu entziehen, sondern sie saß wie erstarrt ihm gegenüber und hoffte, dass die Auswirkungen ihrer unbedachten Aussage kein allzu großes Donnerwetter auslösten. Sie war schlichtweg bereit es einfach über sich hinwegrollen zu lassen und möglichst keine Angriffsfläche zu bieten.
Ein Schatten stahl sich in seine Züge, sorgte dafür, dass die Emotion zwischen ihnen zu etwas Dunklerem wurde und sich zwischen sie schob wie eine Wand.
Mental war sie bereits dabei, sich für die nächsten Wochen einfach wieder zurückzuziehen. Ihm den Raum zu lassen, den er brauchte. Sie war nicht hier, weil er sich in sie verliebt hatte. Sie war hier, weil ihr Vater etwas eingefordert hatte. Weil er sie hatte schützen wollen.
Und manchmal schien Schutz eben nichts zu sein, was sich unbedingt schön anfühlte. Und hier hatte sie Freiheiten. Nicht viele, aber es gab sie.
Seine Frage riss sie aus den finsteren Gedanken und zurück in seine Welt.
„Ja“, rutschte es aus ihr heraus, weil er sie mit der Frage völlig überrumpelt hatte. „Wir… haben geheiratet, weil du meinem Vater etwas geschuldet hast. Ich habe nicht das Recht von dir Liebe zu fordern, Eanruig. Sowas kann man nicht erzwingen. Also ja. Ich schätze schon, dass ich ein Platzhalter bin…“
Und sie fand außerdem, dass der Schatten seiner verstorbenen Ehefrau immer noch zwischen ihnen lag. Über ihm. Sie wollte ihm sagen, dass er loslassen durfte. Das sie das Recht hatte, zu gehen. Dass er das Recht auf Glück hatte. Dass sie das sicher auch gewollt hätte, aber das stand ihr schlichtweg nicht zu.
Aber er sprach weiter. Er füllte diese Leere zwischen ihnen plötzlich mit Worten und erneut flutete Verwirrung das hübsche Gesicht der Fürstin.
Er… bat sie um Verzeihung? Gestand ein, dass er sie übersehen hatte?
Sie klappte den Mund auf, wollte ihn unterbrechen. Doch sie tat es nicht. Sie ließ ihn sprechen und folgte kurz mit dem Blick seinen Bewegungen. Es war kein Entziehen der Nähe, weil er sie bestrafen wollte. Sie spürte, dass er versuchte, ihr Freiraum zu lassen. Das er sie nicht bedrängen wollte.
Und vielleicht wäre es besser, wenn er nicht weitergesprochen hätte.
Denn die Entschuldigung, die er ihr gab, das schöne Gefühl, das kurz zwischen ihnen entstand, wurde eingerissen.
Und nun kam Maebh auf die Beine und ging auf ihn zu.
Sie legte eine Hand auf seine linke Schulter, schob die rechte unter sein Kinn, sodass er sie anschauen musste.
„Das ist das Problem“, informierte sie ihn ruhig, fast schon sachlich. „Das ist es, was dafür sorgt, dass du mich nicht siehst. Du bist so damit beschäftigt, dass du an irgendwelchen Dingen schuld bist, dass ich daneben gar keinen Platz habe, Eanruig. Deine Gedanken gelten nicht der Gegenwart, nicht deinen Kindern. Oder mir. Sondern nur irgendwelchen versäumten Dingen. Du kannst diese Dinge aber nicht ändern, Eanruig. Du kannst sie nur für die Zukunft besser machen. Sie sind passiert. Und du musst anfangen, dich damit abzufinden. Sonst bist du einsam. Und wir sind es auch. Weil du dich immer weiter von uns entfernen wirst.“
Vielleicht war es wichtig, dass sie jetzt stark war. Für sie beide. Dass sie über die eigenen Ängste hinwegpreschte wie Céo über umgestürzte Bäume.
