04-11-2025, 10:54 - Wörter:
Erik nickte schwach, als Leif von dem Mann berichtete, der Valda eventuell erkannt hatte. Es erfüllte ihn weder mit Schock noch mit Kälte, dass dieser Mensch nicht mehr war, denn es war eine Notwendigkeit, wenn es darum ging, das zu beschützen, was ihnen am Herzen lag. Was war ein Leben gegen ein anderes? Für ein reineres? Erik hätte ebenso keine Scheu gehabt – nicht einmal den Ansatz eines Zögerns –, wenn es sich dabei um seine eigene Tochter gehandelt hätte - unehelich hin oder her.
Leif als Vater war ein seltsames, aber zugleich schönes Bild für Erik. Augenblicklich wurde es warm in seiner Brust – allein bei der Vorstellung. Leifs Ruhe und das leise Senken seiner Stimme verliehen dem Moment eine ehrliche, beinahe zarte Note. Und obwohl Erik wusste, dass der Brünette einer der härtesten und größten Krieger des Winterlandes war, war es doch tröstlich zu sehen, dass auch er einen weichen Punkt hatte – einen, der nicht allein Erik galt. „Oh, ich bin gern die Ausrede dafür, dass du deine Tochter sehen kannst.“ Ein Lächeln kehrte auf Eriks Gesicht zurück, auch wenn er wusste, dass Leif und seine Tochter vermutlich niemals viel Zeit miteinander verbringen würden. Das Mädchen würde irgendwann erwachsen werden und wissen, wer er war, gewiss – doch es brauchte mehr als ein paar seltene Abende, um eine wirkliche Beziehung zu einem Kind aufzubauen. Wer wusste schon, ob sie sich überhaupt noch einmal wiedersehen würden?
„Erst ein Jahr? Dann scheint die Mutter wenig Interesse daran gehabt zu haben, dir Schwierigkeiten zu machen“, sagte der Hüne nachdenklich und neigte leicht den Kopf.
Das Reiseziel der Mutter ließ Erik erneut nicken.
„Eine Wölfin im Frühlingsland kann ich mir ja schon kaum vorstellen – aber in Castandor?“ Er schüttelte den Kopf und schnaubte leise.
Sein Blick blieb auf Leif ruhen; interessiert, und irgendwo auch verständnisvoll. Als der Brünette von ihrem Streit sprach und davon, wohin er danach geritten war, nagte tatsächlich ein schlechtes Gewissen an Erik. Er hätte Leif damals nicht allein lassen sollen – dieser Gedanke traf ihn nun mit unangenehmer Deutlichkeit. Er seufzte tief, trat einen Schritt näher und legte seine Hand kurz auf Leifs Schulter. „Es tut mir leid, dass ich nicht mitgegangen bin.“ Ein leises, ehrliches Bedauern schwang in seiner Stimme. „Aber ich bin stolz auf dich, dass du die Hexe nicht umgebracht hast.“ Ein vages Grinsen zuckte über seine Lippen. „Dann weißt du immerhin, woher die Mutter deiner Tochter ihren Biss hat“, murmelte er mit sanfter Ironie, ehe er schwieg.
Er wusste nicht, was er tun sollte.
Sein törichtes Herz würde wohl verlangen, dass er selbst nach ihr suchte. Doch sein Verstand erkannte die Hürden, die sich Leif in den Weg stellten – und die er nicht überwinden konnte. Der Krieg. Die Verpflichtungen.
„Zähneknirschend warten“, sagte er schließlich, ein unzufriedener Ausdruck lag in seinem markanten Gesicht. „Oder jemanden hinterherschicken, dem ich zu hundertfünfzig Prozent vertraue.“ Und in Eriks Fall wäre das Leif. „Du weißt, dass ich das für dich tun würde…“ Das Aber, das in seinen Worten mitschwang, gehörte jedoch dem Krieg.
Leif als Vater war ein seltsames, aber zugleich schönes Bild für Erik. Augenblicklich wurde es warm in seiner Brust – allein bei der Vorstellung. Leifs Ruhe und das leise Senken seiner Stimme verliehen dem Moment eine ehrliche, beinahe zarte Note. Und obwohl Erik wusste, dass der Brünette einer der härtesten und größten Krieger des Winterlandes war, war es doch tröstlich zu sehen, dass auch er einen weichen Punkt hatte – einen, der nicht allein Erik galt. „Oh, ich bin gern die Ausrede dafür, dass du deine Tochter sehen kannst.“ Ein Lächeln kehrte auf Eriks Gesicht zurück, auch wenn er wusste, dass Leif und seine Tochter vermutlich niemals viel Zeit miteinander verbringen würden. Das Mädchen würde irgendwann erwachsen werden und wissen, wer er war, gewiss – doch es brauchte mehr als ein paar seltene Abende, um eine wirkliche Beziehung zu einem Kind aufzubauen. Wer wusste schon, ob sie sich überhaupt noch einmal wiedersehen würden?
„Erst ein Jahr? Dann scheint die Mutter wenig Interesse daran gehabt zu haben, dir Schwierigkeiten zu machen“, sagte der Hüne nachdenklich und neigte leicht den Kopf.
Das Reiseziel der Mutter ließ Erik erneut nicken.
„Eine Wölfin im Frühlingsland kann ich mir ja schon kaum vorstellen – aber in Castandor?“ Er schüttelte den Kopf und schnaubte leise.
Sein Blick blieb auf Leif ruhen; interessiert, und irgendwo auch verständnisvoll. Als der Brünette von ihrem Streit sprach und davon, wohin er danach geritten war, nagte tatsächlich ein schlechtes Gewissen an Erik. Er hätte Leif damals nicht allein lassen sollen – dieser Gedanke traf ihn nun mit unangenehmer Deutlichkeit. Er seufzte tief, trat einen Schritt näher und legte seine Hand kurz auf Leifs Schulter. „Es tut mir leid, dass ich nicht mitgegangen bin.“ Ein leises, ehrliches Bedauern schwang in seiner Stimme. „Aber ich bin stolz auf dich, dass du die Hexe nicht umgebracht hast.“ Ein vages Grinsen zuckte über seine Lippen. „Dann weißt du immerhin, woher die Mutter deiner Tochter ihren Biss hat“, murmelte er mit sanfter Ironie, ehe er schwieg.
Er wusste nicht, was er tun sollte.
Sein törichtes Herz würde wohl verlangen, dass er selbst nach ihr suchte. Doch sein Verstand erkannte die Hürden, die sich Leif in den Weg stellten – und die er nicht überwinden konnte. Der Krieg. Die Verpflichtungen.
„Zähneknirschend warten“, sagte er schließlich, ein unzufriedener Ausdruck lag in seinem markanten Gesicht. „Oder jemanden hinterherschicken, dem ich zu hundertfünfzig Prozent vertraue.“ Und in Eriks Fall wäre das Leif. „Du weißt, dass ich das für dich tun würde…“ Das Aber, das in seinen Worten mitschwang, gehörte jedoch dem Krieg.
