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wars are won before the first battle is fought
15.08.1016 - 16:00
Zephyrs Arbeitszimmer | King's Portal
Zephyr Athanas Belisarius Caderitor

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Belisarius Caderitor
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#4
Wer war schon wirklich jemand, wenn man ständig seine persönliche Fassade wechselte. Belisarius hatte in diesem Augenblick des Gesichts eines Jedermanns, einer wenig besonderen Person, die man schnell vergaß. "Ein Geschäft basiert auf Vertrauen und Verpflichtung", sagte er nüchtern und gab den Sinn eines Vertrages wieder. "Ich bin bereit euch zu vertrauen," log er jedoch und lächelte halbseitig, wobei ersichtlich wurde, dass dieses Lächeln weniger wohlwollend gemeint war. Er vertraute keiner Person - und erst recht keiner staatlichen Autorität mit eigenen Abhängigkeiten und notwendigen Machtinteressen. Die Machtverhältnisse in Castandor waren kompliziert und gleichsam komplex, trotz noch gefestigter Herrschaft eines Großkönigs. Es gab Familien von Stand, es gab Familien ohne Titel, es gab Reichtum an Geld und es gab auch Reichtum an Ansehen oder politischer Macht; alles verzahnte sich über Verträge, Absichten und Interessen. Castandor war wahrlich kein leichtes Gefüge und doch war es in sich besonders, da es Familien, wie den Caderitors, immer mehr Macht einräumte, weil die Zentralgewalt des Reiches nicht mehr vollends durchsetzungsfähig war und der Zeitgeist seine eigenen Regeln setzte. Manchmal war der Zeitgeist auch ein unruhiger Geist, der stetige Veränderung verlangte, die eine dynastische Herrschaft kaum vermitteln konnte. Belisarius war sich bewusst, dass Castandor die Bank- und Kaufleute mehr brauchte, als jenen König oder die Hand, und war sich recht sicher, dass alsbald das Geld Herrschaft allein bestimmte und eine Erbfolge und mit ihr verbundene Ansprüche bedeutungslos waren. Doch musste man langsam spielen, die gegenseitigen Interessen und Abhängigkeiten erkennen sowie steuern. Macht war etwas, was stets errungen wurde, indem man sie verkaufte und wirksam schmiedete. Ansprüche schufen noch keine Macht, sondern mochten vielleicht ein Grundstein sein, um einen Weg gangbar zu machen aber es gab viele Wege zur Macht. Und fast alle waren kalt, grausam und selten gutherzig. Denn alles hatte seinen Preis.

Belisarius war inzwischen sehr gut darin, den Preis fest zu legen und - sofern notwendig- auch selbst zu entrichten. In jeglicher Form tat er das, was notwendig war. Doch war diese Notwendigkeit oft nur belangloser Selbstbetrug, denn allzu oft, war der Preis zu hoch für eine einzige Seele und so kostete es beständig Menschlichkeit, Macht zu erringen und Macht zu erhalten. Zephyr schien auf seine Position zu vertrauen, auf seine Geburt und sein Haus, und doch war auch er nur ein politischer Kaufmann, der mit seinen Spielsteinen spielte, wie es auch Belisarius tat aber Belisarius vertraute nicht auf sein Haus, nicht auf seine Geburt, sondern auf realweltliche Tatkraft und skrupellose Klugheit. Denn seine Familie hatte ihn eines gelehrt: Aufstieg oder Abstieg. Es gab keine verlässlichen Zusammenhänge, keine Rückfallebene und keine echten Sicherheiten. Belisarius war allein, vollkommen im Bewusstsein, nichts zu haben, außer jener Ambition und seinen eigenen Handlungen. Es war eine kalte Perspektive, doch hatte sie ihm gut zur Seite gestanden und ihn jetzt in eine Position gebracht, die einen König und seine Hand, zu einem Bittsteller für Dienstleistungen machte, die sie selbst nicht mehr erheben konnten. Dies wurde umso deutlicher, dass sich die Hand nicht einmal für Farynn interessierte und was er dort getan hatte. Es war egal, weil Belisarius anderswo gebraucht wurde. Eine Herrschaft ließ ihn frei gewähren, gab ihm nahezu Autorität über seine eigenen Wirkungskreise, egal, was er tat und ließ zu, dass er mit einer Waffe und Bewaffneten sein Handwerk verrichtete, ganz nach seinem Belieben, weil die Herrschaft glaubte, dass dies in ihrem Interesse war. Dabei war der Vertrag nur gut leserlich aber sicherlich nicht zu Gunsten des Großkönigs, denn eines machte er sicher: staatliche Gewalt ging an einen Kaufmann des Kriegs über. Ritter, gebunden durch Eid und Treue, verloren an Bedeutung gegenüber bezahlten Kriegern, die sich Söldner nannten. Belisarius akzeptierte dies, nutzte es kühl aus und machte sich augenscheinlich dienstbar, da die Verhältnisse nicht benannt werden mussten. "Ein Angebot sollt ihr erhalten," sprach er sehr langsam aus und überlegte bereits, was er vorschlagen musste und vielleicht sollte. "Die Vergrößerung der Kompanie und insbesondere der verfügbaren Gardetruppen für den Palast, wird jedoch durch Kurzfristigkeit teurer werden müssen, da unsere Manufakturen auch auf schnelle Lieferung an Rohstoffen angewiesen sind. Die Handlungsfähigkeit der gewünschten Dienstleistungen und Aufträge verlangt deutlich mehr Arbeitskraft und erhöht gleichzeitig den Bedarf an Menschen," erklärte er noch, um Zephyr nicht unvorbereitet in ein zukünftiges Angebot zu entlassen. Krieg war teuer, sehr teuer sogar und die sicherlich gute Dienstbarkeit der Caderitors kostete vielleicht sogar etwas mehr. "Wir sind aber, wie bereits bekannt, auch zu Krediten und Stundungen bereit, da wir wahrlich treu zu Castandor stehen," fügte er an und war etwas unehrlich. Sie waren nicht nur bereit, sondern wollten Castandor und seine Herrschaft nahezu in die Kredite zwingen, da diese langfristige Machtverhältnisse schufen und der Familie Caderitor dauerhaft Zugang bescherten. Es war ein Geschäft; noch dazu ein sehr gutes, da das Gegenüber in der aktuellen Lage kaum ablehnen konnte.

"Die Eskorte stellt kein Problem dar. Reiter stehen bereit," antwortete er die erste vorgeschlagene Mission und als Generalissimus war er in gewisser Hinsicht auch zur sofortigen Gefolgschaft verpflichtet. Immerhin war es auch seine eigentliche Arbeit. "Ariadne Trakas werde ich persönlich Schutz gewähren. Gleiches gilt für Prinz Endymion," versicherte er und gab damit eine vertragsgemäße Dienstpflicht ab, die er zu erfüllen gedachte. "Zur politischen Aufgabe kann ich sagen, dass dies kein Problem darstellt. Eine Ansprache wird meinen Männern leicht fallen. Ich gebe auch gerne eine umfassende Bewertung der Eignung des jungen Trakas ab, ob dieser sich als Fürst eignet und inwieweit er für unsere Interessen brauchbar ist," machte er sich zum Gehilfen von Zephyr und gab sogar offen zu, dass er sich auch als manipulativer Spion dienstbar machte. Es war ja kein Geheimnis, dass Macht immer auch eine gewisse Manipulation brauchte. Nicht jeder war dazu geeignet, in einer Hierarchie von Interessen unterworfen zu werden und manchmal war es besser, dies vorzeitig zu wissen, um die Pläne entsprechend anzupassen. Belisarius verstand da Zephyr nur zu gut. Der Wein in seiner Hand war recht verdünnt, schmeckte aber dennoch und Belisarius genoss ihn, da er doch etwas durstig war. Gespräche trockneten seine Zunge schnell aus. "Weiteres?" - fragte er, indem er sich erneut leicht vorbeugte und das Schauspiel unterstrich, sehr dienstbar und loyal zu sein, indem er Zephyr das Zepter der Agenda vollständig überließ.
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RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 28-02-2024, 21:14
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 03-03-2024, 21:05
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 11-03-2024, 23:45
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 20-03-2024, 00:30
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 27-03-2024, 20:48
RE: wars are won before the first battle is fought - von Belisarius Caderitor - 11-04-2024, 13:47

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