14-02-2026, 07:56 - Wörter:
Dass Ivar seine Meinung nicht mit einem Blatt vor dem Mund versteckte, sondern damit hausieren ging, wann immer er Lust drauf hatte, war all denen längst bekannt, die in den Genuss gekommen waren, länger mit ihm zutun zu haben. Diese Gruppe, wenn er sie denn so nennen konnte, hatte lediglich bisher das Glück gehabt, dass er nicht wirklich das Bedürfnis gehabt hatte, sich mit ihnen anzulegen. Er war noch dabei, herauszufinden, ob er sie für tauglich hielt, oder eben für eine unnütze Last am Bein, und hielt sich deswegen als Neuling im Hintergrund, um sie zu beobachten. Kalkül? Wohl kaum. Wär ja noch schöner, wenn Ivar sich mit sowas beschäftigte, was die Sesselpupser da oben Ränkespiele nannten. Im Prinzip war er nichts anderes als ein Wolf, der einem neuen Pack zugelaufen war und nun abschätzte, wie gut seine Überlebenschancen hier waren.
Und Maria, oder wie sie hieß, war leider die erste, die erfuhr, was es hieß, wenn er sich seine Meinung gebildet hatte.
Die Antwort des Mädchens sorgte erst dafür, dass sich Ivars Grinsen nur vertiefte, die kleine, triumphale Freude darüber, dass sie wenigstens zugab, sie würde im Weg stehen. Dann zuckte er mit den Schultern und trat an die Stelle, wo sie eben noch gestanden hatte. Er hätte sie wohl zur Seite geschoben, hätte sie den Weg nicht geräumt. So aber ging er lediglich in die Hocke und besah sich die Stelle, die sie eben versucht hatte zu deuten.
Es war das erste Mal, dass Ivar tatsächlich seinen eigenen Bogen von der Schulter zog und die Sehne locker mit zwei Fingern spannte. Ruhig erhob er sich in der gewohnten Routine eines Jägers, der wusste, wie man mit der Umgebung verschmolz und Teil des Geästs wurde.
Und Maria, oder wie sie hieß, war leider die erste, die erfuhr, was es hieß, wenn er sich seine Meinung gebildet hatte.
“Und was kannst du gut?”
, fragte er prompt mit diesem dreckigen, provokanten Grinsen in der Stimme, als würde er ihr absichtlich auf de Knochen fühlen. Sie absichtlich herausfordern, die sie doch kleiner, jünger, schwächer und weit weniger erfahren war als er. Das Leben war nicht fair - man fragte sicher auch kein Rehkitz, ob es jetzt von einem ausgewachsenen Berglöwen gejagt werden wollte, nur weil es nicht so schnell war und weniger Kraft hatte.Die Antwort des Mädchens sorgte erst dafür, dass sich Ivars Grinsen nur vertiefte, die kleine, triumphale Freude darüber, dass sie wenigstens zugab, sie würde im Weg stehen. Dann zuckte er mit den Schultern und trat an die Stelle, wo sie eben noch gestanden hatte. Er hätte sie wohl zur Seite geschoben, hätte sie den Weg nicht geräumt. So aber ging er lediglich in die Hocke und besah sich die Stelle, die sie eben versucht hatte zu deuten.
“Sieh zu und lerne”
, gab er von sich und schob das nasse Laub ein wenig zur Seite, um einen Klauenabdruck in der feuchten Erde freizulegen. Nicht nur einen, wenn man genau hinsah. Die zertretenen Zweige und flach getretenen Moosgräser zeugten davon, dass mehrere Tiere hier entlang gelaufen waren. Nun, wenigstens hatte Marina den richtigen Riecher gehabt, wo sie etwas hätte finden können.“Eine Wildschweinherde. Wenn wir Glück haben, finden wir eine Kuh, die wir isolieren können. Mit Keilern solltest du dich nicht anlegen, wenn du keinen Höhenvorteil hast und nicht weißt, wohin du zielen sollst.”
Ivars Stimme war leiser geworden, nun, wo er sich tatsächlich mal Mühe gab und sich vornahm, etwas zum Abendessen beizutragen. Waren sie zu laut, würden sie die Herde aufscheuchen. Vielleicht hatten sie es schon getan. Skeptisch schaute der Söldner rüber zu den Dolchen, die an der Hüfte seiner Begleitung ruhten. “Damit kommst du nicht weit. Hast du keinen Bogen?”
, beschwerte er sich ungefiltert. Eigentlich machte es auch keinen Unterschied; mit Bogen würde sie ihm vermutlich mehr im Weg sein, als ohne.Es war das erste Mal, dass Ivar tatsächlich seinen eigenen Bogen von der Schulter zog und die Sehne locker mit zwei Fingern spannte. Ruhig erhob er sich in der gewohnten Routine eines Jägers, der wusste, wie man mit der Umgebung verschmolz und Teil des Geästs wurde.
“Tritt in meine Fußspuren”,
deutete er ihr und bewegte langsam in Richtung der Fußspuren, die schwache Brise begrüßend, die frontal an seinen Wangenknochen rieb. Gut. Er war nicht sonderlich erpicht darauf, dass die Wildschweine sie witterten, bevor die Herde überhaupt in ihr Blickfeld treten würde.
