02-03-2026, 08:12 - Wörter:
Zugegeben, Mia lernte schnell, nicht mehr im Weg zu sein. Ivar bemerkte sie kaum in seinem Rücken, wenn auch nur dem Überlebensinstinkt geschuldet, dass er keinem Menschen mit Waffen gerne den Rücken zukehrte. Selbst ein kleines Mädchen mit Dolchen konnte versehentlich Punkte treffen, die ihn hier an Ort und Stelle ausbluten ließen, was der einzige Grund war, warum er hin und wieder einen Blick über seine Schulter warf. Sie waren beide in Schweigen verfallen; er, weil er sich auf die Jagd konzentrierte, sie, weil sie es ihm gleich tat. Das war mal etwas, was sie gut konnte. Ruhig sein, wenn es drauf ankam. Ob sie es wusste oder nicht, irgendwann würde ihr das vermutlich das Leben retten.
Je weiter sie voran pirschten, desto offensichtlicher wurden die Spuren einer kleinen Wildschweinherde. Hier Fußspuren von mehr als zwei Hufparen, dort ein abgegessener Busch. Ivar deutete still auf die Lebenszeichen, die er fand, damit sein Anhängsel sich all das gut einprägen und vielleicht daraus lernen konnte. Tat ihm selbst schließlich auch nicht gut, immer Aufpasser für kleine Mädchen zu spielen, die nicht wussten, wie man in der Wildnis überlebten.
Schließlich erreichten sie eine kleine Lichtung mit teilweise abgetrampeltem Gras und der Söldner wusste sofort, dass die Herde vor kurzem noch hier gewesen war. Er spielte mit seinem Glück, das wusste er, als er dem Mädchen hinter sich deutete, auf einen der Bäume zu klettern. Konnte sie doch, oder nicht? Die Augenbraue nur kurz herausfordernd gehoben, wartete er nicht lange, bevor er seinen Bogen selbst über die Schulter spannte und den nächsten Baum in Angriff nahm. Seine Griffe waren sicher, fanden in dem Dämmerlicht die richtigen Vorsprünge und die Kraft in seinen Armen war genug, um sich ohne Probleme auf den nächsten stabilen Ast zu ziehen, wo er sich sitzend positionierte, die Beine für Stabilität um das Holz verschränkte und wartete. Es war nur eine Frage der Zeit, auch wenn ihnen leider nicht viel Zeit übrig blieb, wenn man das schwindende Sonnenlicht bedachte, das immer mehr von den scharfen Umrissen des Geästs mit sich nahm.
Heofaders kleiner, stinkender Finger schien heute aber auf die beiden zu zeigen und den Söldner mit etwas Glück zu betrauen; konnte sich Heofader halt auch für wichtige Momente aufsparen, aber das war halt die Ironie von Ivars Leben. Immer Glück dann, wenn er es nicht unbedingt brauchte; heute wohl in der Form von einem Rascheln im Geäst. Ivars Sinne schärften sich, während er den Pfeil erneut locker auf der Sehne spannte. Er wartete, bis das Rascheln zu einer Bewegung passte, die in der Dunkelheit leider kaum noch auszumachen war. Das Fell eines Keilers hob sich vom Boden ab. Er hielt den Atem an und spannte die Sehne lautlos, bis sie in seinem festen Griff zitterte.
Leider hatte der Keiler keine Ahnung, was dort oben auf ihn wartete.
Die Sehne surrte und der Pfeil fand sein Ziel im buschigen Nacken des Tieres. Ein Quietschen erschütterte die Ruhe des Waldes und der Keiler büchste aus, ohne zu wissen, in welche Richtung er seine Panik richten sollte. Knapp schoss ein zweiter Pfeil an ihm vorbei, als er abrupt die Richtung wechselte und durchs Geäst preschte. Ivar atmete aus, etwas unzufrieden, hob allerdings die Hand und deutete seiner Begleitung, noch auf dem Baum zu bleiben. Zusammen lauschten sie, wie das Rascheln und Quieken sich entfernte, wieder näher kam, die letzten Minuten eines verwundeten Tieres, das die Orientierung verloren hatte.
Schließlich war es still im Wald. Die letzten Sonnenstrahlen vom Laub verschluckt, ließ der aufgehende Mond nur noch Umrisse von ihrem Umfeld erkennen, als Ivar sich endlich regte und Anstalten machte, von seinem Ast runter zu klettern. Unten angekommen, wandte er sich zum ersten Mal wieder an Miri mit einem Raunen, um nicht doch noch irgendwelche Tiere aufzuscheuchen, mit denen sie jetzt lieber keine Bekanntschaft machen wollten.
Je weiter sie voran pirschten, desto offensichtlicher wurden die Spuren einer kleinen Wildschweinherde. Hier Fußspuren von mehr als zwei Hufparen, dort ein abgegessener Busch. Ivar deutete still auf die Lebenszeichen, die er fand, damit sein Anhängsel sich all das gut einprägen und vielleicht daraus lernen konnte. Tat ihm selbst schließlich auch nicht gut, immer Aufpasser für kleine Mädchen zu spielen, die nicht wussten, wie man in der Wildnis überlebten.
Schließlich erreichten sie eine kleine Lichtung mit teilweise abgetrampeltem Gras und der Söldner wusste sofort, dass die Herde vor kurzem noch hier gewesen war. Er spielte mit seinem Glück, das wusste er, als er dem Mädchen hinter sich deutete, auf einen der Bäume zu klettern. Konnte sie doch, oder nicht? Die Augenbraue nur kurz herausfordernd gehoben, wartete er nicht lange, bevor er seinen Bogen selbst über die Schulter spannte und den nächsten Baum in Angriff nahm. Seine Griffe waren sicher, fanden in dem Dämmerlicht die richtigen Vorsprünge und die Kraft in seinen Armen war genug, um sich ohne Probleme auf den nächsten stabilen Ast zu ziehen, wo er sich sitzend positionierte, die Beine für Stabilität um das Holz verschränkte und wartete. Es war nur eine Frage der Zeit, auch wenn ihnen leider nicht viel Zeit übrig blieb, wenn man das schwindende Sonnenlicht bedachte, das immer mehr von den scharfen Umrissen des Geästs mit sich nahm.
Heofaders kleiner, stinkender Finger schien heute aber auf die beiden zu zeigen und den Söldner mit etwas Glück zu betrauen; konnte sich Heofader halt auch für wichtige Momente aufsparen, aber das war halt die Ironie von Ivars Leben. Immer Glück dann, wenn er es nicht unbedingt brauchte; heute wohl in der Form von einem Rascheln im Geäst. Ivars Sinne schärften sich, während er den Pfeil erneut locker auf der Sehne spannte. Er wartete, bis das Rascheln zu einer Bewegung passte, die in der Dunkelheit leider kaum noch auszumachen war. Das Fell eines Keilers hob sich vom Boden ab. Er hielt den Atem an und spannte die Sehne lautlos, bis sie in seinem festen Griff zitterte.
Leider hatte der Keiler keine Ahnung, was dort oben auf ihn wartete.
Die Sehne surrte und der Pfeil fand sein Ziel im buschigen Nacken des Tieres. Ein Quietschen erschütterte die Ruhe des Waldes und der Keiler büchste aus, ohne zu wissen, in welche Richtung er seine Panik richten sollte. Knapp schoss ein zweiter Pfeil an ihm vorbei, als er abrupt die Richtung wechselte und durchs Geäst preschte. Ivar atmete aus, etwas unzufrieden, hob allerdings die Hand und deutete seiner Begleitung, noch auf dem Baum zu bleiben. Zusammen lauschten sie, wie das Rascheln und Quieken sich entfernte, wieder näher kam, die letzten Minuten eines verwundeten Tieres, das die Orientierung verloren hatte.
Schließlich war es still im Wald. Die letzten Sonnenstrahlen vom Laub verschluckt, ließ der aufgehende Mond nur noch Umrisse von ihrem Umfeld erkennen, als Ivar sich endlich regte und Anstalten machte, von seinem Ast runter zu klettern. Unten angekommen, wandte er sich zum ersten Mal wieder an Miri mit einem Raunen, um nicht doch noch irgendwelche Tiere aufzuscheuchen, mit denen sie jetzt lieber keine Bekanntschaft machen wollten.
“Willst du dich dran versuchen, ihn zu finden?”
, fragte er mit seiner unterschwelligen, typischen Provokation in der Stimme, während er seine Hände vor der Brust verschränkte. Ein Test, sozusagen, ob sie aufgepasst hat. Blutspuren waren ohnehin sehr viel leichter zu finden als kleine Lebensanzeichen von Tieren, die nicht wussten, dass sie gejagt wurden.
