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Where the light fades
02.09.1016 - 16:00
Markt in Wintergard

Winterland
Sanna Lorenson
Winterland
Alter 22
Beruf Jägerin
Wohnort Rabenrast
Stand Ledig
User Natsch
#14
Sannas Blick ruhte auf Veith und nahm jede noch so kleine Regung in seinem Gesicht wahr. Da war dieses kaum merkliche Zucken seiner Mundwinkel, ein Anflug von wissendem Amüsement, das über seine Züge huschte, als hätte er ihre Gedanken längst durchschaut.
„Hmhm“
, machte die junge Jägerin leise und spürte, wie sie sich für einen Augenblick vielleicht ein wenig zu sehr bestätigt fühlte in ihrer Haltung. Schließlich sagte er, dass seine Worte keineswegs beleidigend gegenüber den Frauen ihres Landes gemeint gewesen seien. Und sie glaubte ihm – zumindest wollte sie das. Denn es fiel der jungen Blondine schwer, sich Veith an der Seite einer Frau aus dem Frühlings- oder gar dem Sommerland vorzustellen. Der Gedanke wirkte fremd, beinahe unstimmig, als gehöre er nicht in das Bild, das sie unwillkürlich von ihm gezeichnet hatte. Doch bei Leif hätte sie wohl einst dasselbe gedacht. Und dieser Gedanke ließ etwas in ihr still werden.
„Und doch wundert es mich...“
, begann Sanna, ein schiefer Zug umspielte ihre Lippen und verriet ihre eigene Belustigung,
„... dass dieser Wille, sich zu nehmen, was man will, bei den Männern Norsteadings noch immer auf Überraschung stößt.“
Sie warf ihm einen kurzen Seitenblick zu, in dem es gefährlich hell aufblitzte, ehe sie beinahe unschuldig die Schultern hob und zu ihm aufsah. Die Geste wirkte harmlos – doch in ihren Augen lag alles andere als Zurückhaltung. Es war kein offener Angriff, kein wirklicher Vorwurf. Eher eine Herausforderung. Eine Einladung, die Worte weiterzuspinnen – oder sich an ihnen zu reiben.

Noch während sie das Haus ihrer Freundin betrat, spürte sie die sanfte Berührung seiner Finger an ihrer Wange – so flüchtig und doch so eindringlich, als hätte er eine leise, glühende Spur auf ihrer Haut hinterlassen. Es war kein festhaltender Griff, kein fordernder Anspruch. Nur ein Streifen seiner Finger – und doch brannte er wie warme Kohlen unter winterkalter Haut.
Sanna spürte, wie das Gefühl vom Vorabend erneut in ihr auflodern wollte. Doch sie unterband es, so wie man ein Feuer daran hindert, sich auszubreiten – indem man es mit schweren Steinen umstellt, ihm die Luft nimmt und die Flammen zwingt, unter der Oberfläche zu glimmen. Es war noch da. Warm. Beharrlich. Aber sie erlaubte ihm nicht, größer zu werden. Nicht unter den wachsamen Blicken seiner Schwester.
Als Veith das Haus betrat, spürte Sanna diesen leisen Zug in seine Richtung – kaum merklich, und doch deutlich genug, um sie innerlich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Sie kam sich töricht vor, beinahe albern, als würde ihr eigener Körper sie verraten und sie ungeschützt den Wölfen – oder schlimmer noch, Helvis wachsamem Blick – zum Fraß vorwerfen. Sie warf dem Krieger nur einen flüchtigen Blick über die Schulter zu, schnell genug, um es beiläufig wirken zu lassen, und doch lang genug, um sich seiner Gegenwart zu vergewissern. Dann wandte sie sich wieder dem Tisch zu.
Valda streckte ihr frech die Zunge heraus. Sanna schnitt ihr eine ebenso kindische Grimasse, dankbar für die Leichtigkeit dieses Moments. Doch tief in ihr wusste sie: Der Winter mochte draußen herrschen – aber in ihr war etwas erwacht, das sich nicht so einfach einfrieren ließ.
„Und lächle bloß nicht – das könnte Helvi heute auch übel aufstoßen“
, warnte sie Veith mit kaum verhohlener Belustigung. Kaum hatte sie die Worte ausgesprochen, segelte auch schon das Tuch, das eben noch auf Helvis Schultern geruht hatte, quer durch den Raum auf sie zu. Lachend wich Sanna aus. Ein warmes, beinahe versöhnliches Lächeln lag in ihrem Blick, als sie der Älteren ansah. „Du bist frech“, schimpfte Helvi und schnaubte, doch selbst in ihrer Strenge lag ein Hauch von Zuneigung. Sanna neigte nur unschuldig den Kopf, während ihre Augen verrieten, dass sie dieses kleine Gefecht genoss.

Als Veith sich ihr gegenüber niederließ, spannte sich die Muskulatur in Sannas Rücken unwillkürlich an. Ihr Atem ging einen Moment tiefer, beinahe verräterisch, ehe sie den Blick senkte und sich dem Topf zuwandte, den Helvi mit klirrendem Geräusch vor ihnen auf den Tisch stellte.
Der Duft von Eintopf und Feuerrauch stieg auf, während sich jeder schweigend bediente. Er hätte sich ebenso gut an die andere Seite des Tisches setzen können. Es hätte nichts Auffälliges gehabt. Nichts, das Fragen aufgeworfen hätte. Doch er tat es nicht. Ähnlich wie gestern Nacht. Vielleicht war es Zufall. Vielleicht Gewohnheit. Oder vielleicht war es eine Entscheidung. Sanna konnte sich jede Möglichkeit vorstellen.
Ihr Blick glitt auf den Teller vor ihr, und sie begann zu essen, als gälte ihre volle Aufmerksamkeit dem dampfenden Eintopf. Doch unter dem schmalen Tisch, der sie voneinander trennte, meinte sie seine Wärme zu spüren – nah genug, um sie nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Gleichzeitig fühlte sie Helvis Blick, der wachsam zwischen ihnen hin und her pendelte.
Sanna rührte gerade mit dem Löffel in ihrem Eintopf, als Veiths Stimme sich über die angespannte Stille legte. Sie presste die Lippen aufeinander, um nicht zu lachen. Es war beinahe so, als stünde ein Ochse mitten im Raum – groß, unübersehbar und fehl am Platz – und keiner von ihnen sprach ihn an, ignorierte ihn aber auch nicht.
„Der Eintopf ist wirklich köstlich, Helvi. Du solltest ihn selbst einmal probieren“
, räusperte sich Sanna und zwang ihre Stimme in gesittete Bahnen.
Beinahe beiläufig schob sie beim Sprechen ihr Bein ein Stück vor – gerade weit genug, um seines zu streifen. Flüchtig. Zufällig. Eine kleine, selbstgewählte Strafe. Doch dieses Schicksal hatte er sich selbst ausgesucht – schließlich herrschte freie Platzwahl.
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Where the light fades - von Veith Alvarsson - 22-06-2025, 11:19
RE: Where the light fades - von Sanna Lorenson - 25-06-2025, 22:53
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RE: Where the light fades - von Veith Alvarsson - 28-02-2026, 09:46
RE: Where the light fades - von Sanna Lorenson - Gestern, 15:40

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