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Only a Monster can kill a Monster
12.11.1016 - 17:00
Wald im Norden von Farynn

Heimatlose
Mira Falren
Heimatlose
Alter 21
Beruf Gauklerin
Wohnort Heimatlos
Stand Ledig
User Ana
#8
Mira hatte irgendwann aufgehört, darüber nachzudenken, ob sie ihm folgte oder ihm etwas beweisen wollte. Beides fühlte sich gleich an. Jeder Schritt war bewusst gesetzt, jede Bewegung kontrolliert genug, um nicht aufzufallen, aber nicht so steif, dass sie auffiel. Sie wusste, dass er sie im Blick behielt, auch wenn er es nicht ständig zeigte. Dieses gelegentliche Zurücksehen, kurz, prüfend. Es war keine Fürsorge. Es war Kalkül. Und sie verstand es. Sie verstand auch, dass sie gerade etwas richtig machte. Das Geräusch ihrer Schritte war leiser geworden. Ihr Atem ruhiger. Sie sprach nicht. Fragte nicht. Unterbrach nicht. Stattdessen sah sie, wohin er deutete, folgte seinen Gesten, ohne sie zu kommentieren. Mehr Spuren. Mehr Hinweise. Mehr von diesem stillen System, das sie erst begann zu begreifen. Abgeknickte Zweige. Aufgewühlte Erde. Ein Busch, der nicht einfach nur leer war, sondern abgefressen. Sie zwang sich, nicht nur hinzusehen, sondern zu erkennen. Zusammenhänge zu ziehen, auch wenn sie noch unsicher waren. Eine Herde. Sie sagte es nicht laut, aber der Gedanke formte sich klar in ihrem Kopf. Mehrere Tiere, Bewegung, Richtung. Ihr Blick wanderte weiter, suchte nach dem, was er vielleicht als Nächstes zeigen würde, bevor er es überhaupt tat. Es war ein leiser Ehrgeiz, der sich in ihr regte. Kein Trotz. Eher der Wunsch, nicht völlig fehl am Platz zu sein. Als sie die Lichtung erreichten, blieb sie automatisch stehen. Ihr Blick glitt über das niedergetretene Gras, über die Spuren, die deutlicher waren als alles zuvor. Frisch. Nicht alt. Ihr Herz schlug schneller, diesmal nicht nur vor Anspannung, sondern auch vor etwas anderem. Erkenntnis. Sie war hier nicht völlig verloren. Seine Geste verstand sie sofort, auch ohne Worte. Baum. Für einen kurzen Moment zog sich etwas in ihr zusammen. Höhe bedeutete Kontrolle, ja. Aber auch Risiko. Sichtbarkeit. Ein falscher Griff, ein Abrutschen, und sie wäre nicht nur laut, sondern verletzt. Nutzlos. Ihr Blick huschte den Stamm hinauf, suchte nach Halt, nach Struktur, nach etwas, das sie greifen konnte. Er wartete nicht. Natürlich nicht. Also tat sie es. Sie trat näher, legte die Finger an die raue Rinde, spürte die Feuchtigkeit darin. Ihr erster Griff war vorsichtig, prüfend. Der zweite fester. Sie zog sich hoch, spürte sofort, wie ihre Arme protestierten, wie ihre Füße nach Halt suchten. Nicht elegant. Nicht schnell. Aber ausreichend. Sie hatte oft genug zugesehen, hatte sich gemerkt, wo andere ansetzten, wie sie ihr Gewicht verlagerten. Jetzt setzte sie es um. Unsauber, aber funktionierend. Der Ast, den sie schließlich erreichte, war stabil genug. Sie zog sich darauf, hielt sich einen Moment länger fest, als nötig gewesen wäre, bevor sie sich setzte. Ihr Atem ging schneller, doch sie zwang ihn zur Ruhe. Kein Geräusch. Nicht jetzt. Von hier oben wirkte der Wald anders. Offener und gleichzeitig unübersichtlicher. Schatten verschluckten Formen, Lichtreste zeichneten nur noch Konturen. Sie sah zu ihm, wie selbstverständlich er sich positioniert hatte, wie ruhig, wie sicher. Also tat sie es ihm gleich. Beine enger an den Ast, Gewicht ausbalancieren, ruhig bleiben. Als das Rascheln kam, spannte sich ihr ganzer Körper an. Sie sah nichts zuerst, nur Bewegung im Unterholz, nur das leise Verschieben von Schatten. Dann erkannte sie die Form. Das dunkle Fell, das sich vom Boden abhob. Groß. Schwer. Lebendig. Ihr Atem stockte. Sie beobachtete ihn aus dem Augenwinkel, wie er die Sehne spannte, wie sein Körper still wurde, fast eins mit dem Baum. Sie hielt ebenfalls den Atem an, als würde jede Bewegung von ihr den Moment stören. Dann das leise Surren. Der Treffer. Das Quieken ließ sie unwillkürlich zusammenzucken, auch wenn sie sich sofort wieder fing. Das Tier brach aus, schnell, chaotisch, schwer zu verfolgen in der Dunkelheit. Der zweite Pfeil verfehlte sein Ziel, und für einen Moment war da nur Bewegung, Lärm, Unordnung. Dann wurde es wieder still. Mira blieb, wo sie war, so wie er es angedeutet hatte. Sie lauschte. Versuchte, die Richtung zu halten, die Geräusche einzuordnen, sich zu merken, wohin das Tier verschwunden war. Rechts. Dann weiter nach vorn. Ein kurzer Wechsel. Sie wiederholte es in Gedanken, prägte es sich ein, als hinge etwas davon ab. Als er sich schließlich bewegte, löste auch sie sich vorsichtig von ihrem Platz. Der Abstieg war leichter als der Aufstieg, wenn auch nicht viel eleganter. Ihre Hände fanden Halt, ihre Füße suchten den Boden, bis sie wieder im weichen Matsch stand. Der Geruch von Erde und etwas Metallischem lag schwerer in der Luft jetzt. Seine Stimme ließ sie aufsehen. Ein Test. Natürlich. Mira sagte nichts sofort. Ihr Blick glitt über den Boden, suchte nach dem Offensichtlichen, aber auch nach dem, was sie eben erst gelernt hatte. Nicht nur schauen. Lesen. Blut würde leichter sein, hatte er gesagt. Sie trat einen Schritt vor, ging in die Hocke, ohne ihn anzusehen. „Er ist nach rechts ausgebrochen“, sagte sie leise, mehr zu sich selbst als zu ihm. Ihr Finger deutete auf eine dunklere Stelle im Boden, kaum sichtbar im schwachen Licht. „Und dann weiter… da.“ Sie richtete sich nicht sofort auf. Ihr Blick blieb auf den Spuren, suchend, prüfend. Unsicher, aber nicht zögerlich. „Ich kann es versuchen.“
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RE: Only a Monster can kill a Monster - von Mira Falren - 29-03-2026, 22:43

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