Kurzbeschreibung
Alles begann mit einem Traum. So erzählt es Rhiannon, wenn jemand sie danach fragt, wann sie wusste, dass sie ihr Leben dem Heilen von Menschen widmen wolle. Einst erschien ihr die Große Mutter im Schlaf und bereitete den Weg für ihr weiteres Leben. Dass sich gerade zu dieser Zeit eine Wanderheilerin in ihrer Stadt aufhielt, deren kundiges Wissen über Kräuter und Salben das Mädchen sehr faszinierte, spielte sicher hinein, es klingt aber weniger spannend.
Rhia entstammt einer Beraterfamilie aus Béalport, die loyal am Fürstenhof dienen, und damit zur privilegierten Gesellschaftsschicht, die ihr ermöglichte, Wissen über die Grundbildung hinaus zu erlangen. Schon früh war sie sehr wissbegierig, hing der Köchin und ihrer Tante, die selbst ein rudimentäres Wissen an Kräuterkunde besaß, an den Lippen und verband den armen Hauskater und ihren Geschwistern bei jeder Gelegenheit und jedem imaginären Gebrechen, dass sie ihnen andichtete.
Als besagte Heilerin für eine Weile in ihrer Heimat verweilte, suchte das damals 16-jährige Mädchen sie oft auf, stellte viele Fragen und bat ihre Eltern schließlich, sich der Wandernden anschließen und von ihr lernen zu dürfen. Es bedurfte viel Bitten und Flehen, denn die Eltern ließen ihr Kind nur ungern ziehen. Nicht, weil sie die Heilkunst nicht als würdige Profession ansahen, sondern um des Mädchens willen. Doch schließlich gab man dem Wunsch Rhiannons nach und so tauschte sie das Stickzeug gegen eine Sichel und würde neben Kräutern Nadel und Faden fortan vorwiegend aus anderen Gründen anwenden.