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child, heed wisdom's call
05.08.1016 - 23:30
Alys Gemächer | Ceridwens Heiligtum | Farynn
Alys Flachnàn Glynis Flachnàn

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Glynis Flachnàn
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#2
Zeit war eine delikate Angelegenheit, so auch für Glynis, die gerade mehr Zeit hatte, und diese für sich zu gestalten gedachte. Doch, wie so oft im Leben, was mit vielen anderen Menschen geteilt wurde, wurde die Zeit anders verplant, überworfen und neue Einladungen ausgesprochen. Nicht einmal Zeit für ein wenig Freizeit am Abend blieb, und so war Glynis über die Vorladung ihrer Mutter ungehalten. Nicht, weil sie Alys nicht sehen wollte, sondern viel mehr darüber, dass sie sich auf freie Gespräche oder die Vorbereitung eines Duftöls gefreut hatte. Mit ihrer Mutter waren die Gespräche nie leicht, sondern merkwürdig belastet. Glynis trat gelangweilt und leicht trotzig über die Wege, nachdem sie von der Dienerin abgeholt worden war. Diese ging schweigsam vorweg, was Glynis ebenso störte. Nicht einmal hier konnte sie jetzt frei sprechen, da diese dumme Dienerin eine eifrige Schweigerin war. Manche Gelübde erschienen ihr selbst reichlich sinnlos und sogar grausam. Warum tat man sich selbst das an? Blinder Glaube und somit Dummheit waren hier für Glynis naheliegend. (Wobei selbst auch irgendwie glaubte aber nur nicht blind.) Glynis sprach diese Kritik aber nicht aus, dachte sie nur insgeheim und tat, wie immer folgsam; auch wenn man ihr ansehen konnte, dass es ihr gar nicht beliebte. Endlich gelangten sie zu den, aus Glynis Perspektive, sehr selbstgerecht prächtigen Gemächern ihrer Mutter. Es war eine elende Frechheit, dass sie anders hausen musste und ihre Mutter - ihr eigene Mutter! - diesen für sie Palast beziehen dürfte. Es war ungerecht, nicht weil Glynis besonders glücklich mit mehr Platz war, sondern weil sie einfach übersehen wurde, von ihrer eigenen Mutter. Wie oft war sie hier gewesen, hatte sich oft geärgert und oft waren hier auch Gespräche geführt worden, die keine positive Erinnerung weckten. Eigentlich immer sprachen sie an diesem Ort über Dinge, die Glynis gerade nicht hören wollte oder nicht besprechen konnte. Doch ihre Mutter verstand nicht. Sie verstand einfach nicht, was eine junge Frau auch anderes wollen könnte, als Priesterin zu werden. Die Dienerin nickte ihr höflich zu, tat auch blind unterwürfig ihr gegenüber, was wenigstens einen kleinen Schatz der Selbstachtung entwarf. Glynis war dankbar dafür, dass sie wenigstens von dieser Person anerkannt wurde.

Immerhin war sie Priesterin und hatte mit der Göttin selbst gesprochen. Die Dienerin entfernte sich auf einen Handzeig von Glynis zur Portaltür ihrer Hohepriesterin, wobei Glynis die Gelegenheit nutzend kurz ihre linke Hand betrachtete. Dabei entging ihr das leise Klopfen der religiösen Handlangerin. War dort ein Nagel eingerissen? Dabei pflegte sie ihre Hände doch mit Ölen und Salben, hatte sogar die fremde Sitte aus dem Sommerland übernommen, ihre Nägel mit Farben zu färben. Purpur-Schwarz, gewonnen aus einer Schnecke, Kräutern und einem Steinmehl, war gerade ihr Favorit. Nein, ihre Nägel waren soweit intakt. Glynis kratzte sich nervös am Kinn, mit jener Hand, die sie gerade betrachtet hatte. Sie wollte nicht eintreten. Nervös zog sie mit beiden Händen an ihrer Robe. Wieder dieser Duft. Machte ihre Mutter wieder in Kräutern? Ja, sie tat es und das war ein klares Signal, dass es wieder eines dieser ernsten Gespräche war. Ihre Mutter war leider sehr berechenbar, da sie zu bekannten Riten griff und diese immer wiederholte. Glynis musste also durch ihre eigene Unaufmerksamkeit annehmen, dass Alys ihre kleinen Schritte gehört hatte. Glynis war sich sicher, dass ihre Mutter gefährlich gute Ohren besaß. Sie bat sie direkt hinein. Die Dienerin, welche die Tür geöffnet hatte, nickte wieder wortlos auf die Aufforderung der Hohepriesterin. Der Name der Dienerin verflog für Glynis leider schneller, als dieser furchtbare Dunst im Raum. Warum wählte sie eigentlich immer diese Mischung? Es gab doch immer Alternativen, nein, ihre Mutter griff immer zu Altbewährtem. Keinerlei Abweichung. Glynis rollte mit den Augen, als die Dienerin sich entfernt hatte und die Tür geschlossen hatte. Jetzt war sie allein mit dieser zeremoniellen Mutter, die mal wieder nicht einfach nur Mutter sein konnte. Nein, wieder Aufführung, Ritus und Selbstdarstellung. Gut, sie würde hier kontern und ihr zeigen, dass auch sie inzwischen das Spiel kannte. Mit einer schwungvollen Bewegung trat Glynis weiter in den Raum. "Wie immer...," schimpfte Glynis mit zurückgesetzter Stimme. "... wie immer die gleiche Aufführung... und die gleichen Kräuter, wirklich, Mutter?" - fragte sie und machte dabei mit weiten einen Armen eine enttäuschte Geste, fast theatralisch. Glynis führte danach einen rituellen Gruß aus, der ihr als Hohepriesterin galt, indem sie ihre Hand an ihr eigene Stirn legte und dann einen Kreis zeichnete, den sie ihr dann zu Füßen legte, indem sie einen eleganten Knicks vollführte. Die Geste war aber so übertrieben dargeboten, dass ihre Scheinheiligkeit feststand. "Ich grüße dich," sagte sie schließlich, strich sich eine verfallene Strähne aus ihrem Gesicht und wartete auf die üblichen Gespräche. Ein wenig hoffte sie ja, dass sie einmal mehr echte Mutter wäre und sich der Wahrheit stellen würde, dass es mehr bedeutete, eine Mutter zu sein, als stures Ritual und Glauben zu leben. Sie wollte echte Worte, ein echtes Gespräch auf Augenhöhe und jedwedes Ritual sollte mal für einen Moment fernbleiben. Was Glynis leider nicht verhindern konnte, die Kräuterdämpfe wirkten und eine gewisse Beruhigung trat ein, so dass sich ihre Atmung tatsächlich ein wenig beruhigte. Glynis war halt machtlos gegen die Natur, auch wenn sie diesen Kampf gerade kämpfen wollte. "Was möchtest du?" Glynis atmete tief ein und stellte fest, dass sie wohl etwas zu viel Thymian verwendet hatte. "Zu viel Thymian," meinte sie beifällig und blickte Alys dann mit ihrem trotzigen Blick an. Glynis ging davon aus, dass sie ihr jetzt diesen Kräutertee anbieten würde, um ihren Trotz geschickt zu brechen. Sie nahm sich vor abzulehnen, würde es aber nicht tun, da sie etwas in der Hand halten musste, um nicht aufgeregt zu gestikulieren.
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Nachrichten in diesem Thema
child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 10-03-2024, 18:06
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 12-03-2024, 00:48
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 17-03-2024, 19:37
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 20-03-2024, 19:53
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 24-03-2024, 14:12
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 28-03-2024, 23:18
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 29-03-2024, 19:34
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 01-04-2024, 14:56
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 07-04-2024, 18:59
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 13-04-2024, 18:24
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 19-04-2024, 19:48
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 24-04-2024, 21:34
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 09-05-2024, 15:03
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 09-05-2024, 21:59
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 30-05-2024, 12:40
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 01-07-2024, 22:36
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 05-08-2024, 16:19
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 11-09-2024, 20:16

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