17-03-2024, 19:37 - Wörter:
Alys spürte sofort, wie der Raum geradezu von Negativem überworfen wurde. Sie glaubte, den nicht ausgesprochenen Ärger ihrer Tochter sofort wahrnehmen zu können, wie diese energischen Schrittes in den Raum kam. Und ihr Eindruck hatte sich nicht getäuscht. Das erste, was Glynis tat, war es zu schimpfen. Alys' Mundwinkel zuckte, doch sie ließ es ihrer Tochter durchgehen. Wenn Glynis glaubte, dass sie selbst für ihre Mutter nicht ebenso durchschaubar war, wie umgekehrt, dann täuschte sie sich ganz gewaltig. Alys verbrachte zwar kaum mehr Zeit mit ihr, als mit anderen Priesterinnen, doch sie war allgemein sehr gut darin, das Wesen eines Menschen zu erkennen.
In aller Seelenruhe drehte die Hohepriesterin den Schürhaken wieder gen Boden und hing ihn in das dafür vorgesehene Gestell an der Wand neben ihrem offenen Kamin.
"Nun, wie immer scheinst Du ein paar Kräuter zur Beruhigung gut gebrauchen zu können. Genau wie ich...", erwiderte Alys ruhig und ernst, nachdem Glynis ihren Vorwurf platziert hatte. Und um ihren Worten auch Taten folgen zu lassen, schritt Alys mit der Würde und Größe einer Hohepriesterin an den Tisch, nahm eine der Schalen und hielt sie ihrer Tochter hin. Währenddessen vollführte Glynis einen Gruß, der fast schon hohnvollen Eindruck machte. Alys quittierte dies mit einem missbilligenden Brummen, hielt ihrer Tochter aber mit Nachdruck das Wasser vor, in dem die Kräuter gerade ihre Duftstoffe und wohltuenden Öle abgaben. "Ich grüße Dich, Tochter!" Und das hieß natürlich nicht, dass sie damit ihre eigene Tochter meinte - sie waren schließlich alle Töchter der großen Mutter - sodass Hohepriesterinnen alle Priesterinnen derart ansprechen konnten.
Glynis erkundigte sich, was ihre Mutter wolle und erneut fiel Alys Blick auf die bunt bemalten Fingernägel. "Du weißt, dass ich das nicht leiden kann...", tadelte Alys und warf nochmal einen expliziten Blick auf die Hände ihrer Tochter. "Hast Du nicht genug Arbeit, oder wie kommt es, dass dieses Zeug sich nicht abwäscht?!", erkundigte sie sich weiter streng, während sie den Kommentar der Tochter, es sei zu viel Thymian, einfach komplett überging.
Alys nahm als erste Platz und bedeutete Glynis, sich ihr gegenüber zu setzen. Nicht neben sie, auf die gleiche Bank, gegenüber. Wie bei einer geschäftlichen Besprechung. "Ich will, dass Du mich dabei unterstützt, Gareth hier her zu bewegen. Er muss nun endlich seiner Bestimmung zugeführt werden und sich den Druiden anschließen.
Ich wünsche nicht, dass er sich aus Langeweile in Ishcateslieve dem unsinnigen Krieg der anderen Länder anschließt..." Schwang da ein Hauch greifbarer, mütterlicher Sorge in ihren Worten? Das konnte man sich zurecht einbilden. "Ihr seid euch sehr ähnlich und habt einige Jahre eng zusammen gelebt.
Das Leben in Ishcateslieve hat ihn gelehrt, dem Wort einer Frau nicht gehorsam folgen zu müssen, ... und das missbillige ich zutiefst...", sagte sie dann jedoch und ließ es leider so klingen, als gehe es nur um eine Prinzipsache. War es irgendwie auch - jedoch weniger wegen ihres Sohnes. Es war der alte Zwist zwischen den Religionen - zwischen Patriarchat und Matriarchat. Die alte Religion war ein reines Matriarchat, ... natürlich gefiel es vielen Männern besser, selbst das Sagen zu haben, anstatt sich dem Willen eines Weibes zu beugen. Und mehr noch, wenn es sich um die eigene Mutter handelte.
In aller Seelenruhe drehte die Hohepriesterin den Schürhaken wieder gen Boden und hing ihn in das dafür vorgesehene Gestell an der Wand neben ihrem offenen Kamin.
"Nun, wie immer scheinst Du ein paar Kräuter zur Beruhigung gut gebrauchen zu können. Genau wie ich...", erwiderte Alys ruhig und ernst, nachdem Glynis ihren Vorwurf platziert hatte. Und um ihren Worten auch Taten folgen zu lassen, schritt Alys mit der Würde und Größe einer Hohepriesterin an den Tisch, nahm eine der Schalen und hielt sie ihrer Tochter hin. Währenddessen vollführte Glynis einen Gruß, der fast schon hohnvollen Eindruck machte. Alys quittierte dies mit einem missbilligenden Brummen, hielt ihrer Tochter aber mit Nachdruck das Wasser vor, in dem die Kräuter gerade ihre Duftstoffe und wohltuenden Öle abgaben. "Ich grüße Dich, Tochter!" Und das hieß natürlich nicht, dass sie damit ihre eigene Tochter meinte - sie waren schließlich alle Töchter der großen Mutter - sodass Hohepriesterinnen alle Priesterinnen derart ansprechen konnten.
Glynis erkundigte sich, was ihre Mutter wolle und erneut fiel Alys Blick auf die bunt bemalten Fingernägel. "Du weißt, dass ich das nicht leiden kann...", tadelte Alys und warf nochmal einen expliziten Blick auf die Hände ihrer Tochter. "Hast Du nicht genug Arbeit, oder wie kommt es, dass dieses Zeug sich nicht abwäscht?!", erkundigte sie sich weiter streng, während sie den Kommentar der Tochter, es sei zu viel Thymian, einfach komplett überging.
Alys nahm als erste Platz und bedeutete Glynis, sich ihr gegenüber zu setzen. Nicht neben sie, auf die gleiche Bank, gegenüber. Wie bei einer geschäftlichen Besprechung. "Ich will, dass Du mich dabei unterstützt, Gareth hier her zu bewegen. Er muss nun endlich seiner Bestimmung zugeführt werden und sich den Druiden anschließen.
Ich wünsche nicht, dass er sich aus Langeweile in Ishcateslieve dem unsinnigen Krieg der anderen Länder anschließt..." Schwang da ein Hauch greifbarer, mütterlicher Sorge in ihren Worten? Das konnte man sich zurecht einbilden. "Ihr seid euch sehr ähnlich und habt einige Jahre eng zusammen gelebt.
Das Leben in Ishcateslieve hat ihn gelehrt, dem Wort einer Frau nicht gehorsam folgen zu müssen, ... und das missbillige ich zutiefst...", sagte sie dann jedoch und ließ es leider so klingen, als gehe es nur um eine Prinzipsache. War es irgendwie auch - jedoch weniger wegen ihres Sohnes. Es war der alte Zwist zwischen den Religionen - zwischen Patriarchat und Matriarchat. Die alte Religion war ein reines Matriarchat, ... natürlich gefiel es vielen Männern besser, selbst das Sagen zu haben, anstatt sich dem Willen eines Weibes zu beugen. Und mehr noch, wenn es sich um die eigene Mutter handelte.
