20-03-2024, 00:30 - Wörter:
So mancher starb für die Ehre, so mancher starb nur für sich und Belisarius dachte nicht daran für irgendetwas wirklich sterben zu wollen. Sollten doch andere wirklich an etwas glauben, ihre Leben wegwerfen und sich an ihrer Ehre festhalten. Ein niedriger Titel half dem eigenen Tod zu entgehen, auch Verantwortung abzugeben, denn ein vergebener Funktionstitel und mit ihm verbundene Aufgaben mochten stets eine willkommene Absicherung sein, sofern dieser in der sozialen Hierarchie nicht zu hoch aber auch nicht zu niedrig angesiedelt war. Belisarius kannte sehr wohl die Spielregeln und wusste darum, dass so mancher König fiel aber selten seine benannten Hofschreiber, die einfach ihren Herren wechselten. Sollte doch der König dafür hinhalten - oder Zephyr. Letztlich war es Belisarius vollkommen egal, welcher die Verantwortung für seine Handlungen trug, solange er es selbst nicht war. Die Geschichte konnte grausam sein und manchmal war es besser, nicht in die Geschichte einzugehen und glorreichen Persönlichkeiten dieses Feld zu überlassen. Das machte es leichter. "In der Tat. Ich habe es mir so vorgestellt," erklärte er also und lächelte dabei freundlich-böse. Dies war wahrlich eine goldene Stunde für Menschen, wie ihn selbst.
"Ich bitte nur darum als Heermeister bestellt zu werden, damit ich als euer Generalissimus fungieren kann. Es hilft auch, wenn dies per Urkunde und Ernennung besiegelt ist," ergänzte er und deutete dann auf Zephyr. "Es ist mir gleich, ob ihr diese Ernennung ausführt oder seine erlauchte Majestät." Das war es wahrlich. Ihn kümmerte der König nur insofern, dass er die Möglichkeit zum Aufstieg und weiterer Politik bot, doch auch dieser war nur eine Spielfigur in einem endlosen Spiel. "Natürlich muss er über Krieg und Frieden befinden, dafür ist er ja schließlich König, nicht wahr?" Belisarius beugte sich leicht vor und schmunzelte wissend. Beiden Männern musste längst klar sein, dass andere über diesen Krieg befanden und der König nur das ausführte, was man ihm ins Ohr flüsterte, sofern man die richtige Ansprache verstand. Bei den Himmeln, das gesamte Reich wusste um die unfähige Politik dieses Königs, so dass es ja erst zum Überfall gekommen war. Belisarius war froh darüber, dass dieser verteufelte und unheilige Frieden bald enden würde. Denn Frieden bot nur Stillstand, keine Bewegung für Menschen, die sich mehr erhofften, als bloße Existenz. Doch, dass der König keine reale Macht besaß, dies sprach man nicht aus, da die eigene Machtfülle von dieser geteilten Illusion der Königsmacht abhängig war und die Fassade derzeit noch sehr dienlich war. Zusätzlich einen König zu haben, der im Falle des Falles, seinen Kopf zum Rollen anbieten konnte, war durchaus akzeptabel für Menschen, die nie die Absicht hatten, für ihre Handlungen haften zu wollen. Leider taten sie dies in diesen Zeiten auch sehr selten.
Belisarius hatte seine Karten in diesem Augenblick sehr bereitet und ausgespielt. Er lehnte sich zurück, griff erneut nach dem Becher, trank einen ausgiebigen Schluck und sein Gesicht fand wieder jene kalte Berechnung, die wiederum andere als unangenehm beschreiben würden. Seine Augen beobachteten akkurat, was Zephyr tat, ließen ihn nicht los und die Aufmerksamkeit des Machthandwerkers lag ganz bei der Hand des Königs. Immerhin waren beide von Natur aus Verbündete, da sie ein wesentliches Interesse teilten: Machterhalt und Machtgewinn. Ein Reich machte sich schließlich nicht aus Liebe und Vertrauen, sondern viel mehr aus Willen und Tat. Belisarius machte sich keinerlei Illusionen darüber, was er noch tun musste und auch tun würde. Aus Sicht von diesen Gestalten, beschränkte sich nur ein Narr durch Moral und Ethik. Ein korrumpierter Mensch, wie Belisarius, folgte er einer überaus frostigen Vernunft und einem berechnenden Streben. Weitaus mehr war zu erwarten, zu erwünschen und der baldige Heermeister - er war sich sicher alle Truppen unter sich zu vereinigen - war bereit Tausende in den Untergang zu führen, um seine eigene Position zu verbessern. Macht um der Macht willen. Dabei wusste er nicht einmal genau, was er mit dieser Macht anfangen sollte. Er wusste nur, wie man sie erlangt, was man für sie tun muss aber er wusste nicht, was er Gutes damit tun konnte. Nie war auch nur eine Überlegung dahin geflossen, was man für ein Reich errichten konnte; was man tun konnte, um wahrlich eine Zukunft zu haben. Seine Familie und er waren schlichte Ambition, böser Eifer und böswilliger Verwaltungswahn aber keine echten Visionäre.
Doch Belisarius wollte mehr sein und würde auch alles dafür tun, vielleicht mehr sein zu können. "Wir alle setzen nur Befehle um," schloss er an und nickte abermals, zog dann gleichgültig die Schultern hoch, da diese Entschuldigung immer funktionierte. Man hatte immer nur Befehle befolgt, trug keine Verantwortung und die Hierarchie gab vor, so dass niemand am Ende Schuld tragen konnte. Es war die billigste Rechtfertigung und weil sie so billig war, wiederholte sie Belisarius nicht abschätzig aber eher gelangweilt. Natürlich würde er Befehle befolgen, was auch sonst? Wenn der König eine Stadt brennen sehen wollte, dann brannte sie eben, auch wenn er dies selbst gerne anders gesehen hätte. Wer lenken wollte, musste eben auch den persönlichen Irrsinn einer Hierarchie ertragen. Belisarius war vieles, was andere bekümmerte, schlicht egal. Er hatte keine positive Beziehung zur Grausamkeit aber auch keine negative. Er tat das, was notwendig war und die Reue konnte immer noch mit Ambition ertränkt werden. Belisarius verglich in seinen Gedankenwelten die Daten, Informationen und Fakten, wählte die beste Möglichkeit aus. Dies tat er auch in diesem Fall.
Die Anliegen endeten nicht. Wie sollte er dies nur schaffen? Möglich war es aber nicht mit den bereits vorhandenen Mitteln. Belisarius kratzte sich am Kinn, blickte Zephyr weiterhin an und hörte aufmerksam zu. "Attentate und insbesondere politische Attentate sind in diesen Zeiten durchaus eine Möglichkeit," deutete er an und wusste sogar darum, da er selbst welche in Auftrag gegeben hatte. Diese waren zwar noch nicht gegen ein großes Haus gerichtet gewesen aber in seinem bescheidenen Rahmen seines Netzwerks hatte es diese gegeben. "Wir sollten es soweit ernst nehmen, da, wie ihr bereits richtig erkannt habt, ein Verbündeter ist," sagte er und räusperte sich dann, um einen Gedanken zu finden. "Ich kann mich nicht aufteilen aber ich habe schon eine Lösung. Ich werde entsprechende Träumer finden, rekrutieren und als Eskorte ausbilden lassen. Eine schicke Rüstung und die Zuversicht zu den Guten zu gehören, hat so manchen Mann aus der Gosse geholt. Ich werde aber keine echten Kämpfer entbehren können, da diese mehr als ein paar Tage Ausbildung benötigen. Ich denke aber, dass dieses Theater, welches ich schnell zusammenrufen kann, genügend Darstellung für Ridvan ben Sahid liefern wird, so dass er sich sicherer fühlt. Noch dazu werde ich selbst zwei meiner Tauben entsenden, die sich umhören werden," formulierte Belisarius eine Idee und war sich recht sicher, dass er diese schnell umsetzen konnte, da sie vorallem nur Gold kostete und keine Zeit. "Ich werde mit dem Gefolge und dieser Prinzessin sprechen," versicherte er und es war in der Tat eine gute Sache sich unmittelbar ins Geschehen zu begeben. "Ich empfehle auch, dass sich der werte Herrscher von Sand und Wüsten nur noch mit fremden Gefolgsleuten umgibt. Es sind nämlich immer die Personen, denen man am meisten vertraut, die einem Gift verabreichen. Ich werde diese Männer natürlich selbst auswählen und dies gäbe uns selbstverständlich einen direkten Zugriff zum Sommerland. Wir können die Angst des armen Mannes durchaus für uns nutzen, werte Hand. Wenn er uns ausgeliefert ist, können wir diesem Land nicht nur seine Männer als Verpflichtete entlocken, sondern auch Gold und andere Ressourcen. Krieg ist teuer und es sollen ruhig erstmal andere zahlen, auch im Anbetracht der Schulden, die die Krone bereits bei uns angehäuft hat." Ein böser Plan aber durchaus zielführend, wenn man die Welt als strategisches Spiel verstand, das man gewinnen musste. Belisarius faltete seine Hände ineinander und wartete auf die Reaktion seines Gegenübers.
"Ich bitte nur darum als Heermeister bestellt zu werden, damit ich als euer Generalissimus fungieren kann. Es hilft auch, wenn dies per Urkunde und Ernennung besiegelt ist," ergänzte er und deutete dann auf Zephyr. "Es ist mir gleich, ob ihr diese Ernennung ausführt oder seine erlauchte Majestät." Das war es wahrlich. Ihn kümmerte der König nur insofern, dass er die Möglichkeit zum Aufstieg und weiterer Politik bot, doch auch dieser war nur eine Spielfigur in einem endlosen Spiel. "Natürlich muss er über Krieg und Frieden befinden, dafür ist er ja schließlich König, nicht wahr?" Belisarius beugte sich leicht vor und schmunzelte wissend. Beiden Männern musste längst klar sein, dass andere über diesen Krieg befanden und der König nur das ausführte, was man ihm ins Ohr flüsterte, sofern man die richtige Ansprache verstand. Bei den Himmeln, das gesamte Reich wusste um die unfähige Politik dieses Königs, so dass es ja erst zum Überfall gekommen war. Belisarius war froh darüber, dass dieser verteufelte und unheilige Frieden bald enden würde. Denn Frieden bot nur Stillstand, keine Bewegung für Menschen, die sich mehr erhofften, als bloße Existenz. Doch, dass der König keine reale Macht besaß, dies sprach man nicht aus, da die eigene Machtfülle von dieser geteilten Illusion der Königsmacht abhängig war und die Fassade derzeit noch sehr dienlich war. Zusätzlich einen König zu haben, der im Falle des Falles, seinen Kopf zum Rollen anbieten konnte, war durchaus akzeptabel für Menschen, die nie die Absicht hatten, für ihre Handlungen haften zu wollen. Leider taten sie dies in diesen Zeiten auch sehr selten.
Belisarius hatte seine Karten in diesem Augenblick sehr bereitet und ausgespielt. Er lehnte sich zurück, griff erneut nach dem Becher, trank einen ausgiebigen Schluck und sein Gesicht fand wieder jene kalte Berechnung, die wiederum andere als unangenehm beschreiben würden. Seine Augen beobachteten akkurat, was Zephyr tat, ließen ihn nicht los und die Aufmerksamkeit des Machthandwerkers lag ganz bei der Hand des Königs. Immerhin waren beide von Natur aus Verbündete, da sie ein wesentliches Interesse teilten: Machterhalt und Machtgewinn. Ein Reich machte sich schließlich nicht aus Liebe und Vertrauen, sondern viel mehr aus Willen und Tat. Belisarius machte sich keinerlei Illusionen darüber, was er noch tun musste und auch tun würde. Aus Sicht von diesen Gestalten, beschränkte sich nur ein Narr durch Moral und Ethik. Ein korrumpierter Mensch, wie Belisarius, folgte er einer überaus frostigen Vernunft und einem berechnenden Streben. Weitaus mehr war zu erwarten, zu erwünschen und der baldige Heermeister - er war sich sicher alle Truppen unter sich zu vereinigen - war bereit Tausende in den Untergang zu führen, um seine eigene Position zu verbessern. Macht um der Macht willen. Dabei wusste er nicht einmal genau, was er mit dieser Macht anfangen sollte. Er wusste nur, wie man sie erlangt, was man für sie tun muss aber er wusste nicht, was er Gutes damit tun konnte. Nie war auch nur eine Überlegung dahin geflossen, was man für ein Reich errichten konnte; was man tun konnte, um wahrlich eine Zukunft zu haben. Seine Familie und er waren schlichte Ambition, böser Eifer und böswilliger Verwaltungswahn aber keine echten Visionäre.
Doch Belisarius wollte mehr sein und würde auch alles dafür tun, vielleicht mehr sein zu können. "Wir alle setzen nur Befehle um," schloss er an und nickte abermals, zog dann gleichgültig die Schultern hoch, da diese Entschuldigung immer funktionierte. Man hatte immer nur Befehle befolgt, trug keine Verantwortung und die Hierarchie gab vor, so dass niemand am Ende Schuld tragen konnte. Es war die billigste Rechtfertigung und weil sie so billig war, wiederholte sie Belisarius nicht abschätzig aber eher gelangweilt. Natürlich würde er Befehle befolgen, was auch sonst? Wenn der König eine Stadt brennen sehen wollte, dann brannte sie eben, auch wenn er dies selbst gerne anders gesehen hätte. Wer lenken wollte, musste eben auch den persönlichen Irrsinn einer Hierarchie ertragen. Belisarius war vieles, was andere bekümmerte, schlicht egal. Er hatte keine positive Beziehung zur Grausamkeit aber auch keine negative. Er tat das, was notwendig war und die Reue konnte immer noch mit Ambition ertränkt werden. Belisarius verglich in seinen Gedankenwelten die Daten, Informationen und Fakten, wählte die beste Möglichkeit aus. Dies tat er auch in diesem Fall.
Die Anliegen endeten nicht. Wie sollte er dies nur schaffen? Möglich war es aber nicht mit den bereits vorhandenen Mitteln. Belisarius kratzte sich am Kinn, blickte Zephyr weiterhin an und hörte aufmerksam zu. "Attentate und insbesondere politische Attentate sind in diesen Zeiten durchaus eine Möglichkeit," deutete er an und wusste sogar darum, da er selbst welche in Auftrag gegeben hatte. Diese waren zwar noch nicht gegen ein großes Haus gerichtet gewesen aber in seinem bescheidenen Rahmen seines Netzwerks hatte es diese gegeben. "Wir sollten es soweit ernst nehmen, da, wie ihr bereits richtig erkannt habt, ein Verbündeter ist," sagte er und räusperte sich dann, um einen Gedanken zu finden. "Ich kann mich nicht aufteilen aber ich habe schon eine Lösung. Ich werde entsprechende Träumer finden, rekrutieren und als Eskorte ausbilden lassen. Eine schicke Rüstung und die Zuversicht zu den Guten zu gehören, hat so manchen Mann aus der Gosse geholt. Ich werde aber keine echten Kämpfer entbehren können, da diese mehr als ein paar Tage Ausbildung benötigen. Ich denke aber, dass dieses Theater, welches ich schnell zusammenrufen kann, genügend Darstellung für Ridvan ben Sahid liefern wird, so dass er sich sicherer fühlt. Noch dazu werde ich selbst zwei meiner Tauben entsenden, die sich umhören werden," formulierte Belisarius eine Idee und war sich recht sicher, dass er diese schnell umsetzen konnte, da sie vorallem nur Gold kostete und keine Zeit. "Ich werde mit dem Gefolge und dieser Prinzessin sprechen," versicherte er und es war in der Tat eine gute Sache sich unmittelbar ins Geschehen zu begeben. "Ich empfehle auch, dass sich der werte Herrscher von Sand und Wüsten nur noch mit fremden Gefolgsleuten umgibt. Es sind nämlich immer die Personen, denen man am meisten vertraut, die einem Gift verabreichen. Ich werde diese Männer natürlich selbst auswählen und dies gäbe uns selbstverständlich einen direkten Zugriff zum Sommerland. Wir können die Angst des armen Mannes durchaus für uns nutzen, werte Hand. Wenn er uns ausgeliefert ist, können wir diesem Land nicht nur seine Männer als Verpflichtete entlocken, sondern auch Gold und andere Ressourcen. Krieg ist teuer und es sollen ruhig erstmal andere zahlen, auch im Anbetracht der Schulden, die die Krone bereits bei uns angehäuft hat." Ein böser Plan aber durchaus zielführend, wenn man die Welt als strategisches Spiel verstand, das man gewinnen musste. Belisarius faltete seine Hände ineinander und wartete auf die Reaktion seines Gegenübers.
