24-03-2024, 14:12 - Wörter:
Die Hohepriesterin unterdrückte einen missbilligenden Ton, doch ihre Mundwinkel kräuselten sich für einen winzigen Moment, als Glynis stolz ihre Hände vorstreckte und mit den Fingern wackelte, um ihr diese verhasste Farbe auf den Nägeln vorzuführen. Geduldig griff Alys danach und betrachtete das Gemisch, das einer Sitte aus Matariyya entsprang. Nichts - sie hatten nichts mit diesem Sommerland zu tun. Allein schon, weil die Länder durch einen anderen Glauben getrennt waren. Sitten dieses Landes anzunehmen, gerade hier in einem Umfeld, wo jeder ein Vorbild für die Menschen des Herbstlandes zu sein hatte, war vollkommen inakzeptabel. Während sie die Hand ihrer Tochter festhielt und betrachtete, hörte Alys weiter zu. Sie nehme sich gerne diese Freiheit - und Alys war jederzeit bereit, sie ihr wegzunehmen. Fast wäre Alys geneigt gewesen, Glynis ihre Frechheiten durchgehen zu lassen. Dann jedoch wagte das Mädchen sich zu weit vor und bot ihr an, ihr ebenfalls die Hände vollkleistern zu können. In diesem Moment ließ sie Glynis Hand los und schüttelte bestimmt den Kopf. "Nein. Und Du wirst auch anderen nicht dabei helfen, solche Farben anzumischen. Du kannst die Farbe in meinem Becken auswaschen...", bestimmte Alys und drehte ihren Kopf sacht in die Richtung einer schönen, silbernen Schale, neben der immer eine Kanne mit frischem Wasser stand um sich zu reinigen.
Auch wenn Alys' Worte diesbezüglich ein wenig schwammig daherkamen, so war eindeutig, dass sie von ihrer Tochter verlangte, das Zeug abzuwaschen. Sofort.
Vermutlich strafte ihre Tochter sie deshalb ab, indem sie sich mit ihrer Antwort auf die wirklich wichtigen Fragen Zeit ließ. Die Selbstgefälligkeit in Glynis' Gesicht hätte Alys am liebsten sofort mit-abgewaschen.
Alys wusste beim besten Willen nicht, wie sie zwei derart störrische Kinder verdient hatte. Sie vermutete, dass dies am Wesen ihres Vaters liegen musste, den sie im Übrigen nicht näher kannte. In ihren Augen hatte sie nie eine Verfehlung begangen, sondern ihre Kinder genauso groß werden lassen, wie ihre Mutter das mit ihr gemacht hatte. Doch sie selbst hatte nie in dieser Art gegen ihre Mutter, die ebenfalls eine Hohepriesterin gewesen war, aufbegeht. Alys war nicht in der Lage zu begreifen, was ihre Tochter umtrieb. Geschweigedenn ihren Sohn. Wobei sie bei Gareth immer noch annehmen konnte, dass er von seiner Pflegefamilie verzogen worden war. Aber Glynis? Sie hätte es besser wissen müssen.
Sie faselte etwas vom Menschsein und Alys' Augen verengten sich. Sie schüttelte ihren Kopf. "Und Du würdest - offenbar nur, um mir zu widersprechen - zusehen, wie er sein Leben in einem sinnlosen Krieg vertut, nur weil er vielleicht aktuell nichts Vernünftigeres mit seinem Leben anzufangen weiß?
Er ist dein Bruder, Kind - und dieser Ort ist sicher vor den Gefahren der Außenwelt!", begehrte sie auf und ließ einen ordentlichen Schwall ihrer großen Sorgen und Ängste bezüglich ihres Sohnes durchblicken.
Es hätte noch viel mehr zu sagen gegeben - sehr viel mehr. Glynis war aufgestanden und wanderte unruhig durch die Räumlichkeit während Alys' Finger sich schmerzhaft um die heiße Schale legten. Dann jedoch blieb ihre Tochter stehen und starrte sie einfach nur an. Was erwartete sie? Alys stand auf und versuchte, den Raum mit ihrer starken, kraftgebenden Präsenz zu füllen - mit der Macht der Göttin. "Du kannst nicht wollen, dass er für eines der anderen Länder in den Krieg zieht und vielleicht niemals heim kommt. Heim zu uns. Darüber haben Seren und ich genauso zu entscheiden. Es ist nicht allein Dein Wille, der hier zählt. Nimm' endlich Vernunft an!", versuchte sie, ihrer Tochter einzubläuen. Der Impuls, ihre Tochter in den Arm zu nehmen, schwoll in ihr an - doch Glynis hatte sie derart verärgert; sie mit Worten, Mimik und Gestik abgestoßen, dass es Alys widerstrebte, ihr sofort zu vergeben und sie aufzufangen.
Auch wenn Alys' Worte diesbezüglich ein wenig schwammig daherkamen, so war eindeutig, dass sie von ihrer Tochter verlangte, das Zeug abzuwaschen. Sofort.
Vermutlich strafte ihre Tochter sie deshalb ab, indem sie sich mit ihrer Antwort auf die wirklich wichtigen Fragen Zeit ließ. Die Selbstgefälligkeit in Glynis' Gesicht hätte Alys am liebsten sofort mit-abgewaschen.
Alys wusste beim besten Willen nicht, wie sie zwei derart störrische Kinder verdient hatte. Sie vermutete, dass dies am Wesen ihres Vaters liegen musste, den sie im Übrigen nicht näher kannte. In ihren Augen hatte sie nie eine Verfehlung begangen, sondern ihre Kinder genauso groß werden lassen, wie ihre Mutter das mit ihr gemacht hatte. Doch sie selbst hatte nie in dieser Art gegen ihre Mutter, die ebenfalls eine Hohepriesterin gewesen war, aufbegeht. Alys war nicht in der Lage zu begreifen, was ihre Tochter umtrieb. Geschweigedenn ihren Sohn. Wobei sie bei Gareth immer noch annehmen konnte, dass er von seiner Pflegefamilie verzogen worden war. Aber Glynis? Sie hätte es besser wissen müssen.
Sie faselte etwas vom Menschsein und Alys' Augen verengten sich. Sie schüttelte ihren Kopf. "Und Du würdest - offenbar nur, um mir zu widersprechen - zusehen, wie er sein Leben in einem sinnlosen Krieg vertut, nur weil er vielleicht aktuell nichts Vernünftigeres mit seinem Leben anzufangen weiß?
Er ist dein Bruder, Kind - und dieser Ort ist sicher vor den Gefahren der Außenwelt!", begehrte sie auf und ließ einen ordentlichen Schwall ihrer großen Sorgen und Ängste bezüglich ihres Sohnes durchblicken.
Es hätte noch viel mehr zu sagen gegeben - sehr viel mehr. Glynis war aufgestanden und wanderte unruhig durch die Räumlichkeit während Alys' Finger sich schmerzhaft um die heiße Schale legten. Dann jedoch blieb ihre Tochter stehen und starrte sie einfach nur an. Was erwartete sie? Alys stand auf und versuchte, den Raum mit ihrer starken, kraftgebenden Präsenz zu füllen - mit der Macht der Göttin. "Du kannst nicht wollen, dass er für eines der anderen Länder in den Krieg zieht und vielleicht niemals heim kommt. Heim zu uns. Darüber haben Seren und ich genauso zu entscheiden. Es ist nicht allein Dein Wille, der hier zählt. Nimm' endlich Vernunft an!", versuchte sie, ihrer Tochter einzubläuen. Der Impuls, ihre Tochter in den Arm zu nehmen, schwoll in ihr an - doch Glynis hatte sie derart verärgert; sie mit Worten, Mimik und Gestik abgestoßen, dass es Alys widerstrebte, ihr sofort zu vergeben und sie aufzufangen.
