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child, heed wisdom's call
05.08.1016 - 23:30
Alys Gemächer | Ceridwens Heiligtum | Farynn
Alys Flachnàn Glynis Flachnàn

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Glynis Flachnàn
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#8
Aha. Glynis verzog ihre Augen. Da war es wieder, diese furchtbare Selbstgerechtigkeit, dass sie sich selbst Sprecherin einer Gruppe von Personen sah. Sie sprach für alle Hohepriesterinnen und verband ihre eigenen Wunsch mit der Autorität eines Amtes, welches möglicherweise ganz andere Dinge zu beaufsichtigen hatte. Glynis war lange genug selbst Priesterin, um zu wissen, dass die Traditionen dahingehend offen waren. Ihr gemeinsamer Orden, dieses Heiligtum, hatte sich schon verändert und letztlich war die Frage des Stils und der Mode irrelevant, sofern die Glaubensinhalte und Prinzipien feststanden. Es ging also nicht um eine Glaubensfrage, sondern schlicht um den Willen ihrer eigenen Mutter. Es war überaus scheinheilig und wie immer selbstgerecht, dass Alys so auftrat. Glynis fühlte sich beleidigt und sah sich bestätigt, dass sie gehen wollte. Was gab es auch zu gewinnen, wenn es keine aufrichtige Gegenseitigkeit gab? Glynis zog nervös an einer Haarsträhne, um diese bei Seite zu schieben. Sie wollte sich an etwas festhalten und ohnehin hatte sie seit frühen Tagen die Angewohnheit unter Stress oder Anspannung mit ihren Haaren zu spielen. Es war ein Ausdruck ihrer Unsicherheit, die sie überspielen wollte. "Widerspruch? Du willst doch nur deinen Willen durchsetzen," trotzte sie den Worten von Ayls genügsam, wobei ihre Stimme dem Versuch unterlang, sanft zu erscheinen. Doch Glynis war wütend, ungehalten über diese Frechheit, dass ihre Mutter mal wieder scheinheilig war. "Ich verstehe dich nicht. Sei doch einmal ehrlich zu dir selbst ...", hauchte sie schließlich entnervt und behielt ihren Platz an der Tür. Sie genoss es, dass Alys sichtlich Emotionen entwickelte und diese nicht gut verbergen konnte. Es ging ihr nicht gut und das war gut so. Genugtuung. Dennoch konnte Glynis diesem Zustand nichts abgewinnen, da beide mitleidig gefangen in diesem Augenblick waren. Zu sehr kannte sie ihre Mutter und auch die stillen Momente zwischen beiden, sprachen für sich. Endlich bewegte sich etwas. Ihre Mutter bewegte sich auf sie zu. Doch Glynis schwankte immer noch in der Tat zwischen Wut und Traurigkeit, was sich auch definitiv in ihren Augen zeigte. Diese waren glasig, von Tränen gerührt aber gleichsam stolz. Sie brannten in jenem Feuer, dass Glynis nun einmal in sich hatte. Sie wollte mehr als einfache Folgsamkeit, mehr als nur eine Priesterin sein, sondern sie wollte leben. Einfach leben. Die Jugend trieb sie an, mehr aus sich zu machen, als eine Vorherbestimmung durch andere. Was wusste Alys schon, die immer nur geglaubt hatte, immer nur dies hier wollte aber Glynis war eben anders. Ein wenig Liebe konnte retten, was über die Ambitionen des Glaubens verloren schien. Dann kam sie ihrer Glynis ein paar Schritte entgegen und versuchte, sie am Arm von der Türe zu bewegen.

Glynis selbst spürte ihre eigenen Tränen, die über ihre Wangen liefen. Doch ihr Stolz verbot eine weinerliche Reaktion, eine Darstellung ihrer Traurigkeit gegenüber Alys, die dies nur wieder gegen sie verwenden würde. "Es muss dich nicht kümmern... Es ist ja meine Schwäche, die ich darstelle...," sagte sie und wollte nicht von Alys daran gehindert werden. Wenn sie sich zeigen wollte, zeigte sie sich. Es gab ein Gebot unter Priesterinnen, dass man niemals unehrlich zu sich selbst war. Glynis war nicht unehrlich zu sich selbst. Sie belog sich nicht und genau aus diesem Fakt erwuchs diese eine Trauer, die niemals heilte. Alys war keine Mutter, sondern nur Hohepriesterin. Glynis wollte eine echte Familie, ein Leben der Selbstbestimmung, der Überraschungen und mancher Wunder, die genau an diesem Ort hier, niemals wachsen konnten. Es war schon eine Ironie, dass Glynis als Priesterin Wunder versprach aber an einem Ort hauste, der jedes Wunder unmöglich machte. Niemals hatte sie wirklich etwas derartiges erlebt, da alles festen Riten, Regeln und Ritualen folgte. Alys tat so, als ob dies gut war, dass dieser Ort sicherer war und dabei vergiftete die religiöse Übereifrigkeit genau jenen tiefen Glauben, den auch Glynis kannte und erwürgte die Freiheit. Wenn sie an ihren geliebten Bruder dachte, wünschte sie sich für ihn, ein eigenes Leben frei vom Determinismus der eigenen Mutter. Glynis glaubte sogar, dass es ihre Aufgabe im göttlichen Ganzen war, dass sie Menschen half, ihren Weg zu finden. - Und genau jener Weg würde ihr von Alys verboten und vermauert. Vorsichtig mit ihren grazilen Fingern hob sie die Hand ihrer Mutter an, um diese dann fürsorglich zu umschließen, während sich umwandte. Ihr tat es leid, dass Alys so war. Sie hatte Mitgefühl für sie aber konnte nicht zurückweichen. Es ging hier um mehr als ein bloßes Prinzip, sondern darum, dass sie als Glynis leben konnte; nicht als Verlängerung von Alys, sondern als eigenständige Frau, die auch Priesterin war. "Das Schicksal mag entscheiden, Mutter. Ich möchte nicht, dass ihm etwas zustößt aber es ist sein Weg, seine Entscheidungen," sagte sie und zog etwas perplex die Nase hoch, da die Tränen nicht versiegen konnten. Sie gab sich dennoch keine Blöße. "... und lehrt uns die große Göttin nicht, dass Leben anzunehmen?" - ein Versuch mit der Religion zu punkten und Alys an der Schwachstelle zu treffen, wo sie immer verwundbar war. Immerhin hatte sie ihre eigene Tochter auch ermächtigt, die Religion als Waffe des eigenen Willens zu nutzen. "Wir leiten Mensch an, gut zu sein, wir helfen ihnen, im Leben zurecht zu finden aber es auch anzunehmen. Gareth muss frei sein, um seinen Weg zu finden. Entweder er findet zu uns oder er findet zu anderen. Die große Göttin wird entscheiden," sagte sie und nickte Alys zu, wobei sie nervös atmete. "Gerade, weil ich ihn als Bruder liebe, will ich seine Freiheit und wenn wir zum Ursprung zurückfinden, will ich die Gewissheit haben, dass ich ihn nicht in diesen Kreisen hier gefangen hielt," offenbarte sie und presste dann angespannt die Lippen aufeinander.
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Nachrichten in diesem Thema
child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 10-03-2024, 18:06
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 12-03-2024, 00:48
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 17-03-2024, 19:37
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 20-03-2024, 19:53
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 24-03-2024, 14:12
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 28-03-2024, 23:18
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 29-03-2024, 19:34
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 01-04-2024, 14:56
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 07-04-2024, 18:59
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 13-04-2024, 18:24
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 19-04-2024, 19:48
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 24-04-2024, 21:34
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 09-05-2024, 15:03
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 09-05-2024, 21:59
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 30-05-2024, 12:40
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 01-07-2024, 22:36
RE: child, heed wisdom's call - von Alys Flachnàn - 05-08-2024, 16:19
RE: child, heed wisdom's call - von Glynis Flachnàn - 11-09-2024, 20:16

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