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sands of time
05.09.1016 - 20:00
Königspalast | Reichenviertel | Wüste
Amira El Mansouri Ilyas El Mansouri

Unregistered
Amira El Mansouri
Alter
Beruf
Wohnort
Stand
User
#5
Berauscht von der Euphorie des Tanzes, war ihr entfallen, wie sehr Ilyas die gesamte Situation missbilligte. Amira war Blicke gewohnt, denn seit mehr als einem Jahrzehnt verging kaum ein Tag, an dem sie nicht spüren konnte, die Aufmerksamkeit anderer auf sich gezogen zu haben. Doch es hatte nie einen Grund gegeben sich deswegen bedroht zu fühlen, und stattdessen ignorierte sie es einfach, wenn Augen manche Körperstellen ihres Körpers genauer ansahen, sobald sie sich dabei unbeobachtet fühlten. Dieser Tanz war nicht für diese Männer, er war alleine für ihren Mann gedacht und niemand anderes Blicke würde sie von jetzt an etwas kümmern. Doch bei ihrem Versuch ihn für sich zu gewinnen, hatte sie eine Sache nicht bedacht.

Was wäre, wenn er sie weder aufgesucht hatte und die Hochzeit vor der Abreise so überstürzt stattfand, weil er von ihr abgestoßen war? Womöglich nicht einmal zwingend von ihr persönlich, sondern von Frauen allgemein, und deswegen hatte er nie geheiratet. Sie zeigte sich ihm willens, doch er wies sie zurück. Schämte er sich gar für sie? Sah sie alles ganz falsch, und Amira sollte eine Form der Bestrafung für ihn sein? Als er reagierte, schwand ihr Lächeln und als würde sie nur ihr Gewicht passend verlagern, schlich sich mehr Luftabstand bei zwei winzigen Schritten zurück zwischen sie beide. Dezent genug, dass es niemanden, der zufällig gerade zu ihnen sah, auffallen musste. Einerseits brach die Unsicherheit auf, denn sie war es nicht gewohnt abseits ihrer Aufgaben vertraulich mit anderen Männern umzugehen. Sie kannte nur die üblichen Erwartungen, diese in einem hierarchischen Ungleichgewicht, das anzuerkennen ihre Worte ausgedrückt haben. Und andererseits glaubte sie Wut an ihm zu spüren, was ihr Angst machte. Sie hatte genügend Geschichten von Frauen gehört, was geschehen konnte, wenn Männer wütend auf ihre Ehefrauen wurden, denen sie keine Zuneigung entgegen brachte, die sie vielleicht verabscheuten oder gar hassten. Amira wollte nicht dazu gehören.

Wenn man nun in ihren Nacken greifen würde, könnte man fühlen, wie sich die feinen Härchen aufgestellt hätten, so dass es eine willkommene Möglichkeit war der Situation zu entfliehen, als Ilyas sie wie ein lästiges Kind wegschickte. Ob er womöglich dachte, sie hätte sich all das hier gewünscht? Was würde geschehen, sobald sie beide alleine waren? Der kurze Moment der Freude war so schnell verflogen, dass er selbst in ihrer Erinnerung blass und illusorisch wirkte, als hätte sie in einem Sekundenschlaf von einer verzerrten Realität geträumt. Sie würde nicht aufgeben ihn lieben zu wollen, doch sie wusste nicht, ob es bis zu ihrem Lebensende geschehen könne. Vielleicht käme dieses aber auch früher als erwartet, denn manch eine Schiffsreise war geeignet jemanden verschwinden lassen, der in den Wellen eines tosenden Meeres unauffindbar bleiben würde. Vielleicht sollte all das hier zu ihrem vorzeitigen Tod führen, um ihn wieder freizugeben. Dann konnte ihr nicht einmal mehr die Königin, ihre liebste Königin helfen. „Bitte verzeih mir. Es war nicht meine Absicht, Dich zu beleidigen.“ Während all diese Gefühle und Gedanken in Sekundenschnelle ihren Geist durchzuckt hatten, brauchte es beinahe nur ein weiteres Zwinkern um ihren Blick zu klären. War sie ihm gerade noch im Augenkontakt ausgewichen, nahm sie ihn erst wieder in der Erwartung, ihren Arm von ihm freigegeben zu bekommen, auf. Bis dahin würde sie sich nicht rühren und sie würde keine Anstalt machen sich gegen ihn zu wehren.

Tatsächlich hatte sie seit dem Morgen nichts mehr gegessen, aber Amira fühlte sich nicht fähig jetzt auch nur einen Bissen hinunter zu bekommen. Dennoch war sie gewillt sein Angebot anzunehmen und sei es nur, um ihm für einen Moment entkommen zu können. Also nickte sie auf den Vorschlag hin und würde tun, wie ihr geheißen. Für einen Augenblick dachte sie, der Raum vor ihren Augen würde sich einen halben Meter nach links gerückt anfühlen, als sie zurückgegangen war, und stützte sich instinktiv kurz an ihrem Tisch ab. Doch dann war wieder alles normal, sie blinzelte und nahm Platz. Zunächst ergriff sie ein Stück Fladenbrot, um es dann doch nur auf ihrem Teller abzulegen. Und selbst die Datteln, die an Süße und Geschmack unübertroffen waren, blieben unberührt neben ihr stehen. Also versuchte sie es mit der Gabel, aber mehr als den Bulgur von einer Seite zur anderen zu schieben, geschah auch hier nicht. Amira versank in Gedanken, denn es ergab alles Sinn. Ilyas hatte kein körperliches Interesse an ihr, da er bereits wusste, dass sie ihre Pflicht als künftige Mutter nicht würde erfüllen können. Er hatte sie tagelang wortlos im Ungewissen gelassen, während er seine Pläne geschmiedet hatte, und benötigte die Legitimation der Hochzeit lediglich um über ihren Aufenthaltsort verfügen zu können. War es so? War ihm der Gedanke bei ihr zu sein, wirklich so zuwider, dass er sie aus der Welt schaffen wollte?

„Iss, Kind“, erklang es neben ihr und sie sah auf um die alte Hofdame zu sehen, die Amiras Teller ein Stück näher an die Braut schob. Wieder nickte die junge Frau nur und der Bulgur wechselte ein weiteres Mal die Position. Sie konnte unmöglich unauffällig die Hochzeit einfach so verlassen, denn dummerweise war sie eine der beiden Hauptpersonen und jeder würde es bemerken. Und wohin sollte sie denn gehen? „Jeddah, ich fühle mich etwas schwindelig.“ - „Du hast nur zu wild getanzt, bei all den Drehungen-„, doch Amira hatte nicht die Geduld sie ausreden zu lassen, so unhöflich und vermessen ihre Worte auch sein mögen. „Bitte, fragt meinen Gemahl, ob es mir erlaubt ist, mich zurück zu ziehen. Versichert ihm aber, dass ich ihm nachts zur Verfügung stehen werde, um meine Pflicht zu erfüllen.“ Die Dame sah sie von der Seite an, doch die junge Frau mied den Augenkontakt. Stattdessen gehorchte sie endlich und biss von der Dattel ab, derer Süße sie ein wenig trösten konnte.

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