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Planta quae saepius transfertus non coalescit
17.08.1016 - 08:00
Das Schloss des Fürsten von Bardon Pass
Elithea Trakas Belisarius Caderitor

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Belisarius Caderitor
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#4
Regen fiel. Immer mehr Tropfen brachen aus den Wolken frei und schienen in ihrer Melodie Tränen für die gehandelte Grausamkeit zu geben. Die dargebotene Leiche lag in diesem Licht des Regens, welcher das Blut von ihr spülte und sie seltsam zeichnete. Einst war Regen leise gewesen, doch inzwischen kam er in einem lauten Ton daher. Die Tropfen prasselten auf den Stein, auf das Dach und jedwede Mauer. Die Zeiten hatten sich verändert. Nicht nur für Elithea, sondern auch für Belisarius. Belisarius richtete seinen toten Blick auf die Prinzessin, welche erhaben und elegant die Treppen hinabstieg, die Hände anmutig vor dem Bauch verschränkt, fast so als ob sie seiner Grausamkeit und Tatkraft ihre Ruhe und Anmut entgegenstellen wollte. Doch die geschulten Augen des Kriegsherren erkannten erste Risse in dieser sonst so schönen Fassade. Etwas, was versuchte wurde, was nicht geglaubt wurde, war immer unstet und unsicher. Es war Theater, welches er kannte und selbst vollführte. Gaukler erkannten sich stets. - Und Belisarius gaukelte vor allem sich selbst etwas vor, so denn er auch sehr wohl erkannte, wenn jemand anderes ähnliche Zauber verwendete. So blieb nur der Anschein und ihr Anschein war in der Tat ein besonderer Zauber für die geschundene Seele des dämonischen Henkers seiner Majestät. Das Blutopfer tat ihm leid, da Elithea gar aus den Himmeln hinab zu steigen schien.

Blut bot man den Himmeln nicht an, sondern bat dort nur um Vergebung. Doch Vergebung war ebenso leer, wie jeder Wunsch nach einer Gnade in einer Welt der Mächte. Doch Elithea erschuf eine Bühne, eine gemeine und heimtückische Ebene, für Belisarius, der sich sehr wohl darauf bewegen konnte aber es in diesem Augenblick nicht wollte. Sie hielt seinem Blick stand, senkte nicht einmal den Blick, gab den Anschein nicht auf und beschwor jene unheilige Magie, die mancher Politik nannte und mancher auch verdammte. Unehrlichkeit zeichnete die Handlungen der beiden aus. Belisarius hatte als Symbol seiner Stärke und Handlungsmacht getötet, doch glaubte selbst nicht wirklich daran und war daran nicht gewachsen, so denn auch Elithea nun den unehrlichen Anschein wählte, die Darstellung einer Person, die sie nicht war. Es machte sich gleich, denn diese Ebene war vertretbar und gab Regeln preis. Regeln, den man folgen konnte, auch wenn sie genauso belanglos waren, wie der eigene Tod in diesen Zeiten. Der Regen besang die beiden - und mit ihm zog ein Wind auf, der die feinen Stoffe, welche als Behang der offenen Fenster dienten, aufwehen ließ.

Belisarius konnte seinen Blick nicht von ihr richten, denn ihr falscher Stolz, ihre Darbietung, erschuf wahrlich eine Illusion von standfester Ruhe. Die Rüstung wog schwerer, wie auch die Waffen an seinem Gürtel, die mit jedem Schritt ihren Klang von sich gaben. Leider hatte der Kriegsherr einen feinen Blick und einen Sinn für den zeitlosen Augenblick, so dass er wahrlich keinerlei Theater spielen wollte aber stets musste. Dies war Teil seines Fluchs, der ihn begleitete. Er machte eine einladende Geste in ihre Richtung, als sich die himmlische Gestalt näherte, und den Kontrast für diesen Moment finalisierte. Mit einer erlaubten Höflichkeit senkte er sein Haupt zum Gruß, erhob dieses aber sofort wieder. Er war nicht ihr Untertan, auch wenn ihre anscheinsgerechte Erhabenheit und ihre aristokratische Darbietung dies von ihm verlangte. Belisarius diente vor allem der Macht, dem Geld und sich selbst. Doch sein Selbst war genauso brüchig, wie die dünnen Linien die Gesellschaft von Barbarei trennten. Sie nannte ihren Namen, gab sich preis und fand sich in den okkulten Ketten seiner Augen wieder, die jede Fassade erblickten und zerschmetterten. Ein wissendes Grinsen huschte über seine Lippen.

Mit einer Bewegung hob er das Pergament an und wandte es so um, dass Elithea es lesen konnte. In der Tat war er der Gesandte des Großkönigs und Heermeister von Castandor. Wahrscheinlich der mächtigste Mann in diesen Hallen und doch seltsam deplatziert, machtlos erscheinend, weil er gegenüber der Prinzessin fremd und grob wirkte. Sie erschuf genau jene Illusion, die Belisarius allein durch sich selbst abwertete und doch akzeptierte er dies, da sie etwas bewahrt hatte, was er verloren hatte. "Elithea Trakas," wiederholte der Kriegsherr mit fürsorglicher Stimme, während er das Pergament wieder verstaute. "Ich bin gekommen, um euch und eure Familie zu geleiten. Wir werden bald nach King's Portal aufbrechen, da es hier nicht mehr sicher für euch ist," erklärte er und machte eine Geste in Richtung Eingang. "Die nun tote Verräterin war eine Attentäterin, die ein noch unklares Anschlagsziel verfolgte. Wir vermuten stark, dass euer Bruder das Ziel gewesen wäre. Der teuflische König von Walleydor verfolgt mannigfaltige Ziele, die alle gegen uns und das Großreich gerichtet sind," gab er seine Sicht preis und verband diese wieder einmal mit Halbwahrheiten und auch bewusst gewählten politischen Lügen. Manchmal musste man auch ein passendes Bild konstruieren aber auch erhalten. Immerhin brauchte ein Krieg einfache Wahrheiten und musste stets klare Linien aufweisen.

Fronten vertrugen sich schlecht mit Komplexität. "Er hat genügend Ressourcen, genügend Mannen und auch den Willen die Welt brennen zu lassen, um seine Tyrannei zu rechtfertigen. Wir gehen davon aus, dass er euch nur entkommen ließ, um euch heimtückisch zu beseitigen, um gleichsam als Gönner und Wohltäter erscheinen zu können, da er euch nicht hinrichtete. Euch hier zu töten, vermutlich durch Gift, wäre ein denkbarer Weg gewesen. Doch diese Tat ist verhindert aber es drohen weitere," sagte er mit fast melodischer Stimme, die einen wohltuenden Singsang von sich gab. Es klang vernünftig und zielgerichtet schön; etwas, was man gut glauben konnte. "Ihr seid in Gefahr," log er dieses mal nicht und genau dieser Fakt ließ ihn besorgt zurück, was sich nun auch in seinem Angesicht spiegelte. Jetzt wo er sie gesehen hatte, zumindest einen Teil der Familie, war er sich gewiss, dass er sie beschützen wollte. Nicht nur hing seine eigene Reputation davon ab, sondern würde es ihm auch leidtun, wenn diese Frau zu Schaden kam.

Elithea hatte etwas an sich, was ihn überzeugte, dass sie es wert war, beschützt zu werden. Vielleicht war es die stille Trauer in der Tiefe ihrer Augen, ihre Erfahrungen und vielleicht auch das, dass Belisarius ihre Situation nachempfinden konnte. Belisarius sah so manches und in diesem Augenblick sah er eine junge Frau, die vieles verloren hatte aber immer noch die Illusion erzaubern konnte, Herrin ihrer Lage zu sein. Es war nicht Stolz, den sie zeigte, aber etwas anderes. Belisarius war mitunter ein Unmensch, Dämon und auch Teufel aber er war nicht blind. Sein Herz schlug langsam, während er sich dezent umwandte, um einen Soldaten anzuweisen, die Leiche zu entsorgen. Danach wandte er sich zurück. "Sehr gut gespielt," meinte er und nickte fürsorglich. Ihre Fassade saß für einen ungeübten Blick sehr wohl aber Belisarius hatte schon zu viele Szenarien erlebt und auch zu viele Männer aber auch Frauen waren durch seinen Befehl oder auch seine Hand gefallen, dass keinerlei unehrliche Fassade lange hielt.
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Planta quae saepius transfertus non coalescit - von Elithea Trakas - 27-03-2024, 17:22
RE: Planta quae saepius transfertus non coalescit - von Belisarius Caderitor - 28-03-2024, 22:39
RE: Planta quae saepius transfertus non coalescit - von Elithea Trakas - 01-04-2024, 18:34
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RE: Planta quae saepius transfertus non coalescit - von Belisarius Caderitor - 02-05-2024, 20:47

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