10-04-2024, 09:18 - Wörter:
Vergraben in den eigenen Gemächern ohne jemals einen Schritt nach draußen zu tun, gefangen in den eigenen Gedanken, die ein wildes Eigenleben entwickeln konnten, und geplagt von Krankheit, derer Heiler zur Genesung erst noch gefunden werden musste. Der König trug ein hartes Schicksalslos und das wenige, das Amira ihm zum Ertragen dessen tun konnte, wollte sie gerne erledigen. Aber noch war es nicht so weit ihn bei der Hand zu nehmen und ihn aus dem Unwetter der Stürme in seinem Kopf zu führen, auf dass er glatte Dünen und saftige Haine sehen konnte, den Himmel ungetrübt und die Luft frei zum Atmen. Doch in diesen Stürmen, wusste sie bereits, war er blind für Offensichtliches und konnte sich über einen Sandkorn, der an falscher Stelle lag, im höchsten Maße erzürnen. So sah er im Moment auch nicht, dass sich jeder um ihn sorgte. Nicht nur seine geliebte Familie, sogar auch das engste Wachpersonal und Amira glaubte, sogar auch sein Volk. Jeder in diesem Land brauchte ihn und sollte es ihm nicht gut gehen, litt man mit ihm mit.
„Ihr werdet niemals alleine sein, Eure Majestät. Wir sorgen uns um Euch und wann immer Ihr es wünscht, werden wir euch beistehen“, und damit meinte sie sich, die Dienerschaft, und doch natürlich nicht zuletzt seine geliebte Gattin. Zwar mochte sie etwas weniger Geduld als Amira für ihn aufbringen, aber ihre Liebe zu ihm war ungetrübt und vermutlich deswegen so heißblütig, weil niemand ihm wirklich helfen konnte. Frust und Verzweiflung konnten seltsame Blüten treiben. Und natürlich würde er nicht auf magische Weise zu essen beginnen nur, weil sie einen Teller mit zu ihm gebracht hatte. Deswegen sah sie beiseite und ergriff eine Feige, derer Schale sie zuhörend hinunterzog. Denn auch, wenn die selbstredend aufgrund der Pflückreife essbar war, wollte sie ihm die kleine Frucht etwas verlockender bereiten. Seinen Bewegungen folgend, setzte sie sich aufrechter auf und beugte sich ein Stück nach vorne um sich die Karte zu besehen, die er vor sich hielt. Amira ergriff das Ende, das sich bei ihr befand, mit ihrer Hand und drückte ihm dafür die halbierte, geschälte Feige in die Hand ohne aufzusehen. Damit er Zeit hatte zu essen, ohne sich gedrängt zu fühlen sogleich auf ihre Worte zu antworten, ließ sich Amira Zeit. Ganz genau sah sie sich die hinzu gezeichneten Punkte an und blickte in den Himmel um zu erkennen, welche er gefunden hatte, die den Wächter derartig in Ungleichgewicht gebracht hatten. „Ihr habt ein neues Sternenbild entdeckt! Ihr meint diese hier, nicht wahr?“, und auch wenn sie mit ihrer freien Hand in den Sternenhimmel deutete, wäre es wohl unmöglich zu sagen, auf welchen Stern sie genau gezeigt hatte. Aber grob befand sich die Richtung in Übereinstimmung mit dem, was sich auf der Karte gezeichnet befand.
„Ihr habt Recht, der Wächter scheint bedroht. Aber Eure Majestät, was, wenn es sich um eine Prüfung handelt?“ Ihr Blick richtete sich zuerst wieder auf ihn, dann auf die Position seiner Ergänzungen auf der Karte. „Seht hier, wie die Sterne den Wächter ausfüllen? Meint Ihr nicht, dass der Wächter vielleicht dadurch stärker und größer werden wird? Er wird den Seelenfresser“, versuchte sie vorzulesen und klang dabei so, als würde sie sich einer Fremdsprache bemächtigen, die sie noch nie gehört hatte. Die Betonung war nicht ganz die richtige und sie schob dabei Worte zusammen, die so nicht zusammen gehörten, und trennte beispielsweise das f und r in der Aussprache voneinander. Aber Amira ignorierte mögliche Mangel ihrer eigenen Lesekompetenz und ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. „verschlingen. Der Wächter beschützt Euch und Euer Land, er wird sich nicht von einfallendem Unglück beugen lassen. Niemals.“ Womit sie ihm begleitend auch noch die zweite Hälfte der Feige reichte; auch, falls er die erste nur weggeworfen haben sollte. Denn auch, wenn er es so direkt nicht gesagt hatte, stand das Aufkommen des neuen Sternbildes sicherlich mit der Flutwelle in Verbindung. Sie konnte nicht einmal erahnen, welch Bürde solch ein Naturereignis für den König bedeutete.
„Ihr werdet niemals alleine sein, Eure Majestät. Wir sorgen uns um Euch und wann immer Ihr es wünscht, werden wir euch beistehen“, und damit meinte sie sich, die Dienerschaft, und doch natürlich nicht zuletzt seine geliebte Gattin. Zwar mochte sie etwas weniger Geduld als Amira für ihn aufbringen, aber ihre Liebe zu ihm war ungetrübt und vermutlich deswegen so heißblütig, weil niemand ihm wirklich helfen konnte. Frust und Verzweiflung konnten seltsame Blüten treiben. Und natürlich würde er nicht auf magische Weise zu essen beginnen nur, weil sie einen Teller mit zu ihm gebracht hatte. Deswegen sah sie beiseite und ergriff eine Feige, derer Schale sie zuhörend hinunterzog. Denn auch, wenn die selbstredend aufgrund der Pflückreife essbar war, wollte sie ihm die kleine Frucht etwas verlockender bereiten. Seinen Bewegungen folgend, setzte sie sich aufrechter auf und beugte sich ein Stück nach vorne um sich die Karte zu besehen, die er vor sich hielt. Amira ergriff das Ende, das sich bei ihr befand, mit ihrer Hand und drückte ihm dafür die halbierte, geschälte Feige in die Hand ohne aufzusehen. Damit er Zeit hatte zu essen, ohne sich gedrängt zu fühlen sogleich auf ihre Worte zu antworten, ließ sich Amira Zeit. Ganz genau sah sie sich die hinzu gezeichneten Punkte an und blickte in den Himmel um zu erkennen, welche er gefunden hatte, die den Wächter derartig in Ungleichgewicht gebracht hatten. „Ihr habt ein neues Sternenbild entdeckt! Ihr meint diese hier, nicht wahr?“, und auch wenn sie mit ihrer freien Hand in den Sternenhimmel deutete, wäre es wohl unmöglich zu sagen, auf welchen Stern sie genau gezeigt hatte. Aber grob befand sich die Richtung in Übereinstimmung mit dem, was sich auf der Karte gezeichnet befand.
„Ihr habt Recht, der Wächter scheint bedroht. Aber Eure Majestät, was, wenn es sich um eine Prüfung handelt?“ Ihr Blick richtete sich zuerst wieder auf ihn, dann auf die Position seiner Ergänzungen auf der Karte. „Seht hier, wie die Sterne den Wächter ausfüllen? Meint Ihr nicht, dass der Wächter vielleicht dadurch stärker und größer werden wird? Er wird den Seelenfresser“, versuchte sie vorzulesen und klang dabei so, als würde sie sich einer Fremdsprache bemächtigen, die sie noch nie gehört hatte. Die Betonung war nicht ganz die richtige und sie schob dabei Worte zusammen, die so nicht zusammen gehörten, und trennte beispielsweise das f und r in der Aussprache voneinander. Aber Amira ignorierte mögliche Mangel ihrer eigenen Lesekompetenz und ließ sich davon nicht aus dem Konzept bringen. „verschlingen. Der Wächter beschützt Euch und Euer Land, er wird sich nicht von einfallendem Unglück beugen lassen. Niemals.“ Womit sie ihm begleitend auch noch die zweite Hälfte der Feige reichte; auch, falls er die erste nur weggeworfen haben sollte. Denn auch, wenn er es so direkt nicht gesagt hatte, stand das Aufkommen des neuen Sternbildes sicherlich mit der Flutwelle in Verbindung. Sie konnte nicht einmal erahnen, welch Bürde solch ein Naturereignis für den König bedeutete.
