11-04-2024, 14:03 - Wörter:
Je mehr Sekunden verstrichen, desto klarer wurde, dass sie dieses eine Mal offenbar kein gutes Händchen hatte. Nicht, weil sie ihre Vorzüge nicht richtig einsetzen konnte, oder weil sie ausgerechnet heute kein ansehnliches Kleid ausgesucht hatte, nein, es lag an ihm. Definitiv. Sie beobachtete ihn eine Zeit lang dabei, wie er unruhig von einem Fuß auf den anderen trat, dann plötzlich an fing mit fahrigen Bewegungen seine Sachen zusammen zu packen. Offenbar hatte er zwar ein ganz ansehnliches Äußeres, doch sein Geist war nicht für eine spaßige Nacht zu haben. Nicht einmal für ein halbwegs normales Gespräch, so wie es den Anschein machte. Für einen kurzen Moment fragte sich die Rothaarige, ob er so etwas wie Angst empfand, denn der Schweiß auf seiner Stirn, der im dämmrigen Licht leicht schimmerte, ließ ihn beinahe kränklich aussehen. Ein Zucken ihrer Augenbraue verriet ihre Entscheidung es für heute dabei zu belassen. Es war schade, aber sicher kein Weltuntergang. Es würde nicht lange dauern, ehe der nächste gut gebaute Mann die heißen Quellen aufsuchen würde, der sich sicher über ein Bad mit einer nackten Frau zusammen freuen würde. Für einen kurzen Moment wurden ihre Augen glasig, als sie in Erinnerungen schwelgte. Sich in diesem warmen Wasser näher zu kommen hatte einen ganz besonderen Reiz für die junge Frau. Es umspielte so schön die angestrengten Körper und verlieh ihnen etwas nahezu majestätisches.
Es war ein kaum merkliches Zucken mit ihren Schultern, das ihre Entscheidung besiegelte. Für sie würde es heute Abend keinen Spaß geben. Ein wenig enttäuscht atmete sie lautstark aus und trat einen Schritt zurück. Sie war an Körperlichkeiten interessiert, aber bei Gott nicht daran einen psychisch kranken Mann zu erschrecken. Hätte sie gewusst, dass er so reagieren würde, hätte sie es sich um diese Uhrzeit einfach in ihrem Gemach gemütlich gemacht. Auch er trat nun einen Schritt zurück - offenbar auch ein Symbol der Entscheidung, die er gefällt hat. Beinahe etwas belustigt beobachtete die Rothaarige den Mann, wie er versuchte seinen Gedanken Worte zu verleihen, dabei gleichzeitig aber so aussah, als wollte er dieses Gespräch überhaupt nicht führen.
"Danke, aber ihr seid nicht mein Vater. Und ich sowieso schon ein bisschen zu alt, um auf gut gemeinte Ratschläge angewiesen zu sein", antwortete sie und konnte eine leichte Gereiztheit kaum verbergen. Muirín konnte es nicht mehr hören, dass jeder Mann in dieser Gesellschaft dachte, er würde besser wissen, was gut für sie war. Wie sie sich zu verhalten hatte, was sie zu essen hatte, wann sie schlafen gehen sollte und wann sie Spaß haben durfte. Muirín Henaghen war ein selbstständiger Mensch, der sehr wohl eigene Entscheidungen treffen konnte! Dass dieser namenlose Mann vor ihr sich nun auf so dünnes Eis bewegte, berührte etwas unter der verführerischen Oberfläche der jungen Frau. Es holte eine nur allzu bekannte Wut hervor, die sie versuchte zu verstecken. Sie war kein Kind, das man bemuttern musste, oder dem man erklären musste, was gefährlich war und was nicht.
Beinahe ein wenig trotzig reckte sie das Kinn in die Höhe. Sie war kurz davor auf dem Absatz kehrt zu machen und dieses ungewöhnliche Gespräch einfach zu beenden. Zu ihrem Ziel würde sie ja heute sowieso nicht mehr kommen.
Doch noch einmal durchbrach die raue Stimme des Mannes die Stille. Und als hätte er ihre Gedanken gelesen, fragte er nach ihrem wahren Ziel. Die Fürstentochter konnte nicht anders, als laut zu lachen. War das ein Scherz? Bemüht damenhaft hielt sie sich eine Hand vor den Mund, musste aber immer noch kichern, als sie wider Erwarten doch noch einen Schritt auf ihn zutrat. Seine Hand wanderte in einer hektischen Bewegung an seinen Waffengürtel, während er ihr dabei zusah. WOW, dieser Mann hatte wirklich irgendwelche Probleme. Dass es hinter diesen Geröllmassen noch Lebenswege gab, die deutlich anders verliefen als das von Muirín wusste sie zwar, hatte sich aber ehrlicherweise noch nie damit beschäftigt. Dass Menschen psychisch Schwierigkeiten hatten mit allem zurecht zu kommen existierte in ihrer eigenen kleinen Welt um die heißen Quellen herum einfach nicht. Es fehlte das Verständnis dafür, dass man Fremden gegenüber misstrauisch war. Dass man seinen eigenen Spaß nicht an erste Stelle stellen wollte. Es fehlte einfach die Erkenntnis, dass das eigene Leben manchmal sehr schwer sein konnte. Für Muirín gab es nur schwarz und weiß und wenig dazwischen. Sie wollte Spaß und hatte wenig Interesse daran ernsthafte Gespräche zu führen. Man nahm sie ja sowieso selten ernst, also hatte sie es aufgegeben beweisen zu wollen, dass sie eine eigenständige Person mit Gefühlen, Gedanken, Wünschen und Träumen war. Die interessierten ja sowieso nicht, wenn man über ihr Leben sprach, als wäre es das einer Puppe. Also war die einzige logische Konsequenz für sie das Beste daraus zu machen und sich gar nicht in Versuchen zu verrennen. Plötzlich fiel ihr ein, dass sie dem Mann noch eine Antwort schuldete, die mehr war als ein Lachen. "Falls Ihr denkt ich hätte unter meinem Mieder scharfe Messer versteckt, dürft ihr sehr gerne nachsehen", schnurrte sie nun wieder in alter Manier und schob ihr vielschichtiges Kleid an ihrem nackten Bein ein wenig nach oben. Sie konnte nicht anders, obwohl sie sich eigentlich vorgenommen hatte ihn nicht weiter zu verschrecken.
"Ich muss Euch leider enttäuschen. Selbst wenn dort ein Messer wäre -", fing sie nun an richtig zu antworten und ließ das Kleid ruckartig wieder los "- wüsste ich nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich bin eine einfache Prinzessin des Fürsten von Ishcateslieve und versuche der Langeweile meines eintönigen und vorherbestimmten Lebens zu entkommen", endete sie und zuckte mit den Schultern. Da konnte man jetzt reininterpretieren was man wollte. Sie würde ihm sicherlich nicht mit Worten unter die Nase reiben, dass sie auf der Suche nach körperlichem Spaß war. Wenn er damit in irgendwelchen psychischen Ausnahmezuständen zu ihrem Vater rennen würde, dann hätte Muirín ein Problem. "Ich wollte Euch nicht erschrecken, bitte entschuldigt mein plötzliches Auftauchen", beendete sie nun dieses Gespräch und trat wieder einen Schritt zurück. Hoffentlich würde er jetzt einfach abreisen und die Sache gut sein lassen...
Es war ein kaum merkliches Zucken mit ihren Schultern, das ihre Entscheidung besiegelte. Für sie würde es heute Abend keinen Spaß geben. Ein wenig enttäuscht atmete sie lautstark aus und trat einen Schritt zurück. Sie war an Körperlichkeiten interessiert, aber bei Gott nicht daran einen psychisch kranken Mann zu erschrecken. Hätte sie gewusst, dass er so reagieren würde, hätte sie es sich um diese Uhrzeit einfach in ihrem Gemach gemütlich gemacht. Auch er trat nun einen Schritt zurück - offenbar auch ein Symbol der Entscheidung, die er gefällt hat. Beinahe etwas belustigt beobachtete die Rothaarige den Mann, wie er versuchte seinen Gedanken Worte zu verleihen, dabei gleichzeitig aber so aussah, als wollte er dieses Gespräch überhaupt nicht führen.
"Danke, aber ihr seid nicht mein Vater. Und ich sowieso schon ein bisschen zu alt, um auf gut gemeinte Ratschläge angewiesen zu sein", antwortete sie und konnte eine leichte Gereiztheit kaum verbergen. Muirín konnte es nicht mehr hören, dass jeder Mann in dieser Gesellschaft dachte, er würde besser wissen, was gut für sie war. Wie sie sich zu verhalten hatte, was sie zu essen hatte, wann sie schlafen gehen sollte und wann sie Spaß haben durfte. Muirín Henaghen war ein selbstständiger Mensch, der sehr wohl eigene Entscheidungen treffen konnte! Dass dieser namenlose Mann vor ihr sich nun auf so dünnes Eis bewegte, berührte etwas unter der verführerischen Oberfläche der jungen Frau. Es holte eine nur allzu bekannte Wut hervor, die sie versuchte zu verstecken. Sie war kein Kind, das man bemuttern musste, oder dem man erklären musste, was gefährlich war und was nicht.
Beinahe ein wenig trotzig reckte sie das Kinn in die Höhe. Sie war kurz davor auf dem Absatz kehrt zu machen und dieses ungewöhnliche Gespräch einfach zu beenden. Zu ihrem Ziel würde sie ja heute sowieso nicht mehr kommen.
Doch noch einmal durchbrach die raue Stimme des Mannes die Stille. Und als hätte er ihre Gedanken gelesen, fragte er nach ihrem wahren Ziel. Die Fürstentochter konnte nicht anders, als laut zu lachen. War das ein Scherz? Bemüht damenhaft hielt sie sich eine Hand vor den Mund, musste aber immer noch kichern, als sie wider Erwarten doch noch einen Schritt auf ihn zutrat. Seine Hand wanderte in einer hektischen Bewegung an seinen Waffengürtel, während er ihr dabei zusah. WOW, dieser Mann hatte wirklich irgendwelche Probleme. Dass es hinter diesen Geröllmassen noch Lebenswege gab, die deutlich anders verliefen als das von Muirín wusste sie zwar, hatte sich aber ehrlicherweise noch nie damit beschäftigt. Dass Menschen psychisch Schwierigkeiten hatten mit allem zurecht zu kommen existierte in ihrer eigenen kleinen Welt um die heißen Quellen herum einfach nicht. Es fehlte das Verständnis dafür, dass man Fremden gegenüber misstrauisch war. Dass man seinen eigenen Spaß nicht an erste Stelle stellen wollte. Es fehlte einfach die Erkenntnis, dass das eigene Leben manchmal sehr schwer sein konnte. Für Muirín gab es nur schwarz und weiß und wenig dazwischen. Sie wollte Spaß und hatte wenig Interesse daran ernsthafte Gespräche zu führen. Man nahm sie ja sowieso selten ernst, also hatte sie es aufgegeben beweisen zu wollen, dass sie eine eigenständige Person mit Gefühlen, Gedanken, Wünschen und Träumen war. Die interessierten ja sowieso nicht, wenn man über ihr Leben sprach, als wäre es das einer Puppe. Also war die einzige logische Konsequenz für sie das Beste daraus zu machen und sich gar nicht in Versuchen zu verrennen. Plötzlich fiel ihr ein, dass sie dem Mann noch eine Antwort schuldete, die mehr war als ein Lachen. "Falls Ihr denkt ich hätte unter meinem Mieder scharfe Messer versteckt, dürft ihr sehr gerne nachsehen", schnurrte sie nun wieder in alter Manier und schob ihr vielschichtiges Kleid an ihrem nackten Bein ein wenig nach oben. Sie konnte nicht anders, obwohl sie sich eigentlich vorgenommen hatte ihn nicht weiter zu verschrecken.
"Ich muss Euch leider enttäuschen. Selbst wenn dort ein Messer wäre -", fing sie nun an richtig zu antworten und ließ das Kleid ruckartig wieder los "- wüsste ich nicht, wie ich damit umgehen sollte. Ich bin eine einfache Prinzessin des Fürsten von Ishcateslieve und versuche der Langeweile meines eintönigen und vorherbestimmten Lebens zu entkommen", endete sie und zuckte mit den Schultern. Da konnte man jetzt reininterpretieren was man wollte. Sie würde ihm sicherlich nicht mit Worten unter die Nase reiben, dass sie auf der Suche nach körperlichem Spaß war. Wenn er damit in irgendwelchen psychischen Ausnahmezuständen zu ihrem Vater rennen würde, dann hätte Muirín ein Problem. "Ich wollte Euch nicht erschrecken, bitte entschuldigt mein plötzliches Auftauchen", beendete sie nun dieses Gespräch und trat wieder einen Schritt zurück. Hoffentlich würde er jetzt einfach abreisen und die Sache gut sein lassen...
