11-04-2024, 14:22 - Wörter:
Bis eben schien noch die Sonne und das Licht fiel in angenehmen Farben und Formen durch die Fenster ihres Anwesens. Muirín war gut gelaunt aus ihren Gemächern getreten und wollte ins Freie gehen, die frische Luft genießen und sich ein wenig Beschäftigung suchen. Mit Handarbeiten konnte man die junge Frau nämlich jagen - ganz zum Leidwesen ihrer Gouvernante - doch ein wirkliches Geschick für so feine Muster hat sie noch nie bewiesen. Sie war zu unkonzentriert und zu ungeduldig, damit bei solchen Arbeiten auch wirklich etwas Schönes bei raus kam. Immer wieder fiel sie in ihre eigenen Gedanken, dass sie anfing Fehler zu machen und dann alles wieder neu machen musste. Seit einige Zeit hatte sie die Handarbeiten also komplett aufgegeben, doch zu ihrem Leidwesen gab es nur wenig angemessene Beschäftigung für eine junge Frau ihren Alters. Also würde sie sich irgendetwas suchen müssen. Vielleicht ein nettes Gespräch oder ein netter Spaziergang durch die Felswüsten um sie herum. Doch offenbar hatte sie diese Pläne ohne ihren absolut nervigen Bruder gemacht, wie sie just in diesem Moment feststellen musste.
Als er mit eiligen Schritten um die Ecke kam und etwas zu nah vor ihr stehen blieb, trat sie einen Schritt zurück, um etwas Abstand zwischen sich und ihn zu bringen. Seine blaffenden Worte ließen die gute Laune, die sie bis eben gehabt hat, wie eine Seifenblase zerplatzen. "Ich dachte immer, dass Mutter viel Wert darauf gelegt hat, dass wir alle eine gute Erziehung genießen...", überlegte sie laut und verdrehte die Augen. Dass er ihr nicht einmal einen guten Tag wünschen konnte sprach mal wieder für sich. "Ich glaube du wolltest sowas sagen, wie 'Hallo liebe Schwester, wie schön dich zu sehen!'". erwiderte sie und trat einen weiteren Schritt zurück. Am liebsten wäre sie einfach an ihm vorbei gegangen und hätte ihn so, wie er war, im Gang ihres Anwesens stehen gelassen. Manchmal kam er ihr vor wie ein wütender Troll, der den ganzen Tag nichts anderes machen konnte als rumzunörgeln und sich aufzuspielen, als wäre sein Ego tausend Mal größer, als sein eigentlicher Körper.
Leider war Ruaidhris Körper allerdings zumindest so breit, dass sie sich nicht einfach an ihm vorbeischleichen konnte, ohne ihn mindestens an der Schulter anzurempeln. Und darauf ließ sie sich erst gar nicht ein. Immerhin konnte Muirín sich wie ein zivilisierter Mensch benehmen... Im Gegensatz zu ihm.
"Ich weiß ja nicht seit wann du dich meinst so aufspielen zu müssen, aber würdest du einfach mal versuchen nett mit mir zu reden, hätte dieses ganzes Gespräch hier sicherlich eine ganz andere Erfolgsquote", entgegnete sie genervt und gestikulierte einladend, um ihre Worte zu unterstreichen. Es war die Wahrheit, die sie sprach. Zwar wäre das Ergebnis auch bei einem netten Gespräch das gleiche - nämlich dass sie nicht daran interessiert war zu heiraten - aber zumindest hätten sie sich dann vorher nett unterhalten. Aber Ruaidhri hatte seit dem Tod ihrer Mutter offenbar verlernt, wie das ging.
"Wenn du im Auftrag Vaters hier bist, dann kann ich das Gespräch ja auch genauso gut zu einem anderen Zeitpunkt mit ihm direkt führen", versuchte sie ihren großen Bruder abzuwimmeln und spähte nun doch nach einer Möglichkeit sich an ihm vorbei zu schleichen. "Du darfst mich aber sehr gerne auf meinem geplanten Spaziergang begleiten. Aber nur, wenn sich deine Laune dann verbessert", lud sie ihn mit spitzer Zunge ein und bereitete sich innerlich schon auf die nächste Schimpfirade vor.
Als er mit eiligen Schritten um die Ecke kam und etwas zu nah vor ihr stehen blieb, trat sie einen Schritt zurück, um etwas Abstand zwischen sich und ihn zu bringen. Seine blaffenden Worte ließen die gute Laune, die sie bis eben gehabt hat, wie eine Seifenblase zerplatzen. "Ich dachte immer, dass Mutter viel Wert darauf gelegt hat, dass wir alle eine gute Erziehung genießen...", überlegte sie laut und verdrehte die Augen. Dass er ihr nicht einmal einen guten Tag wünschen konnte sprach mal wieder für sich. "Ich glaube du wolltest sowas sagen, wie 'Hallo liebe Schwester, wie schön dich zu sehen!'". erwiderte sie und trat einen weiteren Schritt zurück. Am liebsten wäre sie einfach an ihm vorbei gegangen und hätte ihn so, wie er war, im Gang ihres Anwesens stehen gelassen. Manchmal kam er ihr vor wie ein wütender Troll, der den ganzen Tag nichts anderes machen konnte als rumzunörgeln und sich aufzuspielen, als wäre sein Ego tausend Mal größer, als sein eigentlicher Körper.
Leider war Ruaidhris Körper allerdings zumindest so breit, dass sie sich nicht einfach an ihm vorbeischleichen konnte, ohne ihn mindestens an der Schulter anzurempeln. Und darauf ließ sie sich erst gar nicht ein. Immerhin konnte Muirín sich wie ein zivilisierter Mensch benehmen... Im Gegensatz zu ihm.
"Ich weiß ja nicht seit wann du dich meinst so aufspielen zu müssen, aber würdest du einfach mal versuchen nett mit mir zu reden, hätte dieses ganzes Gespräch hier sicherlich eine ganz andere Erfolgsquote", entgegnete sie genervt und gestikulierte einladend, um ihre Worte zu unterstreichen. Es war die Wahrheit, die sie sprach. Zwar wäre das Ergebnis auch bei einem netten Gespräch das gleiche - nämlich dass sie nicht daran interessiert war zu heiraten - aber zumindest hätten sie sich dann vorher nett unterhalten. Aber Ruaidhri hatte seit dem Tod ihrer Mutter offenbar verlernt, wie das ging.
"Wenn du im Auftrag Vaters hier bist, dann kann ich das Gespräch ja auch genauso gut zu einem anderen Zeitpunkt mit ihm direkt führen", versuchte sie ihren großen Bruder abzuwimmeln und spähte nun doch nach einer Möglichkeit sich an ihm vorbei zu schleichen. "Du darfst mich aber sehr gerne auf meinem geplanten Spaziergang begleiten. Aber nur, wenn sich deine Laune dann verbessert", lud sie ihn mit spitzer Zunge ein und bereitete sich innerlich schon auf die nächste Schimpfirade vor.
