13-04-2024, 18:24 - Wörter:
Warum fühlte sich Glynis so okkult entfremdet von diesem Augenblick? Alles schien sich merkwürdig anzufühlen, so als ob alles von einer fremden Aura umgeben war. Sogar ihre Mutter fühlte sich fremd an, so fremd sogar, dass Glynis kurz ihre Augen fest zusammenkneifen musste. Etwas stimmte einfach nicht mehr. Ein leichter Nebel schien die Zeit zu erfassen und die junge Frau fand es schwer, die Zeit wahrzunehmen. Glynis versuchte aufmerksam mit einem schief gelegten Kopf Alys Angesicht zu lesen, zu verstehen, was hier geschah aber ihr eigener Herzschlag wurde immer stärker. Glynis war unsicher, wütend, traurig und entäuscht; all diese Gefühl forderten immer mehr von ihrer Biologie ein, so dass die Aufmerksamkeit in viele Erinnerungen sprang, in ferne Zeiten und der Augenblick verlor sich in diesem verdammten Nebel. Alys hatte Glynis für einen winzigen Augenblick verloren. Was Alys wirklich wollte, hatte für diesen Atemzug keinerlei Bedeutung mehr, da Glynis sich daran erinnerte, was einst gewesen war. Nein, sie war nicht freiwillig hier. Alys mochte Freiwilligkeit annehmen, doch unterschätzte sie, welchen Zwang Gruppen und Gemeinschaften ausüben konnten. Glynis erkannte, dass dies auch ihrem Bruder drohen würde. Niemand kam in geschmiedeten Ketten an diesen Ort aber man trug hier andere Ketten, die vielleicht sogar schwerer wogen, als geschmiedetes Eisen. Hektisch atmete Glynis ein und aus, versuchte den Schleier bei Seite zu schieben, was ihr auch gelang. Es war einfach egal, was wirklich zählte, denn es galt immer nur das Gebot der scheinheiligen Alys, die ihre festen Überzeugungen stets gegen Widerstand durchsetzte. Am liebsten hätte Glynis jetzt diesen Ort dauerhaft verlassen aber wo sollte sie hin? Sie hatte außerhalb ihres Bruders niemanden, der sie aufnehmen konnte. Eine gefährliche Falle war diese Priesterschaft, diese heimliche Gefangenschaft für eine Gottheit, die niemals ohne erhebliche Verluste enden konnte. Noch dazu glaubte Glynis ein wenig zu sehr an sich und ihre Aufgabe. Manchmal war ihre Welt genauso widersprüchlich, wie ihre Wünsche.
Glynis erlaubte sich einen kleinen Verrat an ihrem Glauben, um für wenige ehrliche Atemzüge frei zu sein. Sollte sie wirklich weglaufen und Gareth warnen? Bei ihm leben? Ein neue Welt für sich und ihn suchen? Alys sah dies nicht, konnte es durch eigene Verblendung auch nicht sehen. Die widerspenstigen Gedanken, die frei sein wollten, brannten sich in das Bewusstsein der jungen Frau, deren Erlebnishunger und sicherlich auch ihre Eitelkeit ihr Übriges taten, so dass sich die traurige Wut und der Verlust deutlicher erhoben. Wenigstens ließ es Alys zu, dass beide ihre Hände umschlossen. Es gab Glynis eine Illusion von Halt, ließ die Enttäuschung ein wenig kleiner werden und hielt somit die junge und enttäuschte Frau an diesem Ort. Es war diese kleine Hoffnung, die Glynis daran hinderte, den flüchtigen aber sehr starken Gedanken nachzugeben. Auch der warme Blick erwärmte den kalten Zorn, der Glynis unzumutbar befallen hatte. Die junge Frau war mit ihren eigenen Emotionen überfordert, fühlte sehr viel und wusste aber auch ebenso viel, was sie sein wollte und sein musste. Jetzt wollte sie eine gute Schwester für Gareth sein. Wenigstens endeten die wütenden Worte. "Wir können ihn gemeinsam aufsuchen und gemeinsam einladen," gab sie schließlich nach, wobei ihre Stimme brüchig schön war. Immer noch fanden sich Tränen in ihren glasigen Augen. Noch war sie nicht von ihrer Traurigkeit verlassen. Doch hatte sie genug davon. Nicht nur von der Traurigkeit. Glynis erahnte bereits, dass Alys die selben Lügen benutzen würde, die sie bei ihr benutzt hatte, um sie zu einer Priesterin werden zu lassen.
Es gab kein Entkommen aus dieser Lage, da es kein Einlenken gab, also mussten andere Wege genutzt werden. Wenn Glynis anwesend wäre, Gareth begleiten könnte, könnte sie ihn auch davon abhalten, übereilte Entscheidungen zu treffen, und die Lügen erklären, die Alys gerne benutzte. Glynis nahm sich fest vor, Alys Bemühungen aktiv zu sabotieren und Gareth wirklich eine freie Entscheidung vorzulegen, die nicht durch Alys beeinflussbar war. "Wir machen es gemeinsam," log sie halb-wahr. Ja, sie würde zum Schein darauf eingehen, Alys vorgeblich unterstützen und im geeigneten Moment, ihren Bruder unterstützen und viel mehr noch schützen, damit er nicht in die gleichen Fänge und Ketten geriet, denen sie jetzt unterworfen war. Müde nickte sie ihrer Mutter zu, die Hände der beiden fest zusammenpressend, wobei sie dezent schniefte und um eine ruhige Atmung rang. Alys sollte ruhig sehen, dass Glynis noch immer traurig und berührt war. Inzwischen konnte sich Glynis wieder etwas mehr kontrollieren und nutzte ihren Zustand auch ganz bewusst. Es gab keinerlei Einsicht in die Sichtweise von Alys. Das hatte sie in der Zeit gelernt, dass man sich widersetzen musste; egal, wie gut oder schlecht die Lage war.
Glynis erlaubte sich einen kleinen Verrat an ihrem Glauben, um für wenige ehrliche Atemzüge frei zu sein. Sollte sie wirklich weglaufen und Gareth warnen? Bei ihm leben? Ein neue Welt für sich und ihn suchen? Alys sah dies nicht, konnte es durch eigene Verblendung auch nicht sehen. Die widerspenstigen Gedanken, die frei sein wollten, brannten sich in das Bewusstsein der jungen Frau, deren Erlebnishunger und sicherlich auch ihre Eitelkeit ihr Übriges taten, so dass sich die traurige Wut und der Verlust deutlicher erhoben. Wenigstens ließ es Alys zu, dass beide ihre Hände umschlossen. Es gab Glynis eine Illusion von Halt, ließ die Enttäuschung ein wenig kleiner werden und hielt somit die junge und enttäuschte Frau an diesem Ort. Es war diese kleine Hoffnung, die Glynis daran hinderte, den flüchtigen aber sehr starken Gedanken nachzugeben. Auch der warme Blick erwärmte den kalten Zorn, der Glynis unzumutbar befallen hatte. Die junge Frau war mit ihren eigenen Emotionen überfordert, fühlte sehr viel und wusste aber auch ebenso viel, was sie sein wollte und sein musste. Jetzt wollte sie eine gute Schwester für Gareth sein. Wenigstens endeten die wütenden Worte. "Wir können ihn gemeinsam aufsuchen und gemeinsam einladen," gab sie schließlich nach, wobei ihre Stimme brüchig schön war. Immer noch fanden sich Tränen in ihren glasigen Augen. Noch war sie nicht von ihrer Traurigkeit verlassen. Doch hatte sie genug davon. Nicht nur von der Traurigkeit. Glynis erahnte bereits, dass Alys die selben Lügen benutzen würde, die sie bei ihr benutzt hatte, um sie zu einer Priesterin werden zu lassen.
Es gab kein Entkommen aus dieser Lage, da es kein Einlenken gab, also mussten andere Wege genutzt werden. Wenn Glynis anwesend wäre, Gareth begleiten könnte, könnte sie ihn auch davon abhalten, übereilte Entscheidungen zu treffen, und die Lügen erklären, die Alys gerne benutzte. Glynis nahm sich fest vor, Alys Bemühungen aktiv zu sabotieren und Gareth wirklich eine freie Entscheidung vorzulegen, die nicht durch Alys beeinflussbar war. "Wir machen es gemeinsam," log sie halb-wahr. Ja, sie würde zum Schein darauf eingehen, Alys vorgeblich unterstützen und im geeigneten Moment, ihren Bruder unterstützen und viel mehr noch schützen, damit er nicht in die gleichen Fänge und Ketten geriet, denen sie jetzt unterworfen war. Müde nickte sie ihrer Mutter zu, die Hände der beiden fest zusammenpressend, wobei sie dezent schniefte und um eine ruhige Atmung rang. Alys sollte ruhig sehen, dass Glynis noch immer traurig und berührt war. Inzwischen konnte sich Glynis wieder etwas mehr kontrollieren und nutzte ihren Zustand auch ganz bewusst. Es gab keinerlei Einsicht in die Sichtweise von Alys. Das hatte sie in der Zeit gelernt, dass man sich widersetzen musste; egal, wie gut oder schlecht die Lage war.
