13-04-2024, 19:07 - Wörter:
Rabia schloss die Tür hinter sich und trat vor Belisarius, welcher andächtig gewartet hatte und sich nun eifrig erhoben hatte. Manche Pläne brauchten schlichte Geduld, die er sehr wohl aufbringen konnte. Die Heilerin, die stets gute und gerechte Dienste geleistet hatte, teilte ihren Bericht mit und gab somit alle relevanten Fakten preis, die Belisarius brauchte, um die Lage zu bewerten. Beide wussten stets, was gebraucht wurde und handelten sehr zielgerichtet. Belisarius lauschte aufmerksam, wollte nichts überhören und merkte sich die relevanten Daten. Immer wieder nickte er dabei. Rabia bestätigte, dass sie Daphne Christopoulos hieß. Noch dazu kamen weitere Informationen, die Belisarius als sehr wichtig erachtete. Daphne war gerade mal 17 und hatte eine Mutter namens Hermia, welche in King's Portal lebte, eine ihm bekannte Stadt. Soweit keine Geschwister, was durchaus nützlich war und auch brauchbar für die angedachten Pläne. Noch immer glaubte Daphne die schlecht gewundene Lüge, die Belisarius schnell konstruiert hatte. Belisarius nickte abermals und schluckte dann.
Diese Lage war schwierig aber irgendeinen Nutzen musste er jetzt daraus ziehen. Es gab immer etwas zu gewinnen aber auch zu verlieren. Daphne war jetzt an einem Ort, wo beides dicht beieinander lag. Weiterhin konnte sich nicht mehr vollständig an das vergangene Gespräch erinnern, was ebenfalls bei den Plänen half. Vergessen und eine Anfälligkeit für Vergessen war genauso brauchbar für die Ideen und Wünsche, die Belisarius hatte. Er wollte mehr aus Daphne machen, als eine bloße Bardin. Sie hatte wirklich Potenzial und so glaubte der Kriegsherr wirklich daran, dass er Daphne in ein neue Zukunft bringen konnte. Sie brauchte nur eine kleine Wandlung, die Belisarius begünstigen konnte. Rabia teilte ihm auch mit, dass Daphne ansonsten bei Gesundheit war. Auch dies war wichtig, um nicht unter der kommenden Prozedur zu leiden, die viele durchlaufen hatten aber sie war nicht ohne Gefahr. Belisarius wollte ihr augenscheinlich eine Wahl lassen und glaubte mit Sicherheit selbst daran, dass er das Richtige tat. Der Selbstbetrug war eine mächtige Waffe. "Danke, Rabia" - sagte Belisarius und legte dabei der Heilerin fürsorglich und sehr freundschaftlich seine Hand auf die Schulter. Er war ihr wirklich dankbar. "Wer werden noch herausfinden, was es mit all dem auf sich hat," versicherte er seiner Heilerin, die mehr als gute Arbeit leistete. "Wenn Daphne zu uns findet, wird sie keinen Hunger mehr erleben," meinte er vorsichtig und deutete in Richtung Tür. Er wollte eigentlich direkt beginnen aber hielt sich noch zurück. "Ich werde das beachten," versicherte er Rabia und blickte ihr dabei direkt ins Gesicht. Er wollte Daphne keinerlei Schaden zufügen aber glaubte, dass ihr Leben unter dem dunklen Turm besser verlaufen würde, als bei vogelfreien Gauklern. Belisarius war kein Mann des reinen Mitgefühls, sicherlich verdorben und entrückt aber auch er hatte etwas Menschliches. Es war eine ferne Erinnerung von dem Menschen, der er hätte werden können und so war es auch diese Erinnerung, die seine Lügen an diesem Ort perfektionierte.
"Ich werde dich später dazu holen, wenn es abgeschlossen ist," erklärte er und ging bereits die notwendigen Schritte der Initiation durch, um aus Daphne eine Dienerin der dunklen Sache zu machen. Rabia würde wissen, was geschehen würde, und dennoch und vielleicht auch nichtsdestotrotz zog sie einen der gewünschten Tränke hervor und überreichte ihm das kleine, noch verkorkte und versiegelte Fläschchen. Belisarius nahm es behutsam entgegen, fest in seiner Faust verschlossen und senkte für einen winzigen Augenblick sein Haupt vor Rabia, fast so als ob er um Verzeihung bitten wollte. Er öffnete seine großen Augen wieder, als Rabia nach dem Wirtsjungen fragte. "Er wartet bei Speis und Trank auf seine Bezahlung. Du kannst ihn gerne fortschicken, sobald er bezahlt wurde. Rede ruhig noch mit ihm. Ich glaube, dass die Sache auch für ihn schwierig war," ordnete Belisarius freundlich an und war sich auch in dieser Sache sicher, dass Rabia dies erledigen würde. Sie tat immer das, was gut für sie alle war. Doch seine Worte waren kein Befehl, sondern viel mehr eine freundliche Bitte, die weniger Order war. "Wir heben das Korsett auf und geben es ihr bei passender Zeit zurück," meinte er und lächelte fürsorglich; auch er war in diesem Moment nur Mensch. Diese Zitadelle war sein Zuhause, ein Ort, der nicht immer einer vollen Masquerade bedurfte. "Ich werde nun hineingehen...," sagte er und nahm die Hand von Rabias Schulter. Danach trat er durch die Tür, nachdem er sich versichert hatte, dass die Heilerin keinerlei weiteren Wunsch oder Wort mehr hatte. Ein fester Atemzug und Belisarius suchte wieder seine Rolle auf dieser neuen Bühne. Er verinnerlichte noch einmal den Bericht von Rabia und legte sein fürsorgliches Gesicht auf, was genauso eine Lüge war, wie alles, was er sonst als Rechtfertigung benutzte. Das Theater begann mit einem kleinen Aufzug.
Andächtig, wie zum Anbeginn, trat er in die Kammer. "Hallo," sagte er vorsichtig, wobei er sich langsam gab und behutsam Schritt um Schritt eintrat. "Darf ich eintreten?" - fragte er aus Höflichkeit nach, um sie nicht zu überfallen. "Ich bin Belisarius, der Herr dieses Hauses und wir haben uns Sorgen gemacht...," leitete er sorgsam seine Worte ein und schloss dann die Tür hinter sich, da er davon ausging, nicht weggeschickt zu werden. Immerhin hatte er ja angeblich Informationen über ihren Vater, so dass er schlicht erahnte, dass dies ein wichtiger Hebel für Daphne war. Er würde seine Lügen weiter benutzen, sie weiter spinnen und ausdehnen, damit Daphne auch an diesen Ort hier fand, um einer Sache zu dienen, die größer war, als pure Gaukelei für kleine Münze. "... du wurdest gut behandelt?" Natürlich wurde sie das, da Rabia die beste Heilerin war, die er selbst kannte aber er wollte Daphne das Gefühl geben, aufgehoben zu sein und das ihr Wohlbefinden, wirklich zu seinen Prioritäten gehörte. Noch gehörte es das auch und so war es nur eine Halbwahrheit. Belisarius setzte sich mit etwas Abstand von ihr auf kleinen Hocker, stellte die kleine Phiole auf dem Tisch in Griffnähe zu Daphne ab aber erklärte noch nicht, was in diesem Fläschen war, sondern stellte es schlicht nur bereit für das weitere Vorgehen. "Dein wahrscheinlicher Vater ist mit mir verwandt. Leider ist er verschwunden und wir nehmen an, dass er tot ist. Doch vor seinem Verschwinden beauftragte er uns, nach seiner Tochter zu suchen, die er einst verlassen musste. Mit etwas Glück erkannte ich seine Gesichtszüge in deinen und als mir Rabia gerade berichtete, dass du aus King's Portal stammst, wurde mir alles klar," begann er seine Erzählung und versuchte dabei sehr ruhig zu sprechen, damit seine Worte sanftmütig wirkten. "Mein Onkel Ignatius war oft bei einer Hermia und ich vermute, dass er dein Vater ist," begann er damit die Lüge auszubauen und versuchte dabei auf ihre Reaktion zu achten, um gegebenenfalls Details spontan anzupassen. "Doch ich will dich nicht damit überfallen. Ruhe dich erst einmal aus...," sagte er und lächelte fürsorglich, wobei er eine vertrauensvolle Geste mit seiner Linken machte. Die Vorgehensweise war bei allen gleich und so ging Belisarius genau jenem Werk nach, was er sein schon viele Jahre beging. Er fand verlorene Seelen, rekrutierte diese und setzte sie willfährig ein. Leider gab es genug verlorene Menschen, die in seine Fänge geraten konnten. Aufmerksam beäugte er Daphne, ohne dabei zu starren oder angespannt zu wirken.
Diese Lage war schwierig aber irgendeinen Nutzen musste er jetzt daraus ziehen. Es gab immer etwas zu gewinnen aber auch zu verlieren. Daphne war jetzt an einem Ort, wo beides dicht beieinander lag. Weiterhin konnte sich nicht mehr vollständig an das vergangene Gespräch erinnern, was ebenfalls bei den Plänen half. Vergessen und eine Anfälligkeit für Vergessen war genauso brauchbar für die Ideen und Wünsche, die Belisarius hatte. Er wollte mehr aus Daphne machen, als eine bloße Bardin. Sie hatte wirklich Potenzial und so glaubte der Kriegsherr wirklich daran, dass er Daphne in ein neue Zukunft bringen konnte. Sie brauchte nur eine kleine Wandlung, die Belisarius begünstigen konnte. Rabia teilte ihm auch mit, dass Daphne ansonsten bei Gesundheit war. Auch dies war wichtig, um nicht unter der kommenden Prozedur zu leiden, die viele durchlaufen hatten aber sie war nicht ohne Gefahr. Belisarius wollte ihr augenscheinlich eine Wahl lassen und glaubte mit Sicherheit selbst daran, dass er das Richtige tat. Der Selbstbetrug war eine mächtige Waffe. "Danke, Rabia" - sagte Belisarius und legte dabei der Heilerin fürsorglich und sehr freundschaftlich seine Hand auf die Schulter. Er war ihr wirklich dankbar. "Wer werden noch herausfinden, was es mit all dem auf sich hat," versicherte er seiner Heilerin, die mehr als gute Arbeit leistete. "Wenn Daphne zu uns findet, wird sie keinen Hunger mehr erleben," meinte er vorsichtig und deutete in Richtung Tür. Er wollte eigentlich direkt beginnen aber hielt sich noch zurück. "Ich werde das beachten," versicherte er Rabia und blickte ihr dabei direkt ins Gesicht. Er wollte Daphne keinerlei Schaden zufügen aber glaubte, dass ihr Leben unter dem dunklen Turm besser verlaufen würde, als bei vogelfreien Gauklern. Belisarius war kein Mann des reinen Mitgefühls, sicherlich verdorben und entrückt aber auch er hatte etwas Menschliches. Es war eine ferne Erinnerung von dem Menschen, der er hätte werden können und so war es auch diese Erinnerung, die seine Lügen an diesem Ort perfektionierte.
"Ich werde dich später dazu holen, wenn es abgeschlossen ist," erklärte er und ging bereits die notwendigen Schritte der Initiation durch, um aus Daphne eine Dienerin der dunklen Sache zu machen. Rabia würde wissen, was geschehen würde, und dennoch und vielleicht auch nichtsdestotrotz zog sie einen der gewünschten Tränke hervor und überreichte ihm das kleine, noch verkorkte und versiegelte Fläschchen. Belisarius nahm es behutsam entgegen, fest in seiner Faust verschlossen und senkte für einen winzigen Augenblick sein Haupt vor Rabia, fast so als ob er um Verzeihung bitten wollte. Er öffnete seine großen Augen wieder, als Rabia nach dem Wirtsjungen fragte. "Er wartet bei Speis und Trank auf seine Bezahlung. Du kannst ihn gerne fortschicken, sobald er bezahlt wurde. Rede ruhig noch mit ihm. Ich glaube, dass die Sache auch für ihn schwierig war," ordnete Belisarius freundlich an und war sich auch in dieser Sache sicher, dass Rabia dies erledigen würde. Sie tat immer das, was gut für sie alle war. Doch seine Worte waren kein Befehl, sondern viel mehr eine freundliche Bitte, die weniger Order war. "Wir heben das Korsett auf und geben es ihr bei passender Zeit zurück," meinte er und lächelte fürsorglich; auch er war in diesem Moment nur Mensch. Diese Zitadelle war sein Zuhause, ein Ort, der nicht immer einer vollen Masquerade bedurfte. "Ich werde nun hineingehen...," sagte er und nahm die Hand von Rabias Schulter. Danach trat er durch die Tür, nachdem er sich versichert hatte, dass die Heilerin keinerlei weiteren Wunsch oder Wort mehr hatte. Ein fester Atemzug und Belisarius suchte wieder seine Rolle auf dieser neuen Bühne. Er verinnerlichte noch einmal den Bericht von Rabia und legte sein fürsorgliches Gesicht auf, was genauso eine Lüge war, wie alles, was er sonst als Rechtfertigung benutzte. Das Theater begann mit einem kleinen Aufzug.
Andächtig, wie zum Anbeginn, trat er in die Kammer. "Hallo," sagte er vorsichtig, wobei er sich langsam gab und behutsam Schritt um Schritt eintrat. "Darf ich eintreten?" - fragte er aus Höflichkeit nach, um sie nicht zu überfallen. "Ich bin Belisarius, der Herr dieses Hauses und wir haben uns Sorgen gemacht...," leitete er sorgsam seine Worte ein und schloss dann die Tür hinter sich, da er davon ausging, nicht weggeschickt zu werden. Immerhin hatte er ja angeblich Informationen über ihren Vater, so dass er schlicht erahnte, dass dies ein wichtiger Hebel für Daphne war. Er würde seine Lügen weiter benutzen, sie weiter spinnen und ausdehnen, damit Daphne auch an diesen Ort hier fand, um einer Sache zu dienen, die größer war, als pure Gaukelei für kleine Münze. "... du wurdest gut behandelt?" Natürlich wurde sie das, da Rabia die beste Heilerin war, die er selbst kannte aber er wollte Daphne das Gefühl geben, aufgehoben zu sein und das ihr Wohlbefinden, wirklich zu seinen Prioritäten gehörte. Noch gehörte es das auch und so war es nur eine Halbwahrheit. Belisarius setzte sich mit etwas Abstand von ihr auf kleinen Hocker, stellte die kleine Phiole auf dem Tisch in Griffnähe zu Daphne ab aber erklärte noch nicht, was in diesem Fläschen war, sondern stellte es schlicht nur bereit für das weitere Vorgehen. "Dein wahrscheinlicher Vater ist mit mir verwandt. Leider ist er verschwunden und wir nehmen an, dass er tot ist. Doch vor seinem Verschwinden beauftragte er uns, nach seiner Tochter zu suchen, die er einst verlassen musste. Mit etwas Glück erkannte ich seine Gesichtszüge in deinen und als mir Rabia gerade berichtete, dass du aus King's Portal stammst, wurde mir alles klar," begann er seine Erzählung und versuchte dabei sehr ruhig zu sprechen, damit seine Worte sanftmütig wirkten. "Mein Onkel Ignatius war oft bei einer Hermia und ich vermute, dass er dein Vater ist," begann er damit die Lüge auszubauen und versuchte dabei auf ihre Reaktion zu achten, um gegebenenfalls Details spontan anzupassen. "Doch ich will dich nicht damit überfallen. Ruhe dich erst einmal aus...," sagte er und lächelte fürsorglich, wobei er eine vertrauensvolle Geste mit seiner Linken machte. Die Vorgehensweise war bei allen gleich und so ging Belisarius genau jenem Werk nach, was er sein schon viele Jahre beging. Er fand verlorene Seelen, rekrutierte diese und setzte sie willfährig ein. Leider gab es genug verlorene Menschen, die in seine Fänge geraten konnten. Aufmerksam beäugte er Daphne, ohne dabei zu starren oder angespannt zu wirken.
