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Facing our fears and vulnerabilities head-on is the first step towards healing.
11.08.1016 - 22:00
Charles' Gemächer

Commander of Wolves
Leif Stelhammer
Winterland - Admin
Alter 24
Beruf Kronprinz von Norsteading
Wohnort Wintergard, Norsteading
Stand Verheiratet
User Letha
#3
Damit ein Krieg blutig war und unschuldige Leben einforderte, musste es überhaupt erst einmal Opfer gegeben haben. Ob man überhaupt von Krieg sprechen konnte? Was schon machte einen Krieg aus? Die feindliche Gegenüberstellung zweier Parteien, die um etwas kämpften; um Land, Macht, Titel, um die eigene verfluchte Unabhängigkeit von einem König, der ihrer aller Interesse auf Thron versoff. Kämpfen sollte man gegeneinander – doch Eastergold Meadow hatte sich ergeben, bevor es überhaupt dazu hatte kommen können. Die wenigen protokollierten Todesfälle waren aus Unglücken heraus entstanden, aus der Disziplinlosigkeit der Armee und Ehrenlosigkeit der Söldner, aus dem Adrenalin heraus, das in ihnen allen gesteckt hatte, bis sie verstanden hatten, dass nichts mehr auf die Einnahme folgen würde. Es hatte Blut gegeben, aber Blut benetzte auch täglich den matschigen Innenhof in Wintergard. Was politisch und geschichtlich als Erfolg niedergeschrieben werden würde, war auf kriegerischer Ebene eine Enttäuschung gewesen. Und Leif war nicht gut darin, Enttäuschungen zu verbergen.
Vielleicht war es das Kind in ihm, das sich mehr erhofft hatte, ein Halbstarker, der unter Krieg etwas anderes verstand und sich so gefreut hatte, als sein Vater ihn mit der Verantwortung betraut hatte, die freiwilligen winterländischen Krieger anzuführen. Er hatte eine Möglichkeit gesehen, eine neue Erfahrung, eine andere Farbe in seinem regen Alltag, sich wohl bewusst, dass ein Angriff auf Eastergold Meadow weitreichende, für ihn aber erwünschte Folgen haben würde. Endlich war der Thron, auf dem die Castellanos saßen, ungemütlich, endlich wurden sie gezwungen, ihre Augen zu öffnen und ihren Suff auszunüchtern, wenn sie im Gegensatz zum ehemaligen Fürsten noch ihren Kopf behalten wollten. Es war ein Schritt in die verdiente Unabhängigkeit seines eigenen Landes gewesen, und was war daraus gefolgt? Nichts. Warten. Die Armee auflösen und mal gucken, wie Castandor auf den Einfall reagiert. Leif konnte mitlachen, wenn die heimkehrenden Krieger ihre Metkrüge hoben und sich selbst zu ihrem gelungenen Sieg anstießen, aber das hielt ihn trotzdem nicht an, seinen Unmut im Beisein seiner nahestehenden Waffenbrüder, seiner Freunde, ja sogar seiner Frau auszudrücken. Vielleicht hatte das Kind in ihm gehofft, die Geschichten selbst zu erleben, aus denen Legenden gestrickt waren; der erwachsene Leif hingegen hatte lediglich erwartet, dass man ihn nicht einfach wieder mit leeren Händen zurückschickte.
Die letzten Tage hatte er sich wenig Mühe gegeben, der Nervosität von Aleena entgegenzuwirken, denn für ihn war es simpel: Charles musste das Chaos aufräumen, das seine Aktion angerichtet hatte (und Leif hätte ihm sogar dabei geholfen, wär er nicht mit den anderen Kriegern zurückgeschickt worden), weswegen er hier am Hof mit Abwesenheit glänzte. Dort draußen gab es keine Gefahr, weil Augusto erstmal verarbeiten musste, dass man ihm sein Land unter seinem fetten Arsch weggerissen hatte. Die Boten nutzten die Chance und bauschten die Brutalität des „Krieges“ heillos auf, womit Leif sich bei seiner Frau sogar beschwerte; wenn sie jetzt auch noch propagierten, dann waren sie nicht besser als das verhasste Großkönigsland. Ehrlich gesagt verstand er sie auch nicht. Es war ein weiterer Zwist in ihrer Ehe, als er sie anblickte, wie sie ihre Sorge um ihren Mann und ihren Bruder verkündete, sachliches Unverständnis in seinem Blick, aber kein Wort dazu. Frühlingsblumen waren nunmal nicht dafür gemacht, einem Krieg standzuhalten.
Leifs Finger schraubten sich um den gläsernen Stil des Weinglases, welches er heute ausnahmsweise dem Bier vorgezogen hatte – wenn man schon Krieg gegenüber dem Land mit den Weinbergen erklärte, musste man den übriggebliebenen Import noch ausnutzen. Nachdem er das Glas zum Anstoßen gehoben hatte, ließ er die Geschwister ihren Moment haben und nahm sich indes die Zeit, um sich seine Worte zurecht zu legen. Dabei wusste er eigentlich schon seit Charles Ankunft, was er ihm sagen wollte. Was er reflektieren wollte, nachdem er einige Nächte über die Geschehnisse geschlafen hatte. Ganz gleich, ob Aleena dabei war und nichts vom Kriegstreiben hören wollte, sie kannte seine Meinung und würde sich schon irgendwie damit arrangieren, dass Leif die letzte Gelegenheit im Privaten nutzen wollte, um zumindest nicht mit einem inneren Groll in seine Heimat zurückzukehren.
„Warum hast du die Armee aufgelöst?“, fragte er frei heraus, sein Blick von dem dunklen Rot im Glas aufbegehrend und Charles fest ins Auge fassend. „Du hattest eine Armee und Söldner, die bereit waren, weiter mit dir zu ziehen. Wir hätten so viel mehr erreichen können. Warum hast du dir gedacht ‚bis hier hin und nicht weiter‘?“ Vielleicht verstand Leif ja einfach nicht. Vielleicht war er noch zu jung und ungestüm, um nachvollziehen zu können, dass man einen Krieg nicht um des Krieges Willen ausführte, sondern weil man ein realistischeres, humaneres Ziel verfolgte. Irgendjemand musste es ihm aber erklären, und wer wäre dafür besser geeignet als der König des Frühlingslandes selbst.
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RE: Facing our fears and vulnerabilities head-on is the first step towards healing. - von Leif Stelhammer - 14-04-2024, 05:29

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