14-04-2024, 10:27 - Wörter:
Zephyr war glücklicherweise kein Mann, der Frauen per se aus der Politik ausschließen wollte. Im Gegenteil - zu seiner Frau Ferun verband ihn dahingehend ein starkes Band. Sie beratschlagten in vielen Dingen und fanden gemeinsam immer gute Lösungen. Doch dieses Recht auf Mitmischen in politischen Themen beschränkte sich auf ihr gemeinsames Schlafzimmer, oder auch den Esstisch. Er hätte niemals geduldet, dass Ferun sich als Politikerin einen Namen machte oder auch nur in irgendeiner Form öffentlich aktiv wurde. Diese Bühne gehörte ganz allein ihm. Was seine Schwestern betraf - nun, die hielt er aus politischen Dingen üblicherweise komplett heraus.
Aber es kam ihm trotzdem äußerst natürlich vor, dass Elithea Trakas nun Fragen stellte. Sie musste viele haben - er jedenfalls hätte viele gehabt. Und es gab niemanden, dem sie ihre Fragen stellen konnte. Ihr Bruder war noch fast ein Knabe - stand sichtlich unter Schock. Er wusste genauso wenig wie seine Familienmitglieder. Und einen Vater, dem sie Fragen stellen konnte, gab es nun auch nicht mehr. Darum beantwortete er bereitwillig alle Fragen, zu denen er eine Antwort parat hatte. Und natürlich ging er längst nicht so sehr in die Tiefe, wie er gekonnt hätte. Wie aufgeweckt Elithea wirklich war, hatte er noch nicht abschließend einschätzen können.
Sie stellte weitere Fragen, darüber, was die Motivation des Feindes gewesen sei und Zephyr musste zugeben, dass er diese auch noch nicht vollumfänglich verstanden hatte. Aber er wusste trotzdem, was er Elithea sagen wollte. Er wollte ihr Feuer hochlodern sehen. Den Hass auf den gemeinsamen Feind. Und wenn sie dieses Feuer verbreitete - umso besser. "Nun, im Nachhinein ist man immer schlauer. Ihr wisst bestimmt, dass alle Welt wochenlang davon ausging, dass dieser Kriegstreiber Charles Stafford den Zwist mit dem Herbstland wieder aufflammen lässt. Wir wissen, dass es vor zwei-drei Monden einen Besuch einer herbstländischen Delegation - angeführt von Liam Greymark - in Spring's Court gab. Es hieß seinerzeit auch, dass diese unverhofft und überstürzt wieder abreiste, früher als geplant. Es gab daher einige Anzeichen dafür, dass der Besuch nicht gut verlaufen ist.
Aber letztendlich sind dies nur Spekulationen, Prinzessin.
Das Offensichtliche ist, dass Charles Stafford ein Mann von mangelnder Integrität ist. Ein Größenwahnsinniger, der es nicht wagt, seinem Feind persönlich in die Augen zu sehen. Ein Mann, der aus einem Hinterhalt angreifen muss, um seine barbarischen Ziele durchzusetzen. Der Angriff auf eure Stadt war feige, überheblich und ... vermutlich nur der Anfang seines eigenen Untergangs. Mich wundert, dass er überhaupt jemanden finden konnte, der an seiner Seite kämpft. Andererseits sind die Hinterwäldler aus Norsteading immer auf Streit aus ... vermutlich haben sie sich einfach nur gefreut, irgendjemanden angreifen zu können - völlig egal, um wen es sich dabei dreht.", ließ er seinen oberflächlichen Gedanken freien Lauf.
Die junge Frau bedankte sich dann - auch im Namen ihrer Familie - für die Aufnahme in seinem Fürstentum. Zephyr legte sein weichestmögliches Gesicht auf und nickte dem Mädchen zu. "Das war eine Selbstverständlichkeit, Prinzessin. Landsleute müssen zusammenhalten.
Sie erkundigte sich danach, ob die Rückeroberung einer Stadt einfach war. "Es wird vermutlich sehr viel schwieriger, als diese hinterhältige Über-Nacht-Einnahme. Diese Parasiten haben nun viel Zeit, um sich vorzubereiten. Sie werden die Stadtmauern ausbessern, die Tore reparieren, die Fluchtwege kontrollieren und jeden unserer Schritte genaustens beobachten.
Sie werden eine ordentlich aufgestellte Stadtwache haben und auch wenn ihre Armee aufgelöst zu sein scheint, werden sie mächtige Truppen in der Stadt haben.
Und ja, vermutlich wird ihnen der Verlust von Zivilisten vollkommen gleichgültig sein - das sind schließlich nicht ihre Landsleute!" Vorallem der letzte Part war natürlich reine Spekulation - außerdem wollte er das Argument nutzen, um Elithea (falls möglich) noch weiter gegen den Feind aufzubringen.
Zephyr erkannte, dass er sie mit der Vorwarnung, ihre Familie weiter in den Süden zu bringen, verunsichert hatte. Er erkannte es an ihrer heftigen, aufgebrachten verbalen Reaktion. Aber auch daran, wie sie mit ihren Händen umging. "Ich will Euch nicht verunsichern. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme. Doch so skrupellos, wie man mit Eurem Vater umsprang, sehe ich nicht, warum Charles Stafford auf Eure Rückkehr in seine Stadt warten würde..." Ja, na schön... dann hatte er ihr eben ein wenig Angst gemacht. Komplett schaden konnte das nicht. Und sobald Familie Trakas in der Hauptstadt war, hatte Zephyr gleich eine Sorge weniger... vielleicht sollte er seine Schwestern ja mitschicken. Vordergründig als Gesellschafter. Hmm... vielleicht war das eine Aufgabe für Theodora. Dann konnte sie ihre Zeit endlich mal mit was Sinnvollem verbringen. Und er würde in der Hauptstadt ein zusätzliches Auge auf sie haben können.
Dann sprachen sie über den Hergang der Hinrichtung. Selbstverständlich war die junge Frau davon äußerst betroffen. Doch sie hielt sich auch sehr wacker und blieb tapfer. Das imponierte Zephyr, denn er hasste es, wenn Frauen immer nur am herumheulen und jammern waren. Auch wenn es sich nicht unbedingt schickte, richtete der Fürst sich wieder zu voller Größe auf, überbrückte den Abstand zu der jungen Frau und legte ihr seine Hand auf den Teil ihrer Schulter, der von Kleidungsstücken ordentlich bedeckt war. Er streichelte auch nicht darüber, sondern ließ sie einfach nur die Schwere seiner Hand fühlen. Vielleicht würde sie das erden. Zumindest hatte sein Vater das mit ihm so gemacht und er verband die besten Erinnerungen damit.
"Ich bitte Euch, verliert über diese Ereignisse nicht die Nerven. Bewahrt Ruhe und seid, wo immer Ihr könnt, für Eure Familie da - für Euren Bruder, den neuen Fürsten von Eastergold Meadow. Er ist noch jung und ich kann sehen, dass ihm das Erlebte noch sehr zusetzt. Verständlich - doch dafür ist es umso wichtiger, dass er jemanden an seiner Seite hat, der die Moral hochhält. Ich weiß, dass Ihr dieser Aufgabe gewachsen seid!"
Aber es kam ihm trotzdem äußerst natürlich vor, dass Elithea Trakas nun Fragen stellte. Sie musste viele haben - er jedenfalls hätte viele gehabt. Und es gab niemanden, dem sie ihre Fragen stellen konnte. Ihr Bruder war noch fast ein Knabe - stand sichtlich unter Schock. Er wusste genauso wenig wie seine Familienmitglieder. Und einen Vater, dem sie Fragen stellen konnte, gab es nun auch nicht mehr. Darum beantwortete er bereitwillig alle Fragen, zu denen er eine Antwort parat hatte. Und natürlich ging er längst nicht so sehr in die Tiefe, wie er gekonnt hätte. Wie aufgeweckt Elithea wirklich war, hatte er noch nicht abschließend einschätzen können.
Sie stellte weitere Fragen, darüber, was die Motivation des Feindes gewesen sei und Zephyr musste zugeben, dass er diese auch noch nicht vollumfänglich verstanden hatte. Aber er wusste trotzdem, was er Elithea sagen wollte. Er wollte ihr Feuer hochlodern sehen. Den Hass auf den gemeinsamen Feind. Und wenn sie dieses Feuer verbreitete - umso besser. "Nun, im Nachhinein ist man immer schlauer. Ihr wisst bestimmt, dass alle Welt wochenlang davon ausging, dass dieser Kriegstreiber Charles Stafford den Zwist mit dem Herbstland wieder aufflammen lässt. Wir wissen, dass es vor zwei-drei Monden einen Besuch einer herbstländischen Delegation - angeführt von Liam Greymark - in Spring's Court gab. Es hieß seinerzeit auch, dass diese unverhofft und überstürzt wieder abreiste, früher als geplant. Es gab daher einige Anzeichen dafür, dass der Besuch nicht gut verlaufen ist.
Aber letztendlich sind dies nur Spekulationen, Prinzessin.
Das Offensichtliche ist, dass Charles Stafford ein Mann von mangelnder Integrität ist. Ein Größenwahnsinniger, der es nicht wagt, seinem Feind persönlich in die Augen zu sehen. Ein Mann, der aus einem Hinterhalt angreifen muss, um seine barbarischen Ziele durchzusetzen. Der Angriff auf eure Stadt war feige, überheblich und ... vermutlich nur der Anfang seines eigenen Untergangs. Mich wundert, dass er überhaupt jemanden finden konnte, der an seiner Seite kämpft. Andererseits sind die Hinterwäldler aus Norsteading immer auf Streit aus ... vermutlich haben sie sich einfach nur gefreut, irgendjemanden angreifen zu können - völlig egal, um wen es sich dabei dreht.", ließ er seinen oberflächlichen Gedanken freien Lauf.
Die junge Frau bedankte sich dann - auch im Namen ihrer Familie - für die Aufnahme in seinem Fürstentum. Zephyr legte sein weichestmögliches Gesicht auf und nickte dem Mädchen zu. "Das war eine Selbstverständlichkeit, Prinzessin. Landsleute müssen zusammenhalten.
Sie erkundigte sich danach, ob die Rückeroberung einer Stadt einfach war. "Es wird vermutlich sehr viel schwieriger, als diese hinterhältige Über-Nacht-Einnahme. Diese Parasiten haben nun viel Zeit, um sich vorzubereiten. Sie werden die Stadtmauern ausbessern, die Tore reparieren, die Fluchtwege kontrollieren und jeden unserer Schritte genaustens beobachten.
Sie werden eine ordentlich aufgestellte Stadtwache haben und auch wenn ihre Armee aufgelöst zu sein scheint, werden sie mächtige Truppen in der Stadt haben.
Und ja, vermutlich wird ihnen der Verlust von Zivilisten vollkommen gleichgültig sein - das sind schließlich nicht ihre Landsleute!" Vorallem der letzte Part war natürlich reine Spekulation - außerdem wollte er das Argument nutzen, um Elithea (falls möglich) noch weiter gegen den Feind aufzubringen.
Zephyr erkannte, dass er sie mit der Vorwarnung, ihre Familie weiter in den Süden zu bringen, verunsichert hatte. Er erkannte es an ihrer heftigen, aufgebrachten verbalen Reaktion. Aber auch daran, wie sie mit ihren Händen umging. "Ich will Euch nicht verunsichern. Es ist eine Vorsichtsmaßnahme. Doch so skrupellos, wie man mit Eurem Vater umsprang, sehe ich nicht, warum Charles Stafford auf Eure Rückkehr in seine Stadt warten würde..." Ja, na schön... dann hatte er ihr eben ein wenig Angst gemacht. Komplett schaden konnte das nicht. Und sobald Familie Trakas in der Hauptstadt war, hatte Zephyr gleich eine Sorge weniger... vielleicht sollte er seine Schwestern ja mitschicken. Vordergründig als Gesellschafter. Hmm... vielleicht war das eine Aufgabe für Theodora. Dann konnte sie ihre Zeit endlich mal mit was Sinnvollem verbringen. Und er würde in der Hauptstadt ein zusätzliches Auge auf sie haben können.
Dann sprachen sie über den Hergang der Hinrichtung. Selbstverständlich war die junge Frau davon äußerst betroffen. Doch sie hielt sich auch sehr wacker und blieb tapfer. Das imponierte Zephyr, denn er hasste es, wenn Frauen immer nur am herumheulen und jammern waren. Auch wenn es sich nicht unbedingt schickte, richtete der Fürst sich wieder zu voller Größe auf, überbrückte den Abstand zu der jungen Frau und legte ihr seine Hand auf den Teil ihrer Schulter, der von Kleidungsstücken ordentlich bedeckt war. Er streichelte auch nicht darüber, sondern ließ sie einfach nur die Schwere seiner Hand fühlen. Vielleicht würde sie das erden. Zumindest hatte sein Vater das mit ihm so gemacht und er verband die besten Erinnerungen damit.
"Ich bitte Euch, verliert über diese Ereignisse nicht die Nerven. Bewahrt Ruhe und seid, wo immer Ihr könnt, für Eure Familie da - für Euren Bruder, den neuen Fürsten von Eastergold Meadow. Er ist noch jung und ich kann sehen, dass ihm das Erlebte noch sehr zusetzt. Verständlich - doch dafür ist es umso wichtiger, dass er jemanden an seiner Seite hat, der die Moral hochhält. Ich weiß, dass Ihr dieser Aufgabe gewachsen seid!"
