| Make me lose my breath |
| Muirín Henaghen |
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| Alter |
23 |
| Beruf |
Prinzessin |
| Wohnort |
Ishcateslieve, Farynn |
| Stand |
Verlobt |
| User |
Nessi |
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23-07-2024, 12:28 - Wörter:
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23-07-2024, 12:31 von Muirín Henaghen.)
It's been a loveless year
Muirín & Finnbar | erstes Treffen | 14.09.1016 NdV
 Vier Tage lang waren sie in ihrer möglichst gemütlich eingerichteten Kutsche unterwegs gewesen. Auf harten Betten hatten sie geschlafen, gesättigt mit Dörrfleisch und Brot, das ab dem dritten Tag so hart geworden war, dass man es in Wasser einweichen musste und der Waschtag hatte in einem angrenzenden Fluss stattgefunden. Ehrlicherweise fühlte sich das alles wenig herrschaftlich an, wie Muirín feststellen musste. Dummerweise war das gewissermaßen ihre eigenen Idee gewesen, weshalb sich das Beschwere über die unliebsamen Bedingungen als etwas schwierig herausstellte. Hier und da gab sie mal ein Brummen von sich, versuchte sich aber sonst weitestgehend zusammen zu reißen. Doch als endlich Westgate in Sicht kam und sie wusste, dass die Strapazen der Reise nun ein Ende haben würden, fand sie erst ihr Lächeln wieder. Beinahe überschwänglich hatte sie ihre Bediensteten angewiesen ihre Sachen in das nächstgelegene Gasthaus zu bringen. Sie konnte es kaum erwarten wieder ein Dach über dem Kopf zu haben, das nicht stundenlang hin- und her schaukelte und von dem leisen Wiehern der Pferde begleitet wurde. Außerdem taten ihr die Knochen und Muskeln weh! So viel körperliche Anstrengungen, wie sie in den letzten vier Tagen verrichtet hatte, musste sie sonst im ganzen Jahr nicht leisten.
Mittlerweile hatten sie einen ganzen Tag in Westgate verbracht und versucht mit heißem Eintopf die unzumutbare Kost der vergangenen Tage wieder wett zu machen, als sie die nächste kleinere Reise antraten. Dieses Mal war es nur ein Katzensprung, im Vergleich zu den letzten Tagen. Die Familie Henaghen hatte diesen Ausflug immerhin nicht zum reinen Vergnügen der Familie unternommen. Auch wenn das nie so direkt ausgesprochen worden war. Es war eine der wenigen Möglichkeiten wie die Kinder von Tiernan Henaghen andere Prinzen und Prinzessinnen kennen lernen konnten, die ihrem Stand entsprechend waren. Also: Heiratspotential boten. Um nichts anderes ging es hier eigentlich. Und Muirín hatte jetzt schon die Schnauze voll. Ja, es war ihre Idee gewesen. Ja, irgendwie kam ihr eben diese vor wenigen Wochen noch echt intelligent und durchdacht vor. Nein, sie hatte immer noch kein Interesse daran zu heiraten. Vor allem niemanden von diesem halben Fürstentum Sevenwaters - eigentlich waren sie nicht einmal ein richtigste Fürstentum! Während Tiernan von den Vorteilen einer Ehe zu einem der Faraoise Männer sprach und die rothaarige Prinzessin schon längst nicht mehr aufmerksam zuhörte, kam ihr Ziel in Sicht.
Obwohl ihr die nächsten Beschwerden schon auf der Zunge lagen, entschied sie sich ausnahmsweise mal dazu damenhaft zu schweigen. Zwar war sie an keiner Heirat interessiert, aber man sollte ihr auch nicht nachsagen eine verzogene Göre ohne Benehmen zu sein (auch wenn das gar nicht mal so weit entfernt von der Wahrheit war...). Wenn es nach ihr ging, dann hätte jeder Mann hier ganz besonderes Glück eine Ehe mit Muirín einzugehen. Sie war schön und außerdem wusste sie, was sie im Bett zu tun hatte. Auch, wenn das natürlich ein gut gehütetes Geheimnis war. Aber der Mann, der das Glück hatte die Hochzeitsnacht mit ihr zu verbringen, würde diese Nacht in purer Extase verbringen. Wenn es denn überhaupt irgendwann einmal so weit kommen sollte. Sich fest zu binden war nämlich etwas, wofür sie sich eher wenig interessierte, immerhin hatte sie sich in den letzten paar Jahren einen Spaß daraus gemacht verschiedene Männer auszuprobieren und hatte damit festgestellt, dass es ziemlich langweilig war, sich nur auf einen einzigen Penis zu beschränken. Und das für den Rest seines Lebens!
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| Unregistered |
| Finnbar Faraoise |
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| Alter |
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| Beruf |
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| Wohnort |
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| Stand |
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| User |
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10-08-2024, 20:30 - Wörter:
Seine Zeit könnte er sinnvoller nutzen. Finn war sich dessen schmerzlich bewusst. Sein Herz pochte gar in seiner Brust, strebte sehnsuchtsvoll nach dem Ort, von dem er wusste, dass er Abenteuer barg. Wenn es nicht der Drache war, der ihn erwartete, so war es wenigstens nicht Sevenwaters. Oder Westgate. Es waren nicht seine Brüder, die ihm den letzten Nerv raubten, und es war auch nicht sein Vater, der irgendeine krude Mission verfolgte, die sein weiteres Leben bestimmen würde. In Form einer Frau. Eines Weibes, welches er sich zu nehmen hatte, denn er war alt genug. Jünger als Eoan immer noch, und auch weniger bedeutend als nachgeborener Sohn, aber damit – so die Meinung seines Vaters – leichter formbar. Beeinflussbar. Was Eoan sich weigerte zu tun, sollte Finn austragen. Dies war ein Kampf, den er nicht gewinnen konnte. Dem er sich nicht gewachsen sah. Weshalb er ihn bisher gemieden hatte. Er hatte Vorwände gesucht und gefunden, die es ihm erlaubt hatten, sich bei seinem Vater zu entschuldigen. Sich bei einem gesamten Hofstaat zu entschuldigen. Jener nahm es ihm nicht krumm. Schließlich war er ja nur der nachgeborene Sohn. Niemand von Wichtigkeit. Und bei allen Sitzungen, die getätigt worden waren seither am Hof des Fürsten sogar ungemein entbehrlich.
Ohne sein Zutun ballte sich seine Hand zur Faust. Die Kutsche fuhr ein.
Er würde dem Ruf des Drachen nicht folgen können. Er würde… Ja, was eigentlich? Wenn eine adlige Familie geladen war, ein paar Tage auf Sevenwaters zu verbringen, dann geschah das nicht aus Zufall. Dies konnte sich selbst Finn ausrechnen. Er war abbestellt worden, die Besucher zu hofieren, und ganz besonders jene, die lange Beine und weiches Haar hatten. Von seiner besten, von seiner saubersten Seite sollte er sich zeigen. Er sollte sich an seine gute Kinderstube und an seine Manieren erinnern. Ruhm und Ehre, wie sie lediglich Höflinge einzuvernehmen wussten, sollte er für sein Haus erlangen.
Wie viel lieber wäre es ihm, man würde seinen Namen kennen, weil er Ruhm und Ehre durch das Töten eines Drachen erlang hatte?
Die Kutsche hielt. Es kam ihm vor wie ein Urteil. Nicht eines, das in einem Saal, vor einem Tribunal, gesprochen wurde, sondern eines, welches just in dem Moment, in welchem sich die Kutschtür öffnete, vollstreckt wurde. Finn straffte seinen Rücken. Wenigstens musste er nicht knien. Er trug lederne Kleidung, die bei dieser kleinen Veränderung seiner Position leise knirschte. Dann zwang er seine Hand, sich wieder zu öffnen. Mit seinen Fingern fuhr er sich durchs Haar. Eine Geste, die verriet, wie unsicher er war. Er wusste nichts mit sich anzufangen und er wäre versucht gewesen, an den ledernen Absätzen seiner Kleidung zu nesteln. So konnte er seinen Arm jedoch wieder sinken lassen. Lose baumelte er an seiner Seite.
Natürlich war sein Vater nicht zugegen. Das wäre ja noch schöner gewesen. Wie immer überließ er Sevenwaters sich selbst.
Wenigstens, so tröstete sich Finn, konnte er ihm gegenüber dann behaupten, dass er alles in seiner Macht Stehende getan hätte, um den Willen des Vaters zu erfüllen. Alles.
Für den Moment trat er vor und zwang sich ein Lächeln auf die Lippen, als das erste Gesicht an der Tür der Kutsche erschien. Ein Lakai war herangetreten und hatte seine Hand ausgestreckt, weshalb Finn lediglich übrigblieb, sich zu verbeugen, und eine Begrüßung zu säuseln, die nichts von seinen Gedanken und geheimen Wünschen verriet: „Willkommen auf Sevenwaters, verehrte Familie Henaghan.“
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