02-06-2025, 10:19 - Wörter:
In einer anderen Situation hätte Erik die Blicke seiner Frau sofort bemerkt – hätte seine Gedanken fortgejagt und ihr, ihrem Körper, der ihm so vertraut wie heilig war, die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdiente. Doch diesmal war es anders. Eine bleierne Müdigkeit hing an seinen Gliedern, schwer wie der Tag selbst, und so ließ er sich – beinahe widerstandslos – aus der Hose helfen, ohne ein Wort, ohne den Schalk, der ihn sonst oft begleitete. Seine Finger streiften kurz ihren Arm – ein stummes Danke – doch mehr brachte er nicht hervor.
Wie er und Leif verblieben waren? Erik zuckte mit den Schultern, als wolle er das ganze Thema am liebsten von sich abschütteln.
"Nach dem Streit wollte er mir wahrscheinlich entgegenkommen und fragte, ob ich’s denn unbedingt wissen wolle... Ich hab’s mir dann aber geschenkt."
Seine Stimme klang nüchtern, fast schon gleichgültig – doch wer ihn kannte, hörte das Grollen zwischen den Zeilen. Die Sturheit der Winterländer war kein Geheimnis, und Erik war da sicher keine Ausnahme. "Hat sich nicht so angefühlt, als würde er’s wirklich sagen wollen. Eher so, als wär’s der einfachste Weg, damit ich endlich die Klappe halte." Er wedelte mit der Hand in einer wegwerfenden Geste, als könne er damit auch die Gedanken verscheuchen, die sich noch immer hartnäckig hielten.
Dann wandte er sich dem Zuber zu, schob sich ohne großes Zögern in das dampfende Wasser und ließ sich mit einem tiefen, fast tonlosen Seufzen hineingleiten. Das heiße Wasser brannte auf seiner Haut – fast so, als wolle es ihn läutern.
„Du weißt, dass du kein Verräter bist.“
Erik bemerkte die Veränderung in ihrer Stimme und ihrem Blick sofort. Diese leise Strenge, dieses kaum merkliche Grollen unter der Oberfläche – als würde sie am liebsten höchstpersönlich ihrem kleinen Bruder die Fresse polieren. Er kannte diesen Tonfall. Und er wusste auch, was er bedeutete. Doch genau das war nicht sein Ziel. Er hielt einen Moment inne und holte tief Luft. "Reinka..", murmelte er, eher weich als beschwichtigend, während er sich etwas im Wasser zurücklehnte. "Ich möchte das hier nicht zwischen euch treiben." Er sah kurz zu ihr auf, sein Blick ernst, aber nicht schwer. "Was zwischen Leif und mir ist… das ist unser Ding. Ich werde ihm noch eine reinhauen, aber erst wenn ich Lust habe seine dämliche Visage zu sehen." Denn so groß sein Frust auch war – Reinka liebte ihren Bruder. Und Erik liebte Reinka. Und manchmal bedeutete das, Dinge nicht noch größer zu machen, als sie ohnehin schon waren. Wann er den zukünftigen König von Norsteading jedoch wieder sehen würde, stand noch in den Sternen - und das war Erik auch ganz recht.
Seine blauen Augen ruhten auf ihr, länger als nötig vielleicht, aber voller Wärme. Ein schwaches Lächeln umspielte seine Lippen, während er die vom Badewasser glänzende Hand hob. Für einen Herzschlag wirkte es, als wolle er ihr zärtlich über die Wange streichen – doch stattdessen schnippte er ihr frech ein paar Tropfen ins Gesicht. "Du siehst aus, als könntest du das gebrauchen", neckte er sanft, seine Stimme deutlich leichter als zuvor. Er zwang sich, das Thema hinter sich zu lassen – auch wenn es in seinem Innersten weiter nagte. Er wollte nicht, dass Reinkas Zorn sich an ihrem Bruder entlud. Kannte ihren Beschützerinstinkt, diese Wildheit, mit der sie für die kämpfte, die sie liebte. Und so tat er, was er am besten konnte: Ablenken. Umleiten. Platz schaffen für ein Lächeln, selbst wenn es ihm schwerfiel. "Du weißt, wie du mir helfen könntest." Schalk blitzte in seinen Augen auf, während er sich etwas im Zuber aufrichtete. Tropfen rannen von seiner Schulter hinab, sein Blick wanderte kurz in das Gesicht seiner Frau – und dann ruckartig auf Reinkas Bauch. "Ist sie eigentlich in den letzten drei Tagen gewachsen?" fragte er mit einer Mischung aus Neugier und kindlicher Faszination.
Erik wusste nicht, warum er immer von einem Mädchen sprach. Vielleicht, weil der Gedanke an eine kleine Version von Reinka ihn gleichermaßen belustigte wie rührte. Stur, entschlossen, mit denselben blitzenden Augen. Eine, die ihm später widersprechen würde, wie ihre Mutter. Er lächelte bei der Vorstellung – und streckte dann eine Hand nach ihr aus.
Wie er und Leif verblieben waren? Erik zuckte mit den Schultern, als wolle er das ganze Thema am liebsten von sich abschütteln.
"Nach dem Streit wollte er mir wahrscheinlich entgegenkommen und fragte, ob ich’s denn unbedingt wissen wolle... Ich hab’s mir dann aber geschenkt."
Seine Stimme klang nüchtern, fast schon gleichgültig – doch wer ihn kannte, hörte das Grollen zwischen den Zeilen. Die Sturheit der Winterländer war kein Geheimnis, und Erik war da sicher keine Ausnahme. "Hat sich nicht so angefühlt, als würde er’s wirklich sagen wollen. Eher so, als wär’s der einfachste Weg, damit ich endlich die Klappe halte." Er wedelte mit der Hand in einer wegwerfenden Geste, als könne er damit auch die Gedanken verscheuchen, die sich noch immer hartnäckig hielten.
Dann wandte er sich dem Zuber zu, schob sich ohne großes Zögern in das dampfende Wasser und ließ sich mit einem tiefen, fast tonlosen Seufzen hineingleiten. Das heiße Wasser brannte auf seiner Haut – fast so, als wolle es ihn läutern.
„Du weißt, dass du kein Verräter bist.“
Erik bemerkte die Veränderung in ihrer Stimme und ihrem Blick sofort. Diese leise Strenge, dieses kaum merkliche Grollen unter der Oberfläche – als würde sie am liebsten höchstpersönlich ihrem kleinen Bruder die Fresse polieren. Er kannte diesen Tonfall. Und er wusste auch, was er bedeutete. Doch genau das war nicht sein Ziel. Er hielt einen Moment inne und holte tief Luft. "Reinka..", murmelte er, eher weich als beschwichtigend, während er sich etwas im Wasser zurücklehnte. "Ich möchte das hier nicht zwischen euch treiben." Er sah kurz zu ihr auf, sein Blick ernst, aber nicht schwer. "Was zwischen Leif und mir ist… das ist unser Ding. Ich werde ihm noch eine reinhauen, aber erst wenn ich Lust habe seine dämliche Visage zu sehen." Denn so groß sein Frust auch war – Reinka liebte ihren Bruder. Und Erik liebte Reinka. Und manchmal bedeutete das, Dinge nicht noch größer zu machen, als sie ohnehin schon waren. Wann er den zukünftigen König von Norsteading jedoch wieder sehen würde, stand noch in den Sternen - und das war Erik auch ganz recht.
Seine blauen Augen ruhten auf ihr, länger als nötig vielleicht, aber voller Wärme. Ein schwaches Lächeln umspielte seine Lippen, während er die vom Badewasser glänzende Hand hob. Für einen Herzschlag wirkte es, als wolle er ihr zärtlich über die Wange streichen – doch stattdessen schnippte er ihr frech ein paar Tropfen ins Gesicht. "Du siehst aus, als könntest du das gebrauchen", neckte er sanft, seine Stimme deutlich leichter als zuvor. Er zwang sich, das Thema hinter sich zu lassen – auch wenn es in seinem Innersten weiter nagte. Er wollte nicht, dass Reinkas Zorn sich an ihrem Bruder entlud. Kannte ihren Beschützerinstinkt, diese Wildheit, mit der sie für die kämpfte, die sie liebte. Und so tat er, was er am besten konnte: Ablenken. Umleiten. Platz schaffen für ein Lächeln, selbst wenn es ihm schwerfiel. "Du weißt, wie du mir helfen könntest." Schalk blitzte in seinen Augen auf, während er sich etwas im Zuber aufrichtete. Tropfen rannen von seiner Schulter hinab, sein Blick wanderte kurz in das Gesicht seiner Frau – und dann ruckartig auf Reinkas Bauch. "Ist sie eigentlich in den letzten drei Tagen gewachsen?" fragte er mit einer Mischung aus Neugier und kindlicher Faszination.
Erik wusste nicht, warum er immer von einem Mädchen sprach. Vielleicht, weil der Gedanke an eine kleine Version von Reinka ihn gleichermaßen belustigte wie rührte. Stur, entschlossen, mit denselben blitzenden Augen. Eine, die ihm später widersprechen würde, wie ihre Mutter. Er lächelte bei der Vorstellung – und streckte dann eine Hand nach ihr aus.
