09-04-2024, 19:23 - Wörter:
Lesters Gesicht war Zeugnis seines Schreckens über diese Situation, von der er wusste, dass er sie nicht einschätzen konnte. Sein Ziel war die Patisserie und dann eben diese Gasse gewesen, um in dem angenehmen Gefühl, das die süßen Gebäcke in ihm auslösen würde mit seinem Fernrohr die mutigen und tüchtigen Arbeiter der Kathedrale zu bewundern. Einfach so, aus Freude und ohne tieferen Zweck – eben als eine Art des Spiels, ohne Worte und ohne Zutun. Er war nicht darauf vorbereitet gewesen, einer Lady zu begegnen, dabei zuzusehen, wie diese zu Boden gestoßen und bestohlen wurde. Er stand in dieser von in einer Mischung aus Fachwerk und Stein erbauten Wohngebäuden umringten, ansonsten menschenleeren Gasse, in der er eigentlich noch gar nicht hatte sein wollen. Und das angenehme, heitere, Gefühl im Bauch, dass er dabei erwartet hatte fehlte. Stattdessen fühlte es sich in seinem Bauch drückend eng an und er bestaunte gerade keine durch die Nachmittagssonne angestrahlte Kathedrale aus sicherer Distanz, sondern beäugte aus nächster Nähe eine junge Frau, die nicht nur der Schock, sondern auch ein düsterer Schatten der hohen Giebel traf. Er musste auch sprechen und seine Anwesenheit verfolgte plötzlich einen Zweck.
Die zwei Gestalten vor ihr konnten gerade nicht unterschiedlicher sein und doch ergänzten sie sich hervorragend zu einem recht gewöhnlich ungewöhnlichem Bild. Der Soldat hatte, im Gegensatz zu dem Kind, die Frau nicht in einem Ausdruck von Befangenheit in Empfang genommen, sein Blick hatte sie und das Umfeld trotz seiner ersten Freundlichkeit streng und professionell gemustert. Die Lippen eng aufeinandergepresst und die Brauen gesenkt, strahlte er noch immer Autorität und ein umfassendes Maß an Kontrolle über die Situation aus. „Ich bin zuversichtlich, dass meine Männer gleich mit eurem Besitz zurück sein werden, Mylady.“, übernahm er mit tiefer, sicherer Stimme, das Wort für Lester, als sie anmerkte, dass man sie bestohlen haben könnte. Den Handschuh hatte er wieder übergezogen und seinen linken Arm hielt er Selbstbewusst hinter seinem Rücken verschränkt und fasste dort im Verborgenen die Hand seines Schützlings. Eine gewohnte Haltung, aus der er ihn beruhigen und ihm Sicherheit geben und letztere bei Gefahr auch gewährleisten konnte, da er ihn bereits mit der Linken festhaltend hinter sich ziehen und gleichzeitig mit der rechten Hand Schwert oder Kriegsdolch zu ziehen vermochte.
Der Kronprinz trug ein weißes Hemd aus feinem Leinen, das von einer im Grün Walleydors gehaltenen Weste aus edlem Wollflanell, mitsamt Mao-Kragen und goldenen Ösenknöpfen, perfekt ergänzt wurde. Damit war natürlich das Potenzial dafür groß, dass ihm es negativ auffiel, dass nun eine Adlige ohne intakte Kleider vor ihr stand. Zum Glück interessierte das den Jungen im Allgemeinen wenig und ganz besonders in solch einer Situation würde er es sogar ungerecht finden, die Frau auch noch aufgrund ihrer Kleider zu beurteilen.
Nähme man an, Lester würde eine Liste darüber führen, was er nicht mochte, so würde man recht weit oben Feiern und Festlichkeiten finden. Unangenehmerweise brachte ihn sein Dasein als Königssohn nur zu oft in die missliche Situation, solchen Aktivitäten beiwohnen zu müssen. Die Welt der Erwachsenen fand er interessant, aber wieso einhundert Leute sich in einem Raum trafen und in diesem eine unaushaltbar laute und turbulente Stimmung schafften, in der sie angeblich spaß hätten, verstand er nicht. Anwesend sein musste er zum Teil dennoch. Dabei verbrachte er die meiste Zeit bei einem seiner Eltern auf dem Schoß oder hinter der Brüstung, durch diese hindurch man aus ein paar Metern Höhe die Menge beobachten konnte. Denn eigentlich konnte er auf solchen Veranstaltungen auch das tun, was er gern tat: Menschen beobachten. Dabei hatte er es perfektioniert, sich gemeinsam mit seiner Mama unauffällig über die Gäste auszutauschen. Freda nutze dies natürlich einerseits um ihren Sohn die Zeit, die er mindestens anwesend sein musste, erträglicher zu machen und andererseits dazu, ihm eben die Vasallen seines Papas näher zu bringen. Tatsächlich war Eleanor ihm in der Vergangenheit positiv aufgefallen, da sie diese Veranstaltungen auch nicht immer zu genießen schien. Außerdem hatte Freda ihm natürlich von der Geschichte erzählt, die seine und ihre Familie miteinander verband. Lester hatte sie also wiedererkannt und so legte sich für einen kurzen Moment ein beinahe unmerkliches Lächeln über das ansonsten verdatterte Gesicht des Kindes.
Der Hauptmann nickte die nächsten aufgeregten Worte der Frau bestätigend ab und sah nach ihren Erklärungen kurz abwartend zu seinem Schützling. „Jah.“, hauchte dieser nun kaum hörbar piepsig aus. Lester war noch genauso geschockt. „Seiner Majestät habt ihr zu verdanken, dass diese Tat keine Sekunde unbemerkt blieb.“, ergänzte er die Bestätigung seines äußerst schüchternen Mündels. Die Diebe waren zwar noch fort, doch Wachsam war er dennoch und trotzdem würde ihn das Folgende auf die Probe stellen.
„Die…“, begann der stattliche Ritter gerade weitersprechen zu wollen, bevor ihn jedoch ein besorgtes Quengeln des Kronprinzen unterbrach. Darauf konnte auch schon jeder vernehmen, was der Auslöser Lesters verstärkter Unruhe war. Der Diebstahl und das Eingreifen der King’s Guard war nicht unbemerkt geblieben. „Seht! Der Prinz! “, ertönte die Stimme eines Knaben aus Richtung des großen Platzes vor der Kathedrale. „Dort wo der König im Großen für die Gerechtigkeit in unserem Land sorgt, tritt der Prinz schon im Kleinen in seine Fußstapfen!“, stimmte eine Männerstimme freudig ein. „Auf König und Kronprinz!“, rief ein weiterer.
Die Stimmung in Spring’s Court war schon die ganze letzte Woche aus gegebenem Anlass deutlich heiterer als üblich. Dem Kronprinzen gefielen die geschmückte Stadt und der Umstand, dass seine Familie den Rückhalt des Volkes genoss. Aber damit plötzlich so im Mittelfeld zu stehen, damit hatte er nicht gerechnet. Langsam bildete sich eine Menge an freudigen Bürgern an der Einmündung des großen Platzes in die Gasse, deren Zugang glücklicherweise wenigstens von noch einem weiteren Soldaten und seinem Pferd gedeckt wurde.
Und ebenso immer unruhiger wurde auch Lester. Er atmete hastig und sein quengeln wurde intensiver. Er wollte hier weg. Das alles überforderte ihn. Auf Feste konnte er sich vorbereiten und es gab einen Plan, was wann passieren sollte. Manchmal freute er sich sogar darauf, die Menschen beobachten zu können, die eher mit sich selbst und den anderen Gästen beschäftigt waren. Und in Momenten, in denen es ihm zu unangenehm werden sollte, konnte man ihn für einen Augenblick rechtzeitig herausbegleiten. Hier war er nun der von allen beobachtetet, er und seine Leibwache war die Hauptattraktion in diesem Moment, für den es keine Vorbereitung und auch keinen direkten Ausweg gab. Nur einen Notfallplan. Hauptmann Emerson, der genau diesen nun begann abzuarbeiten, sah noch einmal kurz prüfend auf die Adlige und dann hinter sich in die Menge und zu seinem Kollegen, nur zur Sicherheit. Punkt 1, sich einen Überblick über die Situation verschaffen, erledigt. Darauf ging er in die Hocke und hob seinen nun wirklich überforderten Schützling sanft an, um diesen in das weite Portal einer Tür zu versetzen und den Thronfolger dort auf seinem starken Oberschenkel Platz nehmen zu lassen. Noch in diesem Moment Pfiff er, was dazu führte, dass auch das mächtige Pferd sich näher stellte und so eine Barriere bot und damit auch Punkt 2, den Kronprinzen aus der Sichtlinie zu bringen, abschloss. Er hatte den einen Arm um Lester gelegt und mit der freien Hand hatte er auch die Lady mit in die steinerne Ausbuchtung gewunken und neben sich Platz für sie gelassen. So wäre sie ebenfalls geschützt, außerdem hoffte er darauf, dass Lester auch ihr vertraute. Das Volk war zwar sehr freudig gestimmt, jedoch gab es Erfahrungsgemäß auch in diesen Situationen immer Störer, die, zumindest bis die Stadtwache eintreffen würde, nur Emerson und sein Soldat fernhalten könnten. Da wäre es von Vorteil, wenn es noch eine weitere vertrauenswürdige Person, hier die Lady von Fairfield, gab, der man seinen Schützling zumindest sehr bedingt und nur für einen kurzen Moment übergeben konnte, wenn es brenzlig wurde.
Das Getöse am Ende der Gasse wurde immer freudiger und lauter. Man konnte annehmen, dass mittlerweile die meisten Menschen gar nicht mehr wusste, warum genau sie jetzt jubelten, sondern sich einfach von der guten Laune hatten mitreißen lassen. „Auf den Kronprinzen! „ “Lang lebe der König!“, hatte sich ein riesiger Kanon innerhalb der Menschen gebildet.
„Keine Angst.“, flüsterte er dem fast panischem Kind zu, das seinen angespannten kleinen Körper gegen ihn presste und sich die Ohren zuhielt. „Cherrington!“, stieß Lester vor Sorge ganz schrill zu seinem Hauptmann aus, in der Angst, sie würde noch ohne Schutz dastehen, sah er doch gerade nur den Umhang, den sein Leibwächter schützend um ihn gelegt hatte. Hauptmann Emerson schob einen Teil des Stoffes zur Seite und nickte der Lady zu, damit die Angerufene Lester sehen konnte und auch dieser nur seinen Kopf drehen müsste, um sie zu bemerken. Er selbst musste die Umgebung im Auge behalten, denn noch war es zwar relativ sicher, aber das konnte sich jederzeit ändern. Eleanor hingegen würde sich voll auf Lester konzentrieren können und so hoffte er, dass die junge Frau auch diese Initiative ergriff. Noch einmal nickte er ihr bestätigend zu und deutete auf den königlichen braunen Schopf, den er bis zu dem Moment seiner gestikulierten Bitte noch mit seiner eigenen Hand fürsorglich bedeckt hatte. Sie würden einige Zeit so ausharren müssen, bis zumindest die Stadtwache, die in seinen Augen nicht früh genug da sein konnte, eingetroffen war und die Gasse abgeriegelt hatte.
Die zwei Gestalten vor ihr konnten gerade nicht unterschiedlicher sein und doch ergänzten sie sich hervorragend zu einem recht gewöhnlich ungewöhnlichem Bild. Der Soldat hatte, im Gegensatz zu dem Kind, die Frau nicht in einem Ausdruck von Befangenheit in Empfang genommen, sein Blick hatte sie und das Umfeld trotz seiner ersten Freundlichkeit streng und professionell gemustert. Die Lippen eng aufeinandergepresst und die Brauen gesenkt, strahlte er noch immer Autorität und ein umfassendes Maß an Kontrolle über die Situation aus. „Ich bin zuversichtlich, dass meine Männer gleich mit eurem Besitz zurück sein werden, Mylady.“, übernahm er mit tiefer, sicherer Stimme, das Wort für Lester, als sie anmerkte, dass man sie bestohlen haben könnte. Den Handschuh hatte er wieder übergezogen und seinen linken Arm hielt er Selbstbewusst hinter seinem Rücken verschränkt und fasste dort im Verborgenen die Hand seines Schützlings. Eine gewohnte Haltung, aus der er ihn beruhigen und ihm Sicherheit geben und letztere bei Gefahr auch gewährleisten konnte, da er ihn bereits mit der Linken festhaltend hinter sich ziehen und gleichzeitig mit der rechten Hand Schwert oder Kriegsdolch zu ziehen vermochte.
Der Kronprinz trug ein weißes Hemd aus feinem Leinen, das von einer im Grün Walleydors gehaltenen Weste aus edlem Wollflanell, mitsamt Mao-Kragen und goldenen Ösenknöpfen, perfekt ergänzt wurde. Damit war natürlich das Potenzial dafür groß, dass ihm es negativ auffiel, dass nun eine Adlige ohne intakte Kleider vor ihr stand. Zum Glück interessierte das den Jungen im Allgemeinen wenig und ganz besonders in solch einer Situation würde er es sogar ungerecht finden, die Frau auch noch aufgrund ihrer Kleider zu beurteilen.
Nähme man an, Lester würde eine Liste darüber führen, was er nicht mochte, so würde man recht weit oben Feiern und Festlichkeiten finden. Unangenehmerweise brachte ihn sein Dasein als Königssohn nur zu oft in die missliche Situation, solchen Aktivitäten beiwohnen zu müssen. Die Welt der Erwachsenen fand er interessant, aber wieso einhundert Leute sich in einem Raum trafen und in diesem eine unaushaltbar laute und turbulente Stimmung schafften, in der sie angeblich spaß hätten, verstand er nicht. Anwesend sein musste er zum Teil dennoch. Dabei verbrachte er die meiste Zeit bei einem seiner Eltern auf dem Schoß oder hinter der Brüstung, durch diese hindurch man aus ein paar Metern Höhe die Menge beobachten konnte. Denn eigentlich konnte er auf solchen Veranstaltungen auch das tun, was er gern tat: Menschen beobachten. Dabei hatte er es perfektioniert, sich gemeinsam mit seiner Mama unauffällig über die Gäste auszutauschen. Freda nutze dies natürlich einerseits um ihren Sohn die Zeit, die er mindestens anwesend sein musste, erträglicher zu machen und andererseits dazu, ihm eben die Vasallen seines Papas näher zu bringen. Tatsächlich war Eleanor ihm in der Vergangenheit positiv aufgefallen, da sie diese Veranstaltungen auch nicht immer zu genießen schien. Außerdem hatte Freda ihm natürlich von der Geschichte erzählt, die seine und ihre Familie miteinander verband. Lester hatte sie also wiedererkannt und so legte sich für einen kurzen Moment ein beinahe unmerkliches Lächeln über das ansonsten verdatterte Gesicht des Kindes.
Der Hauptmann nickte die nächsten aufgeregten Worte der Frau bestätigend ab und sah nach ihren Erklärungen kurz abwartend zu seinem Schützling. „Jah.“, hauchte dieser nun kaum hörbar piepsig aus. Lester war noch genauso geschockt. „Seiner Majestät habt ihr zu verdanken, dass diese Tat keine Sekunde unbemerkt blieb.“, ergänzte er die Bestätigung seines äußerst schüchternen Mündels. Die Diebe waren zwar noch fort, doch Wachsam war er dennoch und trotzdem würde ihn das Folgende auf die Probe stellen.
„Die…“, begann der stattliche Ritter gerade weitersprechen zu wollen, bevor ihn jedoch ein besorgtes Quengeln des Kronprinzen unterbrach. Darauf konnte auch schon jeder vernehmen, was der Auslöser Lesters verstärkter Unruhe war. Der Diebstahl und das Eingreifen der King’s Guard war nicht unbemerkt geblieben. „Seht! Der Prinz! “, ertönte die Stimme eines Knaben aus Richtung des großen Platzes vor der Kathedrale. „Dort wo der König im Großen für die Gerechtigkeit in unserem Land sorgt, tritt der Prinz schon im Kleinen in seine Fußstapfen!“, stimmte eine Männerstimme freudig ein. „Auf König und Kronprinz!“, rief ein weiterer.
Die Stimmung in Spring’s Court war schon die ganze letzte Woche aus gegebenem Anlass deutlich heiterer als üblich. Dem Kronprinzen gefielen die geschmückte Stadt und der Umstand, dass seine Familie den Rückhalt des Volkes genoss. Aber damit plötzlich so im Mittelfeld zu stehen, damit hatte er nicht gerechnet. Langsam bildete sich eine Menge an freudigen Bürgern an der Einmündung des großen Platzes in die Gasse, deren Zugang glücklicherweise wenigstens von noch einem weiteren Soldaten und seinem Pferd gedeckt wurde.
Und ebenso immer unruhiger wurde auch Lester. Er atmete hastig und sein quengeln wurde intensiver. Er wollte hier weg. Das alles überforderte ihn. Auf Feste konnte er sich vorbereiten und es gab einen Plan, was wann passieren sollte. Manchmal freute er sich sogar darauf, die Menschen beobachten zu können, die eher mit sich selbst und den anderen Gästen beschäftigt waren. Und in Momenten, in denen es ihm zu unangenehm werden sollte, konnte man ihn für einen Augenblick rechtzeitig herausbegleiten. Hier war er nun der von allen beobachtetet, er und seine Leibwache war die Hauptattraktion in diesem Moment, für den es keine Vorbereitung und auch keinen direkten Ausweg gab. Nur einen Notfallplan. Hauptmann Emerson, der genau diesen nun begann abzuarbeiten, sah noch einmal kurz prüfend auf die Adlige und dann hinter sich in die Menge und zu seinem Kollegen, nur zur Sicherheit. Punkt 1, sich einen Überblick über die Situation verschaffen, erledigt. Darauf ging er in die Hocke und hob seinen nun wirklich überforderten Schützling sanft an, um diesen in das weite Portal einer Tür zu versetzen und den Thronfolger dort auf seinem starken Oberschenkel Platz nehmen zu lassen. Noch in diesem Moment Pfiff er, was dazu führte, dass auch das mächtige Pferd sich näher stellte und so eine Barriere bot und damit auch Punkt 2, den Kronprinzen aus der Sichtlinie zu bringen, abschloss. Er hatte den einen Arm um Lester gelegt und mit der freien Hand hatte er auch die Lady mit in die steinerne Ausbuchtung gewunken und neben sich Platz für sie gelassen. So wäre sie ebenfalls geschützt, außerdem hoffte er darauf, dass Lester auch ihr vertraute. Das Volk war zwar sehr freudig gestimmt, jedoch gab es Erfahrungsgemäß auch in diesen Situationen immer Störer, die, zumindest bis die Stadtwache eintreffen würde, nur Emerson und sein Soldat fernhalten könnten. Da wäre es von Vorteil, wenn es noch eine weitere vertrauenswürdige Person, hier die Lady von Fairfield, gab, der man seinen Schützling zumindest sehr bedingt und nur für einen kurzen Moment übergeben konnte, wenn es brenzlig wurde.
Das Getöse am Ende der Gasse wurde immer freudiger und lauter. Man konnte annehmen, dass mittlerweile die meisten Menschen gar nicht mehr wusste, warum genau sie jetzt jubelten, sondern sich einfach von der guten Laune hatten mitreißen lassen. „Auf den Kronprinzen! „ “Lang lebe der König!“, hatte sich ein riesiger Kanon innerhalb der Menschen gebildet.
„Keine Angst.“, flüsterte er dem fast panischem Kind zu, das seinen angespannten kleinen Körper gegen ihn presste und sich die Ohren zuhielt. „Cherrington!“, stieß Lester vor Sorge ganz schrill zu seinem Hauptmann aus, in der Angst, sie würde noch ohne Schutz dastehen, sah er doch gerade nur den Umhang, den sein Leibwächter schützend um ihn gelegt hatte. Hauptmann Emerson schob einen Teil des Stoffes zur Seite und nickte der Lady zu, damit die Angerufene Lester sehen konnte und auch dieser nur seinen Kopf drehen müsste, um sie zu bemerken. Er selbst musste die Umgebung im Auge behalten, denn noch war es zwar relativ sicher, aber das konnte sich jederzeit ändern. Eleanor hingegen würde sich voll auf Lester konzentrieren können und so hoffte er, dass die junge Frau auch diese Initiative ergriff. Noch einmal nickte er ihr bestätigend zu und deutete auf den königlichen braunen Schopf, den er bis zu dem Moment seiner gestikulierten Bitte noch mit seiner eigenen Hand fürsorglich bedeckt hatte. Sie würden einige Zeit so ausharren müssen, bis zumindest die Stadtwache, die in seinen Augen nicht früh genug da sein konnte, eingetroffen war und die Gasse abgeriegelt hatte.
